Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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hat  so  viel  falsches  Ruͤhmen  von  meinen  Kenntnissen  ausgebreitet;
  wenn  er  gegenwärtig  wäre,  ich  würde  ihn  der  Unwahrheit
  anklagen.

Alinga.  Man  wird  von  dem  vortrefflichen  lateinischen
Ausdruck  Eurer  Majestaͤt  nic  Ruhmvolles  genug  sagen  koͤnnen.

Die  Königin.  Der  Kaiser  macht's  also  wie  die  alten
  Frauen.  Um  unschuldig  zu  scheinen,  fängt  er  den  Zank
an.  Er  hat  vielmehr  mich  beschimpft,  als  daß  ich  ihn  beschimpft
  haben  sollte.

Alinga.  Wie  wäre  denn  aber,  gnädigste  Königin,  die
Unterhandlung  wieder  anzufangen.

Die  Königin.  Soll  ich  ihm  mit  offenen  Armen  entgegen
  eilen,  und  ihn  bitten,  daß  er  mir  seinen  Sohn  zum
Gemahl  gebe.  Das  wäre  wohl  die  Strafe  für  mich,  nun
nach  einander  meine  alten  Freier  selbst  wieder  zu  suchen,  weil
ich  sie  abgewiesen  habe.

Alinga.  Eure  Majestät  haben  vollkommen  wahr,  ich
boffe  aber,  daß  sich  Mittel  finden  lassen  sollen,  wenn  nur
Eure  Mojestät  von  einer  Vermählung  mit  dem  Prinzen  Karl
nicht  abgeneigt  sind.  Ein  vortrefflicherer  Prinz  läßt  sich  schwerlich
  denken,  nach  Charakter,  Kenntnissen  und  Erziehung.  Das
glaube  ich  wohl,  daß  es  dem  Vater  unglaubliche  Ueberwindung
  kosten  wird,  ihn  auf  die  See  zu  schicken.  Ich  wüßte
nicht,  was  England  vortheilhafter  seyn  könnte,  als  Eurer  Majestät
  Heirath  mit  diesem  Prinzen,  und  was  dem  Reiche  nachtheiliger,
  als  wenn  sich  der  Prinz  mit  der  Königin  von  Schottland
  vermählen  sollte.

Einzig  aus  Liebe  zum  allgemeinen  Besten  bietet  sich  mein
Herr  beiden  Theilen  an,  um  die  abgerissenen  Traktaten  zu
erneuern,  allein  er  kann  nichts  in  der  Sache  thun,  ehe  er  der
Gesinnungen  Eurer  Majestät  versichert  ist.