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Unmmer 244 "
genüber Oesterreich-Ungarn hin. Für Preußen
lägen die Verhältnisse ganz anders, da der
Reichskanzler ohnehin zugleich preußischer Ministerpräsident
sei. Ein anderes Mitglied bemerkte,
daß die Struktur des Deutschen Reiches
keine Sonderpolitik zulasse. Rechtsauskunft erteilten
auch die Reichsrertretungen, deren Einfluß
ungleich mächtiger sei.
Der Minister des Aeußeren sprach sich dahin
aus, daß die Tätigkeit der Gesandtschaften allerdings
nicht durchaus unentbehrlich sei, daß
man aber, nachbem Bayern die Gesandtschaften
habe und sie sich außerordentlich wichtig und
nützlich erwiesen, keinen Grund habe, sie aufzugeben.
Die Berichte der Gesandten seien sehr
wertroll für die Staatsregierung. Sovweit die
Berichte für die Reichsleitung ron Bedeutung
seien, würden sie von der banerischen Regierung
sofort nach Berlin weitergegeben. Die
Vertretungen Bayerns und des Reiches arbeiteten
einträchtig zusammen, das Nebeneinanderbestehen
zweier Vertretungen bringe manche
Vorteile mit sich. Die höfische Repräsentation
entfalle in den meisten Staaten fast vollständig.
Nach weiterer Debatte wurde der Antrag
Müller abgelehnt. Der Etat der Gesandtschaften
wurde unverändert genehmigt, ebenso der Rest
des allgemeinen Etats.
die bauerischen Berlufslien.
Verlustliste Nr. 228.
2. Infanterie-Regiment München. Paul
Förg, Indersdorf, gefallen. Franz Tao. Wimmer,
Ensdorf, schw. rerw. Johann Wimmer,
Oedgassen, schw. rerw.
3. Insanteri:-Regiment Augsburg. Gefreiter
Joseph Freihofer, Nosenheim, I. rerw. Matthias
Schmid, Sterhanslirchen, gesallen. Alois
Lachamer, Ramerding, gefallen. Karl Eisenreich,
Bad Aibling, schw. rerw. Theodor Mayer,
Truchtlaching, gefallen. Theodor Kuchler, Reitmehring,
schw. verm.
Neserre. Infanterie Regiment Nr. 2. Sanitats-Utffz.
Martin Möckl, Freinhausen, gefallen.
Reserre-Infanterie-Regiment Nr. 13. Anton
Breit, Gräfelfing, gefallen.
Neserre-Insanterie-Negiment Nr. 18. Korbinian
Oehlschuster, Holzhausen, vermißt.
Reserre-Infanterie. Negiment Nr. 21.
Schrag, Psassenhofen, gefallen.
Landwehr-Infanterie Regiment Nr. 1. Vizeseldwebel
Ludwig Köck, Egglkofen, gefallen.
Reserre-Karallerie-Regiment Nr. 1. Gefreiter
Ludwig Heitmeier, Lochhausen, schw. verw. Gefr.
Simon Jotz, Bergkirchen, schw. verw. Ferdinand
Kirner, Fletzen, schw. verw. August Thanner,
Hausham, l. verw.; b. d. Truppe.
Reserre-Fuß- Art.-Reg. Nr. 1. Joseph Wiesböck,
Nußdorf, l. verw.
Berichleben# Nad#chlen.
Vreslau, 18. Okt. Ueber das laum glaubliche
Verhalten einer Kriegerofrau wird aus
Biskupitz in Olerschlesien folgendes berichtet:
Ein im Betriebe des Borsigwerkes beschäftigter
Arbeiter. der eingezogen war, hatte das Unglück,
insolge eines Kopfschusses die Sehkraft
beider Augen zu verlieren. Als er nach seiner
Genesung in Begleitung cines Unteroff#giers der
Familie zugeführt wurde, ist ihm ein unerwarteter
Empfang bereitet worden. Die Frau
lehnte in barschem Tone die Aufnahme des verunglückten
Kriegers ab, obwohl ihr eine auskömmliche
Unterstützung zugesichert war. Sie
wies ihren Ehemann und Vater von zwei Kindern
aus der Wohnung hinaus mit dem Bemerken,
daß sie mit ihm nicht mehr leben werde.
