„Es unterliegt keinem Zweifel, daß man in Paris dieser Winkelzüge
müde ist, aber man erträgt eben — wenn auch unter Verwünschungen —
die Folgen des Bündnisses und läßt sich auf eine Bahn drängen, die zu
einem allgemeinen Kriege führen kann.”
Baron Beyens. Berlin, 4. April 1913 (Fehlspruch, S. 179/180)
„Klarblickende französische Diplomaten beschuldigen Rußland,
daß es gegenüber seinem Verbündeten zugunsten Deutschlands ein falsches
Spiel treibe. Das ist nicht unwahrscheinlich und wäre für Frankreich
ein Grund mehr, darauf zu verzichten, der militärischen Überlegenheit
Deutschlands das Gleichgewicht halten zu wollen und dem Traumbilde
einer Revanche zu entsagen.'“
Baron Beyens. Berlin, 26. Mai 1913 (Fehlspruch, S. 184)
(Für die Panslawisten und gewisse Mitglieder der Zarenfamilie
war das Wesentlichste), „um jeden Preis eine Annäherung Serbiens an
Österreich-Ungarn zu verhindern und Serbien so stark zu machen, daß
es eines Tages die von der Doppelmonarchie in Besitz genommenen
serbischen Provinzen zurückzunehmen vermag.
Baron Beyens. Berlin, 12. Juni 1913 (Fehlspruch, S. 185)
„Die Lasten des neuen Gesetzes (über die dreijährige Dienstzeit)
werden für die Bevölkerung so schwer, die Ausgaben, die es mit sich bringt,
werden so ungeheuer sein, daß das Land bald Einspruch erheben wird,
und Frankreich wird sich dann vor die Frage gestellt sehen: entweder
zu entsagen, was es nicht wird ertragen können, oder in kürzester Zeit
Krieg zu führen. Die Verantwortlichkeit derer, die das Volk in diese
Lage gebracht haben, wird schwer sein.‘
Baron Guillaume. Paris, 12. Juni 1913 (Fehlspruch, S. 185/186)
„Es ist nicht unzulässig anzunehmen, daB Wilhelm II. mit seiner
bekannten Freimütigkeit seinem Gaste, dem Erzherzog-Thronfolger,
seine und seiner Regierung Meinung über das Verhalten der österreichischen
Diplomatie, ihre Ungeschicklichkeiten, ihre Zusammenhanglosigkeiten
und die Gefahren ausgedrückt haben wird, in die diese den europäischen
Frieden bringt. Das Bündnis und die Freundschaft der beiden Kaiserreiche
haben noch keinen Schlag erlitten, aber es wäre nicht nötig, daß
die österreichische Ungeschicklichkeit die deutsche Geduld allzu häufig
auf die Probe stellt.“
Baron Beyens. Berlin, 25. Oktober 1913 (Fehlspruch, S. 190/191)
„Die Atmosphäre von Haß und Mißtrauen, die auf den französischdeutschen
Beziehungen lastet, ist nur noch schwerer und dichter geworden...
Die Aufrechterhaltung des Friedens zwischen Frankreich und
Deutschland bleibt von der Willkür eines Zwischenfalles abhängig.“
Baron Beyens. Berlin, 22. November 1913 (Fehlspruch, S. 192)
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