Metadaten : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

Einige  Pressestimmen
über  das  Buch

„Der  Fehlspruch  von  Versailles”
von  Bernhard  Schwertfeger

Fedor  v.  Zobeltitz  schreibt  im  „Roten  Tag“  in  einem  über  den  Raum  einer  ganzen
Seite  hinausgehenden  Aufsatz  u.  a.  folgendes  (Nr.  60  vom  12.  3.  1921):

Die  deutschen  Vertreter  haben  bei  Annahme  des  Friedensvertrages  gegen  die
einseitige  Schuldaufbürdung  protestiert,  aber  obwohl  auch  Llovd  George  sich  gelegentlich
  zu  der  Auffassung  verstand,  daß  Deutschland  nicht  der  allein  Schuldige
sei,  hat  er  in  seiner  ersten  großen  Rede  auf  der  Londoner  Konferenz  doch  wieder  betont,
  daß  die  ÄAnerkenntnis  unserer  Verantwortlichkeit  für  den  Krieg  die  Basis  des
Vertrages  bedeute,  der  hinfällig  werde,  wenn  man  diese  Anerkenntnis  verweigere
oder  aufgebe.  Damit  ist  die  ungeheuere  Wichtigkeit  der  Schuldfrage  von  neuem
In  den  Vordergrund  gerückt...

Nach  Abschluß  des  Krieges  veröffentlichte  Oberst  Bernhard  Schwertfeger  die
längst  von  Ihm  aus  den  Brüsseler  Archiven  zusammengestellten  sämtlichen  (über
600)  Originalberichte  und  Zirkulare  des  belgischen  Ministeriums  des  Äußeren  unter
dem  Titel  „Zur  europäischen  Politik  1897-1914“,  Das  fünfbändige  Werk  konnte
nicht  In  weitere  Kreise  dringen,  merkwürdigerweise  blieb  sogar  der  diplomatische
Notenaustausch,  der  sich  daran  knüpfte,  ziemlich  unbeachtet.  Die  belgische  Reglerung
hatte  nämlich  gegen  die  Veröffentlichung  Einspruch  erhoben  und  bei  dieser  Gelegenheit
  die  in  Frage  stehenden  Schriftstücke  als  „politische  Dokumente  von  höchster
Wichtigkeit'‘  bezeichnet;  deutscherseits  erwiderte  man  darauf,  es  handle  sich  allerdings
  um  Dokumente  „von  unschätzbarem  Wert‘,  weil  in  ihnen  die  Schuldfrage  tendenzlos
  beleuchtet  werde.

Nun  hat  Oberst  Schwertfeger  sich  entschlossen,  dieses  ungemein  wichtige  Materlal
  für  die  Entlastung  Deutschlands  dem  Volke  in  einer  handlichen  Ausgabe  zu  unterbreiten:
  „Der  Fehlspruch  von  Versailles.  Abschließende  Prüfung  der  Brüsseler  Aktenstücke‘
  (Berlin,  Deutsche  Verlagsgesellschaft  für  Politik  und  Geschichte),  ein  Buch,
von  dem  Ich  wünschen  möchte,  daß  es  in  hunderttausend  Hände  käme.  In  dem  fünfbändigen
  Werk  sind  die  belgischen  Dokumente  in  vollem  französischen  Wortlaut
wiedergegeben  worden,  in  dem  „Fehlspruch‘  erfolgt  ihre  Auswertung  in  deutscher
Sprache,  doch  ihr  eigentümlicher  Charakter  hat  dadurch  nicht  verloren.  Natürlich
stehen  die  Berliner  Berichte  im  Vordergrunde  des  Interesses,  aber  sie  finden  Ergänzung
in  zahlreichen  anderen  aus  Paris,  London,  Petersburg,  Wien,  Bukarest,  Belgrad,
Madrid,  aus  fast  allen  politischen  Zentren  Europas.  —  —

Deutschland  hat  der  Entente  zur  Erörterung  der  Schuldfrage  die  Öffnung  seiner
Archive  angeboten,  hat  dasselbe  aber  auch  von  den  Gegnern  verlanet.  Das  wurde  abgelehnt.
  So  sind  wir  vorläufig  nur  auf  die  uns  glücklicherweise  In  die  Hand  gefallenen
Aktensticke  der  belgischen  Diplomaten  angewiesen,  die  in  ihrer  Gesamtheit  Frankreich,
  Rußland,  England  und  Serbien  viel  stärker  belasten  als  Deutschland  und  seinen
„triedliebenden‘  Kaiser.  Diese  Dokumente  neutraler  Gesandter,  deren  innerster
Wert  auch  durch  eine  posthume  Verleugnung  und  Umdichtung  nicht  aus  der  Weit
zu  schaffen  ist,  liefern  den  schlagendsten  Beweis  für  die  Tatsache,  daß  Deutschland
nicht  die  Schuld  an  der  Entfachung  des  Krieges  trägt  —  und  damit  ist,  nach  Lioyd
George,  dem  Friedensvertrage  von  Versallles  die  Grundlage  entzogen.

Vossische  Zeitung  (Nr.  98  vom  28.  2.  1921):

...Es  handelt  sich  um  überaus  beweiskräftiges  Material  zur  Beurteilung  der
Schuldfrage,  das  der  Verfasser  mit  großem  Geschick  gruppiert  und  verwertet  hat.

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