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pflege getreten. Mustergültig ist die trefflich organisierte
Wochen- und Hauspflege in Baden, wo z. B. die Fürstin zu
Fürstenberg im Amtsbezirk Donaueschingen in
42 Landstationen Wochenbellpfles für alle armen Landfrauen begründet
hat. In ähnlicher Weise ist in Württemberg,
Bayern und durch den Vaterländischen Frauenverein
in Norddeutschland die Wochenbettpflege eingerichtet.
Die Frauenvereine in Baden, Bayern, Württemberg
und der Vaterländische Frauenverein lassen auch ältere Mädchen
und Frauen als besondere Wochenpflegerinnen in
kurzen Kursen ausbilden und stellen sie in ihren Landzweigvereinen
an. Die freiwilligen Landkrankenpflegerinnen erhalten
bei ihrer Ausbildung meistens eine kurze Anweisung
über Wochenbett. und Säuglingspflege, überall übernehmen sie
die Hauspflege, die darin besteht, daß bei Erkrankung der
Hausfrau die Pflegerin auch Fürsorge für den Haushalt, die
Kinder, die notwendigen Arbeiten für das Vieh übernimmt. Der
Badische Frauenverein hat besondere Regeln für diese Hauspflege
aufgestellt. Im engsten Zusammenhang mit der Wöchnerinnenpflege
steht die Reform des auf dem Lande ganz besonders
mangelhaften Hebammenwesens. Unzureichende Bezahlung,
fehlende Altersversorgung bei besonders schwierigen Verhältnissen
in der Ausübung ihres Berufs auf dem Lande sind hauptsächlich
Ursache, daß die Hebammen im allgemeinen intellektuell und
häufig auch moralisch minderwertig, den Anforderungen der
Gegenwart an Hygiene nicht zu entsprechen vermögen. Die von
Dr. Brennecke, prakt. Arzt in Vo#bebun. befürwortete Reform
des Hebamme#wesens auf dem Lande hebt als besonders wichtig
folgende Punkte hervor: feste staatliche Anstellung der
Hebamme für jeden bestimmten Bezirk und Abschaffung des
Präsentationsrechts der Gemeinden sowie Verbot der frei
praktizierenden Hebammen: Mindesteinkommen
von 600 Mk.: Aenderung der Gebührentazgqe und
Altersversorgung der Hebammen; bessere Vorbildung,
längere Ausbildungan den staatlichen Hebammen-Lehranstalten
und wiederholte Nachprüfungen nach der Anstellung;:
Kontrolle über die Berufstätigkeit der Hebamme
seitens des Kreisphysikus. In den letzten Jahren ist auf Anregung
der Kaiserin die Bekämpfung der Säuglings.
sterblichkeit und der Tuberkulose in den Vordergrund
gerückt, und die Frauenvereine haben sich besonders auf dem Lande
auch dieser neuen Aufgabe angenommen. Fürsorgestellen
sind in großer Zahl für Säuglingspflege und Lungenkranke
unter Mitwirkung der Schwestern in der Gemeindecslege
errichtet, wie z. B. 5 Fürsorg e(Beratungs)Stellen für Lungenkranke
in den Kreisen Trebnitz, Schlesien, und Worms, auf
Kosten des Kreises. Merkblätter für Säuglings.
pflege werden zu vielen Tausenden auf dem Lande durch ge-Soburey.
Wegweiser. B