Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

sofortiger  Gegenangriffe  nicht,  den  Feind  aus  einzelnen  Nestern  der  bis—
herigen  Stellung  wieder  zu  vertreiben.  Sle  mußte  sich  mit  etwa  250  Gefangenen
  und  einigen  Maschinengewehren  begnügen,  wies  auch  am  16.  Juni
noch  erneute  feindliche  Angriffe  restlos  ab.  Aber  alle  eigenen  Versuche,  den
Cauf  ihrer  vordersten  Linien  zu  verbessern,  scheiterten  im  feindlichen  Feuer.
Die  Kampfführung  auf  dem  Westufer  verfiel  darauf  zunächst  ganz  in
abwartende  Oerteidigung.

Erfolgreiche  Angriffe  auf  dem  Ostufer  Anfang  Juni.

Auf  dem  anderen  Maas-Ufer  begann  der  Monat  mit  Erfolgen.  Der
von  langer  Zand  her  für  den  I.  Jumi  sorgfältig  vorbereltete  große  Angriff
in  den  Abschnitten  der  beiden  mittleren  Korps,  des  I.  baper.  A.  R.  und
X.  R.  R.,  wurde  von  rechts  durch  die  Artillerlewirkung  des  VII.  R.  R.  und
von  links  durch  die  des  XV.  A.  R.  unterstützt.  So  stürmten  die  Bapern
südwestlich  des  Douaumont  eine  permanente  Batterie  mit  Infanterieraum,
die  7.  R.  D.  den  Caillette-Mald  und  die  J.  J.  D.  die  Bergkuppe  nordwestlich
  des  Dorfes  Daur.  Die  beiden  letzteren  Divisionen  setzten  sich  dann,
über  das  Daux--Tal  vordringend,  an  den  Vordhängen  des  Thapitre=  und
Fumin-Waldes  fest.  Das  bedeckte  Gelände  begünstigte  hler  endlich  einmal
unsere  brave  Infanterie,  indem  es  sie  der  feindlichen  rdbeobachtung  entzog.
Bei  eigenen  geringen  Verlusten  zählten  wir  abends  über  2000  Gefangene,
mehrere  Geschütze  und  viele  Maschinengewehre  als  Beute.  Dem  beißen
Kaimnpf  folgte  auch  hier  wieder  eine  ruhelose  Nacht.  Ehe  der  neue  Tag
graute,  mußten  die  eroberten  Linien  unseren  Stürmern  Schutz  gewähren,
und  die  Grenzen  des  Artillerie=  und  Sperrfeuers  neu  geregelt  sein.  Das
danach  wütend  einsetzende  feindliche  Feuer  am  2.  Juni  beschädigte  durch
schwerstes  Raliber  den  [Maschinengewehrturm  und  Danzerbeobachtungsstand
auf  dem  Fort  Douaumont,  dem  sicheren  Zufluchtsort  unserer  Reserven.

Die  tapfere  50.  J.  D.  des  XV.  A.  R.  machte  sich  die  1Erfolge  des
X.  R.  R.  zunutze,  eroberte  das  Dorf  Damloup  und  besetzte  elnen  Teil
des  Forts  Daurx!  Dem  rasenden  feindlichen  Feuer  folgten  am  3.  Juni  auf
der  ganzen  Front  des  I.  bayer.  A.  R.  und  des  X.  R.  R.  Infanterieangriffe
gegen  unsere  teilweise  ganz  eingeebneten  Tinien,  die  trotzdem  gehalten  wurden.
Fort  Daur  wurde  nach  und  nach  mit  drei  KRompagnien  unter  der  kühnen
Führung  des  Leutnante  Rackow  vom  Infanterte-Regiment  158  besetzt,

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