Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1900. (34)

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§.  27.

Der  Bundesrath  ist  ermächtigt,  über  die  bei  der  Ausführung  wissenschaftlicher
  Arbeiten  mit  Krankheitserregern  zu  beobachtenden  Vorsichtsmaßregeln  sowie
über  den  Verkehr  mit  Krankheitserregern  und  deren  Aufbewahrung  Vorschriften
zu  erlassen.

Entschädigungen.
§.  28.

Personen,  welche  der  Invalidenversicherung  unterliegen,  haben  für  die
Zeit,  während  der  sie  auf  Grund  des  §.  12  in  der  Wahl  des  Aufenthalts  oder
der  Arbeitsstätte  beschränkt  oder  auf  Grund  des  §.  14  abgesondert  sind,  Anspruch
auf  eine  Entschädigung  wegen  des  ihnen  dadurch  entgangenen  Arbeitsverdienstes,
bei  deren  Berechnung  als  Tagesarbeitsverdienst  der  dreihundertste  Theil  des  für
die  Invalidenversicherung  maßgebenden  Jahresarbeitsverdienstes  zu  Grunde  zu
legen  ist.

Dieser  Anspruch  fällt  weg,  insoweit  auf  Grund  einer  auf  gesetzlicher  Verpflichtung
  beruhenden  Versicherung  wegen  einer  mit  Erwerbsunfähigkeit  verbundenen
  Krankheit  Unterstützung  gewährt  wird  oder  wenn  eine  Verpflegung  auf
öffentliche  Kosten  stattfindet.

§.  29.

Für  Gegenstände,  welche  in  Folge  einer  nach  Maßgabe  dieses  Gesetzes
polizeilich  angeordneten  und  überwachten  Desinfektion  derart  beschädigt  worden
sind,  daß  sie  zu  ihrem  bestimmungsmäßigen  Gebrauche  nicht  weiter  verwendet
werden  können,  oder  welche  auf  polizeiliche  Anordnung  vernichtet  worden  sind,  ist,
vorbehaltlich  der  in  §§.  32  und  33  angegebenen  Ausnahmen,  auf  Antrag  Entschädigung
  zu  gewähren.

§.  30.

Als  Entschädigung  soll  der  gemeine  Werth  des  Gegenstandes  gewährt
werden  ohne  Rücksicht  auf  die  Minderung  des  Werthes,  welche  sich  aus  der  Annahme
  ergiebt,  daß  der  Gegenstand  mit  Krankheitsstoff  behaftet  sei.  Wird  der
Gegenstand  nur  beschädigt  oder  theilweise  vernichtet,  so  ist  der  verbleibende  Werth
auf  die  Entschädigung  anzurechnen.

§.  31.

Die  Entschädigung  wird,  sofern  ein  anderer  Berechtigter  nicht  bekannt  ist,
demjenigen  gezahlt,  in  dessen  Gewahrsam  sich  der  beschädigte  oder  vernichtete
Gegenstand  zur  Zeit  der  Desinfektion  befand.  Mit  dieser  Zahlung  erlischt  jede
Entschädigungsverpflichtung  aus  §.  29.