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Nachlässigkeit veranlaßt. So nennt ein erfahrener Arzt (Dr. med.
Schiele, im Land VIII, S. 232), die Tagelöhnerhäuser in der
Wiesche, der nordöstlichsten Ecke der Altmark, einem Tiefland der
Elbe, das mit dem Osten hinsichtlich der Besitzverteilung vieles
gemeinsam hat, zwar „zumeist miserabel, feucht, undicht, eng,
manchmal nur gepflastert, mit verklebten Scheiben, den heutigen
Ansprüchen nicht mehr angemessen, sanitätspolizeiwidrig, wenn
wir eine Sanitätspolizei hätten, genau so, nicht mehr und nicht
weniger, wie die eigenen Häuschen der Büdner und Kleinbauern,
und wie die meisten Häuser der kleinen Leute in der Landstadt,
obgleich nicht so gesundheitsgesährlich wie überfüllte Wohnungen
in der Großstadt.“ Aber er sügt gleich hinzu: „Man kann sagen,
auch das ärmste Hüttchen wird sogleich wohnlich und sauber, wenn
ordentliche Leute darin wohnen, und bessere Tagelöhnerhäuser sehen
sogleich wie Schweineställe aus, wenn lüderliche Menschen darin
hausen. Man kann aus dem Aussehen der Hütte nicht nur auf
den Herrn, sondern vor allem auf die Bewohner schließen.“
Mittel und Wege. Es gilt nun, einerseits die vorhan-.
denen schlechten Wohnungen nach Möglichkeit in einen guten oder
wenigstens einwandfreien Zustand zu setzen, und andrerseits bei
Neubauten danach zu streben, dem Arbeiter ein zweckmäßiges und
beische Heim zu bieten. Wir verweisen aber hier noch einmal
nachdrücklich auf das, was wir zu Anfang des Kapitels „Ansiedelung
von Lodarbeitern- gesagt haben und wiederholen: Der
Arbeiter muß für ein böheres Wohnungswesen
geradezu erst erzogen werden, wenn nicht alle
Mühe und alle Arbeit musonk sein foll.
Leichter wie diese noch viel Zeit und Arbeit erfordernde Auf.
gabe wird die äußere Lösung der Frage, die Herstellung guter
und freundlicher Wohnhäuser sein, namentlich wenn es sich um
Neubauten handelt. Billiges Bauen ist dabei zwar ein Haupterfordernis,
aber man sollte diese Forderung nicht allein ausschlaggebend
sein lassen: Nicht die Arbeiterwohnung ist am billigsten.
die am wenigsten kostet, sondern die ihren Zweck, den Arbeiter
heimisch zu machen, am ehesten und bes en erfüllt. Zu diesem
Behufe sind drei Hauptpunkte zu berücksichtigen: Vermeldung fitt.
licher und gesundheitlicher Gefahren, zweckmäßige Anordnung, behagliche
Gestaltung. Diese Aufgaben in jedem Einzelfalle beson-.
ders zu lösen, wird Sache der Bauherren und Bauleiter sein. Im
folgenden sollen nur kurz die verschiedenen Maßnahmen und Einrichtungen
besprochen werden, die die Lösung erleichtern können,
soweit es sich um die bauliche Ausgestaltung und Einrichtung der
Wohnräume handelt. Wir verweifen im übrigen weiter auf die
brsitele „Ansiedlung von Landarbeitern“ und „Heimatliche Bauweise“
Seit langen Jahren schon haben sich in Deutschland gemein.
nützige Vereine der tatkräftigen Förderung des Kleinwohnungs.