Metadata : Kaiser Wilhelm II. Aus meinem Leben 1859-1888.

Gern  fuhren  wir  auch  nach  der  Insel  Sainte-Marguerite,  der
kleinen  Insel  vor  Cannes,  Giraud  hieß  der  freundliche  Bootsführer,
der  uns  immer  hinüberruderte.  Auf  dieser  Insel  mit  einer  alten  Festung
und  Kasematten  hatte  vor  langer  Zeit  der  geheimnisvolle  „Mann  mit
der  Eisernen  Maske“  gefangen  gesessen,  einige  Jahre  nach  unserem
Aufenthalt  kam  Bazaine  dorthin,  um  seine  zwanzigjährige  Haft  zu
verbüßen,  doch  entfloh  er  schon  1874  nach  Madrid.  Hier  auf  Sainte-Marguerite
  weilten  auch  gefangene  Marokkaner,  „Araber“,  wie  man
sie  nannte,  die  uns  mit  ihrem  weißen  Burnus  und  ihrer  dunklen
Hautfarbe  seltsam  fremdländisch  anmuteten.  Wir  freundeten  uns  mit

ihnen  an,  meine  Mutter  malte  sie,  und  wir  erhielten  von  ihnen  immer
kleine  Geschenke,  Datteln  und  anderes.

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Groß  war  unsere  Freude,  als  es  kurz  vor  Weihnachten  hieß,  der
Bater  kehre  zurück  und  wir  würden  ihn  in  Villafranca  abholen.
Die  Fahrt  dorthin  am  Gestade  des  blauen  Mittelmeeres,  das  ich
später  so  oft  durchquert  habe  und  so  unendlich  liebe,  war  unbeschreiblich
  schön.

In  dem  herrlichen  Hafen  von  Villafranca  lagen  „Hertha“  und
„Elisabeth“,  sowie  einige  amerikanische  Fregatten,  darunter  das
Glaggschiff  „Franklin“.  Mein  Bater  holte  uns  ab  und  brachte  uns
auf  die  „Hertha“,  indes  der  Donner  des  Saluts  sich  in  tausendfachem
  Widerhall  an  den  Hängen  der  Berge,  die  die  schöne  Bucht
umkränzen,  brach.  Da  stand  der  staunende  Knabe  auf  dem  Deck
eines  Kriegsschiffes,  das  unter  der  Flagge  des  Norddeutschen  Bundes
den  geliebten  Bater  in  den  märchenhaften  fernen  Ortent  getragen
hatte,  und  das  ahnungsvolle  Herz  schlug  ihm  höher.  Nach  der  Heimkehr
  konnte  uns  der  Bater  in  Cannes  nicht  genug  von  seinen  Erlebnissen
  erzählen,  von  Jerusalem  und  den  Heiligen  Stätten,  von
Agopten,  von  den  Byramiden,  von  der  Sphinz,  den  Königsgräbern,
den  Mumsen  und  all  den  andern  Wundern  des  Morgenlandes.  Ja,

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