Full text : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

1914

„es  sind  in  der  Tat  die  Herren  Poincare,  Delcasse,  Millerand  und
ihre  Freunde,  die  die  nationalistische,  militaristische  und  chauvinistische
Politik  erfunden  und  befolgt  haben,  deren  Wiedererstehen  wir  feststellten.
Nun  bildet  diese  Politik  eine  Gefahr  für  Europa  und  für  Belgien.  Man
kann  sogar  darin  die  größte  Gefahr  sehen,  die  heute  den  Frieden  Europas
bedroht.“  Baron  Guillaume.  Paris,  16.  Januar  1914  (Fehlspruch,  S.  195)

„Wir  haben  seit  der  Dreyfus-Affäre  auch  in  Frankreich  eine  militaristische
  und  nationalistische  Partei,  die  um  keinen  Preis  etwas  von
einer  Annäherung  an  Deutschland  wissen  will,  und  die  einen  großen  Teil
der  Zeitungen  in  ihrem  aggressiven  Tone  bestärkt...  In  beiden  Ländern
träumt  eine  mächtige  Minorität  nur  von  Schlachten  und  Eroberungsoder
  Revanchekämpfen.  Darin  liegt  die  Gefahr,  neben  der  man  wie  neben
einem  Pulverfasse  leben  muß,  dessen  Explosion  durch  eine  Unvorsichtigkeit
  hervorgerufen  werden  könnte.‘

Baron  Beyens.  Berlin,  20.  Februar  1914  (Fehlspruch,  S.  197)

„In  den  russischen  Regimentsmessen  hatten  die  japanischen  Offiziere
ganz  offen  von  einem  nahe  bevorstehenden  Kriege  gegen  Österreich-Ungarn
und  Deutschland  reden  hören.  Man  sagte  dabei,  daß  die  Armee  bereit
sei,  ins  Feld  zu  rücken,  und  der  Augenblick  sei  ebenso  günstig  für  die
Russen  wie  für  ihre  Verbündeten,  die  Franzosen...  Die  in  Rußland
sich  jetzt  zeigende  Feindseligkeit  gegen  Deutschland  könnte  daher  der
Aufrechterhaltung  des  Friedens  gefährlich  werden,  wenn  sie  einen  einflußreichen
  Dolmetscher  in  der  Umgebung  des  Zaren  fände.

Baron  Beyens.  Berlin,  4.  April  1914  (Fehlspruch,  S.  199/200)

„Unstreitig  ist  die  französische  Nation  in  diesen  letzten  Monaten
chauvinistischer  und  selbstbewußter  geworden.  Dieselben  berufenen
und  sachverständigen  Leute,  die  vor  zwei  Jahren  sehr  lebhafte  Befürchtungen
  schon  bei  der  Erwähnung  von  möglichen  Schwierigkeiten  zwischen
Frankreich  und  Deutschland  äußerten,  haben  heute  den  Ton  gewechselt;
sie  behaupten,  des  Sieges  sicher  zu  sein,  machen  viel  Aufhebens  von  den
übrigens  wirklich  vorhandenen  Fortschritten  der  Armee  der  Republik
und  behaupten,  gewiß  zu  sein,  das  deutsche  Heer  zum  mindesten  lange
genug  in  Schach  halten  zu  können,  um  Rußland  Zeit  zu  gewähren,  mobilzumachen,
  Truppen  zusammenzuziehen  und  sich  auf  seinen  westlichen

Nachbarn  zu  stürzen.“
Baron  Guillaume.  Paris,  8.  Mai  1914  (Fehlspruch,  S.  202)

„Deutschland  braucht  sich  nur  zu  gedulden,  braucht  nur  in  Frieden
seine  wirtschaftliche  und  finanzielle  Macht  dauernd  weiter  zu  steigern,
braucht  nur  die  Wirkungen  seines  Geburtenüberschusses  abzuwarten,
um  ohne  Widerspruch  und  ohne  Kampf  in  ganz  Mitteleuropa  zu  herrschen.
Die  Herren  Barthou  und  Poincare  hätten  daher  vielleicht  besser  daran

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