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viel, daß er, um sie richtig zu stellen, den Stern, nach welchem
die Schiffer sich zu richten pflegten, doch wahrscheinlich den Polarstern,
durch ein Rohr beobachtet habe 1). —
Erst um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurden geläutertere
Kenntnisse vom Weltsysteme in Sachsen bekannter, nachdem
sich besonders Valentin Otto und Erasmus Reinhold
und ihr Vorgänger Joachim für das copernicanische System zu
Wittenberg erklärt hatten und, nach des letztern Abgange von
Leipzig, Johann Homilius, ein damals hochgeschätzter Astronom,
aber auch Astrolog, den Lehrstuhl der Mathematik daselbst
eingenommen hatte. Außerdem war auch zu Dresden noch ein
Hofastrolog, welche Stellung unter Kurfürst Moritz der geachtete
Astronom Dr. Erasmus Fleck einnahm. Die Astronomie
wäre in der That schon damals besser gediehen, wenn sie
nicht noch immer eine zu untergeordnete Stellung hätte einnehmen
müssen und von der Astrologie zu sehr abhängig gewesen wäre;
doch der Geist der Zeit erheischte es, und die Fürsten sammt ihrer
gelehrten Umgebung schwärmten in dem Sternenheere, um dort
die Kenntniß der Zukunft zu erjagen, und sahen so den Wald vor
den Bäumen nicht. —
In einem Kodex, der aus der Bibliothek des Klosters Altzelle
in die Dresdner K. Bibliothek überging, welcher zugleich verschiedene
geschichtliche und geographische Schriften enthält, finden sich übrigens
auch folgende Verse 8), welche Zeugniß ablegen können von
der niedern Stufe der physikalischen Wissenschaften und zugleich
der corrumpirten lateinischen Sprache in jener Zeit. Diese Merkverse
sind wörtlich folgende:
De ratione astronomie.
Quid mundus, quid spera (statt sphaera) poli, que climata celi
Sint, cursus solis luneque, quid orbis et akis,
Quid plyades, quid signa docet lek astronomie.
De mundo.
Sydera, terra, polus, pontus sunt fabrica mundi,
A motu mundus, est mobilis ex elementis.
De elementis.
Sunt elementorum grave pondus habenlia qduedam,
Sunt et eorundem leve pondus habentia qduedam,
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7) Ob diese Uhr ein wirklich mechanisches Kunstwerk war, läßt sich ebensowenig
bestimmen, als, ob das Rohr — sistula —, womit Gerbert, in Ermangelung
des Compasses, den Polarstern zur Stellung der Uhr beobachtete,
Gläser oder Linsen gehabt habe. War es schon ein wirkliches cölestisches
Rohr, wie man fast daraus schließen kann, daß es Dietmar als etwas Merkwürdiges
anführt, so wäre es ein Beweis für das höhere Alter der Fernröhre.
s) Sogenannte Versus memoriales, die damals Etwas sehr gewöhnliches,
und bei den Schulwissenschaften am Gebräuchlichsten waren.