die Unterrichtszweige sind seit einem Jahre aufgenommen: Säuglingspflege,
Tuberkulose, Krankenkostbereitung, Kochkiste und
tragbarer Kochsack und Unterweisung in den Grundzügen der
Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung, letztere zu dem
Zweck,. damit die Helserinnen bedürstige Kranke anweisen können,
wohin sie sich zu einem längeren Heilversahren zu wenden haben.
Außerdem sind alljährliche kostenlose Wiederholungskurse von
3 bis 4 Wochen in Krankenhäusern für alle ausgebildeten
Pflegerinnen eingerichtet. Nach denselben Grundsätzen sindet die
Ausbildung in anderen Provinzen statt. Die freiwilligen Landkrankenpflegerinnen
werden nach ersolgter Ausbildung von der
„Frauenhilfe’' gegen ein festes Gehalt in ihrer Heimatgemeinde
angestellt und haben den „Sanitätskasten“ der „Frauenhilse" zu
verwalten. Im Jahre 1907 wurden von den Pflegerinnen in
rheinischen Landgemeinden zusammen 14206 Pflegedienste geleistet.
Die „Frauenhilfe'“ erhält für diese Einrichtung eine sehr
wesentliche Unterstützung von den Landesversicher
r* Provinz, den Kreisen und der evangelischen Kirchengemeinde.
Die Innere Mission hat in einigen Gegenden, wo es
an anderen Körperschaften zur Begründung dieser Krankenpflege
fehlte, sie selbst ins Leben gerufen, die von ihr begründete Einrichtung
lehnt sich an die evangelisch kirchliche Gemeinde an und
steht der von der „Frauenhilfe“ getrofsenen Einrichtung am
nächsten. So hat der Provinzialverein für Innere Mission in
Posen in dem Diakonissenmutterhaus in Posen Ausbildungskurse
für freiwillige Landkrankenpflegerinnen aus der Provinz Posen
eingerichtet, ebenso der Landesverband für Innere Mif sion
im Königreich Sachsen in dem Mutterhaus in Dresden.
Sie Ausbildung geschieht hier auf Kosten des Landesvereins
8 Wochen lang theoretisch und praktisch. Zur praktischen Uebung
in der Gemeindepflege werden die Kursistinnen einige Wochen long
einer Diakonissin in einer Landgemeinde zugeteilt. (Land XIV,
S. 330.) Ländliche Kirchengemeinden, die eine Pflegerin anstellen
wollen, wählen diese selbst aus und setzen sich für alles weitere mit
dem Landesverein in Dresden in Verbindung. Die Länge der
Ausbildungszeit der freiwilligen Landkrankenpflegerinnen ist bei
den einzelnen Veranstaltern dieser Einrichtung verschieden, doch
haben sich die Pflegerinnen im allgemeinen überall bewährt; für
schwierigere Fälle, wo ihre Kenntnisse nicht ausreichen, wie z
beim Ausbruch von Epidemien, kann auch in den kleinsten Hrr.
chaften außergewöhnliche Hilfe durch Rote Kreuz-Schwestern,
Diakonissinnen und Ordensschwestern gebracht werden.
Das Arbeitsgebiet aller Krankenpflegerinnen umsaßt zunächst
die eigentliche Krankenpflege sowie die erste Hilfe bei
Unglücksfällen: hierzu ist in den letzten Jahren von allen
Frauenvereinen, die dem Verband vom Roten Kreuz angehören,
in ihren ländlichen K noch die Wochenpflege
und in Verbindung damit die sogenannte Haus-