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Fritz würde anders gehandelt haben, wenn er uns geführt hättel“ — oder welche
riefen: „Was Teufel wollten wir denn hier, wenn wir nicht schlagen wollten!“ —
Die Preußen waren nicht geschlagen worden, das ist richtig; aber die
Folgen des Tages von Valmy waren schlimmer, als die einer verlorenen
Schlacht es hätten sein können. Die berühmten kampfgeübten Regimenter des
großen Friedrich traten vor den zucht= und ordnungslosen Haufen des Revolutionsheeres
den Rückzug an. Der Krieg der Verbündeten gegen das revolutionäre
Frankreich verlor seit diesem Tage seine Bedeutung und seine sittliche
Berechtigung. Friedrich Wilhelm II. konnte nicht mehr den Anspruch erheben,
mit den Truppen, welche den Heerscharen der Revolution unrühmlich den Rücken
gekehrt hatten, das Königtum retten und die alte Ordnung in Frankreich herstellen
zu wollen. In Frankreich aber schritt der unter dem Eindrucke der
von außen drohenden Gefahr und unter den Auspizien der Schreckensherrschaft
zusammengetretene Nationalkonvent zwei Tage nach der Kanonade von Valmy
(22. September) zur Abschaffung des Königtums und zur Verkündigung der
französischen Republik als einer „einen und unteilbaren.“ Die junge französische
Republik trat alsbald mit der Anmaßung auf, die Revolution auch in
die anderen Staaten Europas zu tragen und allen Völkern Europas die Befreiung
von ihren „Tyrannen“ zu bringen. Der von Frankreich zur Abwehr
der Einmischung der Fremden in seine inneren Angelegenheiten begonnene
Krieg verwandelte sich so in einen offen ausgesprochenen Eroberungskrieg.
„Krieg den Palästen, Friede den Hütten!“ lautete der Wahlspruch der jungen
Republik, seine Übersetzung in die historische Wirklichkeit nach J. Scherr aber so:
„Was wir in den Palästen vorfinden, das nehmen wir, und das in den Hütten
auch. Dann nehmen wir die Paläste und Hütten selber und endlich alles Land,
worauf sie stehen. Im übrigen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit!“ —
Dumouriez suchte die Losung der Republik zunächst durch Eroberung der
österreichischen Niederlande zu bewähren und für diesen Zweck Preußen von
dem Bündnis mit Osterreich abzuziehen und zum Frieden, vielleicht zum
Bündnis mit Frankreich zu verlocken. Er knüpste schon am Tage nach Valmy
dahin zielende Unterhandlungen mit dem Herzoge von Braunschweig an, auf
welche dieser, längst des Krieges müde, um so lieber einging, weil er dadurch
die Zeit gewann, um die Armee aus einer üblen Lage herauszuziehen; denn
durch die schlechte Witterung, welche die Gebirgswege vollständig aufweichte
und in Verbindung mit der mangelhaften Verpflegung dazu beitrug, die
herrschende Ruhrkrankheit immer mehr unter den Truppen zu verbreiten, wurde
der Rückzug der Preußen durch die Champagne immer beschwerlicher. Schon
*Tagebuch des Generallieutenants von Massenbach, Generalquartiermeisters der Armee.