Metadata : Reden und Aufsätze aus dem Kriege.

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Die  Sparkassen  —  gleichfalls  ein  wichtiger  Faktor  für  dıe
Beurteilung  unserer  finanziellen  Leistungsfähigkeit  —  zeigen  ebenfalls
  ein  sehr  erfreuliches  Bild.  Die  Gesamtzeichnungen  der  Sparkassen
  selbst  und  ihrer  Einleger  auf  die  dritte  Kriegsanleihe
betragen  nicht  weniger  als  5  Milliarden  890  Millionen  Mark.  Davon
kommen  rund  2  Milliarden  875  Millionen  auf  die  dritte  Kriegsanleihe
  allein  und  etwas  mehr  als  3  Milliarden  Mark  auf  die
erste  und  zweite  Kriegsanleihe  zusammen.  Im  September  d.  J.
—  also  vor  der  Einzahlung  auf  die  dritte  Kriegsanleihe,  aber  nach
Abführung  der  vollen  Milliarden  für  die  erste  und  zweite  Kriegsanleehe
  —  war  der  Einlagebestand,  den  unsere  Sparkassen  vor
Kriegsausbruch  gehabt  hatten,  nicht  nur  unberührt,  sondern  die
Summe  der  Einlagen  war  sogar  um  rund  1,,  Milliarden  Mark
höher  als  zu  Beginn  des  Jahres  1914.

Aehnlich  steht  es  mit  den  Einlagen,  mit  den  Depositen  bei
unseren  Banken.  Der  Depositenbestand  bei  unseren  Banken  erreichte
  im  August  und  September  Höchstziffern,  wie  sie  in  Friedenszeiten
  überhaupt  niemals  erreicht  worden  sind.  Und  trotz
der  so  stark  beschleunigten  Einzahlungen  auf  die  dritte  Kriegsanleıhe
  sind  auch  jetzt  wieder,  soweit  ich  es  übersehen  kann,
die  Einlagen  bei  unseren  Banken  höher,  als  sie  es  vor  Jahresfrist
waren.

Ueber  den  Stand  der  Reichsbank  brauche  ich  kein  Wort
zu  verlieren.  In  dem  wesentlichsten  Punkte  der  Golddeckung,
der  Noten-  und  sonstigen  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten  steht
sie  nach  wie  vor  günstiger  als  die  Zentralbank  irgendeines  anderen
der  kriegführenden  Länder.

Meine  Herren,  ich  weiss  sehr  wohl,  dass  unsere  Feinde  all  dies
nicht  gelten  lassen  wollen.  Ihre  Presse  verurteilt  uns  täglich  mehrfach
  zum  Bankrott,  genau  wie  sie  täglich  aus  den  Erfolgen  unserer
Waffen  uns  die  endgültige  Niederlage  prophezeit.  Seit  einiger
Zeit  scheinen  unsere  Gegner  allerdings  einzusehen,  dass  es  ihnen
nicht  allzuviel  nützt,  wenn  unser  Bankrott  nur  innerhalb  ihrer
eigenen  Grenzen  und  höchstens  in  dem  oder  jenem,  uns  nicht
gerade  wohlgesinnten  neutralen  Blatt  proklamiert  wird.  Sie  lassen
es  sich  ın  der  letzten  Zeit  angelegen  sein,  uns  selbst  davon  zu
überzeugen,  dass  wir  am  Ende  sind.  Ich  habe  hier  eine  kleine

Hellferich,  Reden  und$Aufsätze.  12