Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1836. (27)

—  zu.  —

ondere  vorgeschrieben  ist,  findet  auf  die  Ablösingen  nach  den  Vorschriften  diese

eglements,  wogegen  den  Reakberechrigten  kein  Widerspruch  zusteht,  gleichfalla
Anwendung;  die  von  der  Tilgungsanstalt  ausgereichten  Schuldverschreibungen
werden  hierbei  den  Baarzahlungen  gleich  geachtet.  Die  Regulirung  der  aus
der  Betheiligung  dritter  Personen  entspringenden  Rechtsverhältnisse,  namentlich
in  Bezug  auf  die  Verwendung  der  Absindung  zu  den  Kosten,  welche  in  Folge
der  Ablösung  zu  neuen  Einrichtungen  auf  den  berechrigten  Gütern  nothwendig
werden;  oder  zur  Bezahlung  der  ersten  Hypothekengladubiger,  so  wie  in  Bezug
auf  die  Wiederanlegung  der  Absindung  zu  Lehn,  Fideikommiß  u.  s.  w.  gebührt
der  Direktion  der  Tilgungskasse  mit  allen  Besugnissen  und  Pflichten  der  General-Kommission;
  der  letztern  bleibt  jedoch  die  Entrscheidung  der  hierbei  unter  den
Daebületen  vorkommenden  Streitigkeiten  nach  ndherer  Vorschrist  des  §.  5.
vorbehalten.

K.  19.

Wenn  den  Pflichtigen  Hude=  oder  Holzgerechtigkeiten  gegen  die  Berechligten
  zustehen,  so  konnen  die  Kommissarien  der  Tilgungsanstalt  auf  den  Ancrag
der  Betheiligren  ein  Abkommen  vermirteln,  durch  welches  diese  Gerechrigkeiten
aufgehoben  und  die  abzulösenden  Leistungen  mit  dem  Werthe  derselben  ganz  oder
theilweise  kompensirt  werden.  Kommt  ein  Abkommen  zu  Stande,  so  gebührt
dessen  Bestäktigung  der  Direktion  der  Tilgungskasse  und  es  finden  dabei  die
Vorschriften  des  F.  16.  Anwendung.

Durch  die  Vermittelung  eines  solchen  Abkommens  darf  aber  das  Ablösungsgeschäft
  nicht  aufgehalten  werden;  entstehen  daraus  Weiterungen,  welche
eine  baldige  Beseirigung  nicht  erwarten  lassen;  so  sind  die  Verhandlungen  auf
die  Ablösung  zu  beschränken  und  die  Betheiligten  mit  der  Auseinandersetzung
wegen  der  gedachten  Servituten  an  die  kompetente  Behörde  zu  verweisen.

S.  20.

Die  Staats=  und  Gemeinebeamten  sind  innerhalb  ihres  Amtsbezirks  verpflichtet,
  sich  den  Austrägen  und  Requisitionen  der  Direktion  der  Tilgungskasse
zu  unterziehen;  sie  erhalten  für  ihre  Bemühungen  keine  Geböhren,  sondern  haben
nur  Anspruch  auf  Erstattung  baarer  Autlagen  und  bei  auswärtigen  Geschäften
auf  Vergürung  der  Dichten  und  Fuhrkosten  nach  den  Bestimmungen  der  WVerordnung
  vom  28sien  Juni  1825.  Die  Steuereinnehmer  beziehen  für  die  Erhebung
  der  an  die  Tilgungskasse  zu  zahlenden  Remen  keine  besondere  Hebe-Gebühren.


K.  21.

Die  Verhandlungen  der  Anstalt  und  deren  Kommissarien  mit  Einschluß
der  aus  Veranlassung  des  Ablösungegeschästs  erfolgenden  bypothekarischen  Eintragungen,
  genießen  die  Stempel-,  Sportel=  und  Portofreiheit.  Alle  Kosten,
welche  das  Ablösungsgeschäft  und  die  Verwaltung  der  Tilgungsanstalt  verursachen,
  werden  von  der  Staatskasse  ohne  einen  weitern  Beitrag  von  Seiten  der

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