Volltext : Wegweiser für Ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege.

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borenen  nur  die  Höhe  von  51,11  pCt.  Das  Verhältnis  würde
ohne  Zweisel  für  das  Land  noch  weit  günstiger  sein,  wenn  man
auch  die  Herkunft  und  Beschäftigung  der  Eltern  der  Gestellungspflichtigen
  mit  berücksichtigte.

Sollte  da  bei  einem  weiteren  Andauern  der  Landflucht,  zu
der  die  militärische  Dienstzeit  in  der  Großstadt  nicht  unwesentlich
beiträgt,  nicht  die  Sorge  an  die  Armee  herantreten,  daß  der  Tag
kommen  muß,  an  dem  man  vergeblich  nach  der  gewohnten  Rekrutensülle
  ausschauen  wird  Darum  handelt  es  sich  in  dieser
Frage  wahrlich  nicht  bloß  um  eine  Existenzbedingung
  der  Landwirtschaft,  sondern  zugleich  um
die  allerwichtigste  Existenzbedingung  der  ganzen
  Armce.

Wie  kann  aber  dafür  gesorgt  werden,  daß  der  vom  Lande
und  aus  der  Landwirtschaft  gekommene  Soldat  durch  seine  Dienftzeit
  unter  der  Fahne  seinem  Berufe  und  seiner  Heimat  nicht  für
immer  entzogen  wird,  sondern  ihm  treu  bleibt?

Mittel  und  Wege.  Das  Hauptmittel  ist  ohne  Zweifel
die  Beibehaltung,  oder  da  die  kleinen  Garnifonen  bereits  größten.
teils  aufgehoben  sind,  die  Wiederherstellung  und  möglichfte  Vermehrung
  der  Landgarnisonen.  Diese  Forderung  muß  immer
wieder  nachdrücklich  erhoben  werden,  denn  es  handelt  sich  dabei
um  die  Zukunft  unserer  Wehrmacht,  nicht  bloß  um  die  Interessen
der  ländlichen  Bevölkerung.  Die  Unbequemlichkeiten  und  Kosten.
die  für  die  Kriegsbereitschaft  und  die  Verwaltung  sich  ergeben
würden,  find  nach  sachverständigem  Urteil  nicht  unüberwindlich,
und  was  die  Ausbildung  betrifft,  so  wird  sicherlich  der  Nutzen  des
Zusammenlegens  der  großen  Verbände  und  der  unmittelbaren
Einwirkung  der  höheren  Führer  stark  überschätzt.  Manöver  und
Truppenübungsplatz  genügen  doch  sicherlich.  Die  Ausbildung
würde,  ohne  an  Energie  und  Eifer  einzubüßen,  an  Ruhe  und
Stetigkeit  gewinnen.  Daß  die  Disziplin  in  kleineren  Garnisonen
leichter  zu  handhaben  und  der  militärische  Geist  der  Truppe  nachbaltiger
  einzuimpfen  ist,  als  in  der  Großstadt,  dürfte  wohl  all.
gemein  zugegeben  werden.  Aehnlich  wie  der  Gewährsmann,  dem
wir  im  Vorstehenden  hauptsächlich  gefolgt  sind,  urteilen  andere
hervorragende  Fachleute,  und  eine  militärische  Autorität  ersten
Nanges,  der  Prinz  Friedrich  Karl,  war  ein  überzeugter  Vertreter
der  kleinen  Garnison.  Was  er  anẽ  den  mit  Ausnahme  von  Frankfurt
  a.  O.  durchweg  in  kleinen  Garnisonen  dislokierten  Truppen
des  3.  Armeekorps  zu  gestalten  verstanden  hat,  gehört  der  engeren
Geschichte  des  preußischen  Heeres  an.

Erfreulicherweise  verschließen  sich  denn  auch  die  zurzeit  maßgebenden
  Kreise  nicht  mehr  der  Berechtigung  der  Forderung  nach
kleinen  Garnisonen,  die  wir  von  Ansang  an  immier  wieder  erboben
  haben.  Es  legten  sich  für  diese  Forderung  bei  der  Beratung
des  Militäretats  für  1908.09  im  deutschen  Reichstag  nicht  nur  die