Husarenregiment, daß Bioul voller Feinde sei und seine Patrouille mehrfach Feuer aus dem Ort bekommen
habe.
Nach kurzer Orientierung stellte Major R. die Richtigkeit der ihm gemachten Meldung fest und ließ infolgedessen
die dritte Batterie unter Oberleutnant Rößler sofort in Stellung gehen und das Dorf Bioul unter Feuer
nehmen. Nach wenigen Schüssen schon bemerkte der Stab eine große Unruhe beim Feind. Diesen Moment
benutzte der Adjutant Leutnant Garke und ritt mit wenigen Reitern ohne weiteres Besinnen ins Dorf hinein,
während eine der vorher erwähnten rastenden Kompagnien auf Befehl des Major K. heranrückte, um gegen
Bioul vorzugehen. Major R. folgte seinem Adjutanten ins Dorf und hatte einen Anblick von überwältigender
Tragik, indem sich die im Dorfe befindlichen belgischen Truppen ohne Kampf den wenigen Reitern ergaben.
Nach den eigenen Worten des Majors Richter kamen zunächst Hundert, dann tausende belgischer Soldaten, Offiziere
Unteroffiziere und Mannschaften mit hochgehobenen Armen und baten um Gnade. Wir ergeben uns, das deutsche
Artilleriefeuer können wir nicht aushalten, riefen sie flehend. Die Zahl der Gefangenen wurde immer größer
und schließlich stellte es sich heraus, daß es dem Major Richter gelungen war, die gesamte belgische Division
Mohamed V.
der Beherscher des Islam
zum Niederlegen der Waffen zu bringen. Das Endergebnis war 8100 Gefangene, so nagelneue Kruppgeschütze,
ein Wagenwerk von 500 Wagen, hundert Autos und zwei bis dreitausend Pferde. Die Teilnehmer an diesem
waghalsigen Unternehmen verdienen für alle Zeit in der Geschichte des sächsischen F. A. R. 23 verewigt zu werden.
Die Reihe der Schlachten und Kämpfe zwischen Österreichern und Russen begann mit der dreitägigen
Schlacht, die die Armee Dankl bei Krasnik siegreich lieferte. — Am 25. August begann die Armee Auffenberg
ihren siegreichen Feldzug, der in der Schlacht und dem Siege bei Camos und Komarow gipfelt. — Am 28.
August wurde das Angreifen der Truppen des Erzherzogs Josef Ferdinand fühlbar. Am 30. und 31. August
erfolgten umfassende Operationen und am 1. September war der Sieg erst entschieden, dessen äußeres Zeichen
beinahe 12000 Gefangene und zweihundert erbeutete Geschütze waren.
Inzwischen hatte die Armee Dankl vom 27. August eine zweite Schlacht bei Niedrzewisza und drang nach
Überwindung des Feindes bis gegen Lublin vor.
Die Armee Auffenberg meldete am 4. September, daß der Feind im vollen Rückzuge sei, den die unsrigen
mit ganzer Kraft verfolgen.
Eine weitere Operation während dieser fünf Tage ist noch nicht näher bekanntgegeben.
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