heißen, die er gegen keine andere Klasse der Gesellschaft zu beschließen
gewagt haben würde. An den Arbeitern ist's, für
dieses Gesetz bei den Wahlen die entsprechende Antwort zu geben
und die Kleingewerbetreibenden müssen gemeinsame Sache mit
ihnen machen, wenn sie ihre Stellung begreifen.
Wie ganz anders spricht und stimmt dagegen der Liberalismus,
wenn sich's um Rechte oder gar materielle Vortheile für
ihn handelt. Das bewies die Berathung des Bankgesetzes.
Das naturgemäße Bestreben nach Konzentration in der Produktion
erweckt auch für die Bourgeoisie das Bedürfniß nach
Konzentration der Reservoirs, in denen die Circulationsmittel,
welche den Austauschproceß der Waaren vermitteln, sich ansammeln.
Diese Reservoirs sind die Banken. Mit der Schaffung der Münz-(inheit
war der Boden für die Bankeinheit geebnet. Bei aller
Einmüthigkeit der herrschenden Klasse gegen ihren gemeinsamen
Feind, die Arbeiterklasse, ist sie doch in sich selbst in Folge von
Interessenverschiedenheit gespalten. Die eigentlichen Geldgeschäftemacher,
die Banquiers, wünschten die Bankfreiheit, weil diese
ihrer Ausbeutung den größten Spielraum läßt; die handeltreibende
und industrielle neben der Grund und Boden besitzenden
Bourgeoisie wünschte den Bankzwang oder die Bankbeschränkung,
um der Gefahr des Gerupftwerdens durch den Bruder Banquier
möglichst zu entgehen. Die vereinigten Interessen der Letzteren
siegten und eine Reichsbank zu gründen wurde beschlossen.
Statt daß aber der Staat (also das Reich) die Bank in
seine Hände nahm, die nöthigen Betriebsfonds sich beschaffte —
der Kriegsschatz von 120 Millionen im Juliusthurm zu Spandau
liegt unberührt und unproduktiv da, und daneben giebt es viele
Hunderte von Millionen, die in Unternehmungen der Bourgeeisie
angelcgt sind, — und den Nutzen der Bank zog, deren Erträge
von einer vernünftig verwaltenden Regierung zur Ermäßigung
von Steuern oder zur Förderung wirklicher und wichtiger Kultur-Interessen
hätten verwendet werden können, beschafft die Bour.
geoisie die Mittel, und participirt natürlich auch an dem Gewinn
der Bank, die das Reich verwaltet, und die voraussichtlich sehr
bedeutend sind.
Die Reichsbank ist mit einem Wort ein unter staatlicher
Verwaltung stehendes Privat-Institut, dessen Mitglieder einige
Tausend der reichsten Leute sind, und deren Institut, zur Sicherung
eines möglichst großen Gewinns, der Staat mit den umfassendsten
Privilegien ausgestattet hat.
Hören wir die Hauptbestimmungen des Bankgesetzes:
.1) Das Grundkapital besteht aus 120 Millionen Mk., das.
1 * auf Namen lautende Antheile von je 3000 Mk. geeilt
ist.