Die Reichsbank im Weltkriege 67
an Darlehnskassenscheinen weit hinaus. Seit 1915 wurden auf Grund des oben
erwähnten Gesetzes vom 22. März 1915 120 Millionen Darlehnskassenscheine
als Deckung einer entsprechenden Anzahl Reichskassenscheine zurückgestellt.
Das Verhältnis der in den Beständen der Reichsbank verbleibenden zu
den im freien Verkehr befindlichen Darlehnskassenscheinen zeigte in den ersten
Kriegsjahren erheblich größere Schwankungen als in den letzten Kriegsjahren.
Dies hängt mit dem Einfluß der Kriegsanleihen auf die Darlehnsentnahme zusammen.
Für die ersten Kriegsanleihen wurde in weitaus größerem Umfange
Geld entliehen als später.
Im einzelnen verlief die Entwicklung folgendermaßen:
Im Jahre 1914 verblieb der überwiegende Teil der Darlehnskassenscheine
in den Beständen der Reichsbank. Die anteiligen Bestände der Reichsbank
an der Gesamtsumme der ausgegebenen Darlehnskassenscheine waren in
diesem Jahre am höchsten am 15. August mit 90,8⅝% und am niedrigsten
am 23. September mit 54,1%. Im Jahre 1915 verschob sich dieses Bild
vollkommen. In diesem Jahre gingen die Bestände der Bank (einschließlich
der Darlehnskassenscheine, die zur Deckung der auf Grund des Gesetzes
vom 22. März 1915 ausgegebenen Reichskassenscheine zu 10 Mark verwendet
worden waren) an 11 Ausweistagen über 50½ hinaus, blieben dagegen
an 37 Ausweistagen darunter; am höchsten war der Prozentsatz am 15. April
mit 59,5%, am geringsten war er am 23. März mit 21,9⅝%. Die 1915 begonnene
Entwicklung setzte sich 1916 in stärkstem Tempo fort. Die Bank konnte nur am
ersten Ausweistage (7. Januar) mehr als 50% der Gesamtausgabe, und zwar
50,9%, in ihren Beständen halten. An allen übrigen Ausweistagen befand sich
der größte Teil der Darlehnskassenscheine im freien Verkehr, der vom
22. April 1916 an, kaum unterbrochen, von Ausweis zu Ausweis bis zum
Jahresschluß immer größere Beträge aufgenommen hatte. Am 23. Dezember
dieses Jahres befanden sich von den ausgegebenen Darlehnskassenscheinen sogar
nur 9,3 in dem Bestande der Bank, das ist die niedrigste je dagewesene Verhältnisziffer.
Im Jahre 1917 verfügte die Reichsbank während des ganzen Jahres
niemals über mehr als knapp 20⅞ der Gesamtausgabe. Die Schwankungen der
Anteilsziffer der Reichsbankbestände an der Gesamtausgabe waren in diesem Jahre
außerordentlich gering. Sie bewegten sich zwischen 18,5% am 31. Dezember als
höchster und 10,4% am 7. März als niedrigster Anteilsziffer. Die Entwicklung
des Jahres 1918 kennzeichnet sich durch ein allmähliches Steigen der Anteils-5