Full text : Die Hausgesetze der regierenden Deutschen Fürstenhäuser. Erster Band: Anhalt, Baden, Bayern, Braunschweig. (1)

3a.

Artikel  55.
Nach  dem  erfolgten  Ableben  des  Monarchen  wird  sie  seinem  Nachfolger  von
dem  Minister  des  königlichen  Hauses  vorgelegt,  welcher  gehalten  ist,  dieselbe
pünktlich  vollziehen  zu  lassen,  und  der  Wittwe  eine  Abschrift  hievon  zuzustellen.

Artikel  56.
Die  nachgebornen  Prinzen  bestimmen  auf  eine  ähnliche  Art  das  Witthum
ihrer  Gemahlinnen,  jedoch  muss  die  darüber  ausgefertigte  Urkunde  dem  Könige
zur  Bestätigung  vorgelegt  werden.  \

VIE.  Titel.
Von  dem  HofStaate  des  königlichen  Hauses.
Artikel  57.
Der  König  ernennt  dos  Personal  seines  Hofstaates,  jenes  der  Königimm,  des
Kronprinzen,  der  königlichen  Wittwen  und  der  Apanagirten  in  der  königlichen  direkten

  Linie;  die  Wahl  des  Hofstaates  der  Prinzen  der  NebenLinien  muss  ilım  wenigstens
  angezeigt,  und  kann  nur  mit  seiner  Genehmigung  angeordnet  werden.

van.  Titel.

Von  dem  PrivatVermögen  der  Glieder  des  königlichen  Hauses  und
der  Erbfolge  in  dasselbe.

Artikel  58.

Ueber  Gegenstände,  welche  zu  dem  Staats-  und  HausFideiKommissVermögen
gehören,  (Art.  41.)  steht  dem  jedesmaligen  Regenten  keine  PrivatDisposition  zu;
diese  kann  sich  nur  auf  dasjenige  Vermögen  erstrecken,  welches  der  Monarch  weder
  aus  Staatsmitteln,  noch  durch  StaatsVerträge,  sondern  durch  Ersparniss  aus
den  zu  seiner  PrivatDisposition  gestellten  Einnahmen,  oder  aus  sonstigen  Privat-Titeln
  erworben,  und  dem  Vermögen  des  Staates  und  der  Krone  noch  nicht  einverleibt
  hat.

Artikel  59.

Der  Monarch  ist  in  seinen  Dispositionen  an  die  Vorschriften  der  bürgerlichen
Geseze  nicht  gebunden.

Artikel  60.

In  Ermangelung  einer  Disposition  findet  in  das  zurückgelassene  PrivatVermögen
  des  Monarchen  auch  eine  IntestatErbfolge  statt.

Artikel  61.
Diese  IntestatErbfolge  richtet  sich  nach  den  bürgerlichen  Gesczen.

Artikel  62.
Dig,  übrigen  Glieder  Unsers  Hauses  sind  bei  den  Dispositionen  über  ihr  PrivatVermegen
  den  bürgerlichen  Gesezen  unterworfen,  die  sie  beobachten  müssen.