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vorgekommen . .. Daher ersährt man oft den stärksten Widerspruch,
wenn man sie verteidigt. Viele meinen, diese Einrichtung
geradezu bekämpfen zu müssen. Ich habe von einem Orte gehört,
wo der Psarrer die Spinnversammlung, nachdem er die Mitwirkung
des Herrn Landrats gewonnen hatte, durch den Gendarmen
auseinandertreiben ließ. Daß nun die zersplitterten und
des durch altes Kerkemmen geordneten Zusammenhangs beraubten
jungen Leute noch viel mehr der Verwilderung ausgesetzt waren,
hatte er wohl nicht bedacht .. .. Wer überzeugt ist von den Versäumnissen,
unter denen dieses Institut seit langer Zeit leidet, der
wird Geduld üben. Ist doch in diesem Stück auch das geistliche
Amt nicht frei von Schuld — ebenso wie das christliche Haus und
der Gemeindevorstand ..enn ein alter, ehrwürdiger Jamilienpokal
einmal schändlich besudelt wäre, so würde man ihn darum
nicht zerschlagen, sondern ihn sorgsältig reinigen. So sollen
wir esmit der Spinnstube ma
Mittel und Wege. „Der Fenor- fährt Dr. Grundemann
sort, „kann es nicht allein. Aber er sollte am ersten dafür
Verständnis haben und darum die anderen Instanzen, die hier in
Betracht kommen, anregen, daß sie an ihrem Teile ihre Schuldigkeit
tun. Vor allen Dingen hat er den Eltern einzuschärfen,
daß sie die nötige Aussicht nicht versäumen. Hier (in Mörz) ersolgt
jedesmal im November, wenn das Spinnen wieder ansängt,
eine darauf bezügliche Ankündigung von der Kanzel. Ferner sollte
der Gemeindevorsteher bei jeder vorkommenden Ungehörigkeit
ernstlich einschreiten. Womöglich sind auch die Kirchenältesten anzuregen,
daß sie das ihrige tun, damit in der Spinnichte alles in
christlicher Zucht und Ordnung zugehe. Kommt dann die direkte
Tätigkeit des Pastors hinzu, so werden die Klagen über die
Spinnichte allmählich verschwinden.
Meine Erfahrungen haben mich in der Ueberzeugung bestärkt,
daß die Spinnstube dem Pastor eine sehr gute Gelegenheit
zur Arbeitin seiner Gemeinde gibt.
Schon der Gedanke, daß der Pastor ganz unerwartet kommen kann,
wirkt wohltuend, wenn erst die Stimmung so ist, daß sein Besuch
gern gesehen wird. . .. Wir sollten dankbar sein, daß wir durch
den Besuch der Spimnichte Gelegenheit haben, der erwachsenen
Jugend, die sonst für jede Einwirkung außerhalb der Kirchenmauer
für uns sehr schwer zu haben ist, näher zu treten, sowie uns
auch die Gelegenheit, in die Häuser zu kommen, wertvoll sein
sollte. . Wo ich hinkam, bin ich gern gesehen und jedesmal
aufgesordert, recht bald wieder zu kommen. Der männliche Teil
der erwachsenen Jugend zeigte sich immer noch etwas scheu, als
wollten sie es nicht glauben, daß der Pastor ihre Anwesenheit gutheißen
könne. Ich denke, wir sollen daran arbeiten, einen anständigen
geselligen Verkehr der Burschen und Mädchen herbeizuführen.
Wenn die Eltern im Hause bleiben, so ist nicht viel zu