Der Unglückliche ist bis auf weiteres noch im
Reservelazarett der Donnersmarckhütte untergebracht.
Der Frau ist die Kriegsunlerstützung
entzogen worden.
Wien, 19. Okt. Der ungarische Edelmann
v. Szemere erläßt in „Danzers Armee Heitungsolgende
Erklärung: „Um angesichts der Heldentaten
der verbündeten Armeen nicht bei
großen Belobungen — den Volkstribünen gebührenden
„Elien" — und bei Phrasen zu
bleiben, verteile ich nach dem glücklich beendeten
Weltkrieg mein lastenfreies Gut Szulyoraralja,
im ganzen 963 Joch, von denen
191 Joch Ackerboden, 33 Wiesen, 60 Weiden,
684 Wald, 21½ Garten und ein einstöckiges
Herrenhaus, unter ungarischen, österreichischen,
2 und törkischen geolbaten die in den
Feldzügen mitgekämpft haben. Die Auswahl
der Soldaten behalte ich mir vor. Diese wat
sen sich in Szulyovaralja niederlassen und wenn
sie ledig sein sollten, müssen sie heiraten. Diese
kleine Militärkolonie auf Basis der Homesteadgesetze
wird unveräuherlich sein, Gottes Segen
ruhe an ihr — wenn unsere väterlich weise
Regierung ihre Geburt gestattet.“
Hrnchener
München, 19. Okt. Zu der Banknotenfälscheraffäre
ist neuerdings zu melden: Die Polizei
verhaftete den Graveur Ludwig Schmid in
München als Komplizen der Banknotenfälscher-
Karl
VRosenhelmer Angzeigen
gesellschaft. Es ist festgestellt, daß Schmid mit
Hans Winkhler und dem Buchdrucker Glück in
Augsburg auch salsche Ein= und Zweimarlstücke
herstellte. Teils wurden dirse in ,
stätte in München in der Rumfordstrahe vertupsert
und rersilbert, während die Herstellung
des Geldes selbst in der Buchdruckerei von Glürk
in Augoburg gemacht wurde. Die falschen
Geldstücke wurden in Augsburg verausgabt.
Kaufbeuren, 19. Olt. Eine sehr segensreiche
Einrichtung lonnte der Stadtmagistrat Kaufbeuren
durch die Mithilfe opferfreudiger Mtbürger
ins Leben rufen. Ein Betrag von etwa
50000 Mark wurde gesammelt, um damit den
Familien hiesiger Kriegsteilnehmer sowse der
ärmeren Bevölkerung Lebensmittel und Brenn-
materialien zu ermähigten Preisen verabreichen.
zu können. In den letzten Wochen lonnten nun
bereits etwa 100000 Zentner Kartoffeln bester
Qualität zum Preise von 3 Mark per Zentner
algegeben werden, weitere 15000 Zentner uerden
zum gleichen Preis zur späteren Abholung
eingelungert. Ferner wurden 3510000 Zentner Briletts
per Zentner 1 Mark rerabreicht. Das
Mehr des Selbstkostenpreises wird jeweils aus
dem gesammelten Betrage daraufbezahit. Diese
Einrichtung sindet in den Kreisen der Bevölkerung
dankbarste Anerkennung.
Kempten, 19. Okt. Der Stadtmagistrat
ron Kempten und das Bezirksamt Kempten
haben alo Höchstpreise für Milch bestimmt:
18 Pfg. für den Liter beim Verkauf vom Erzeuger
an den Händler, 19 Pfg. beim Verlauf
an den Verbraucher und 22 Pfg. (außerhalb
Kempten 21 Pfg. ins Haus gebracht.
Als Höchsipreise für Butier haben zu gelten:
für Süßrahm= und Tafelbutter (Molkereibutter
1.80 Mk. beim unmittelbaren Verkauf an den
Verbraucher, 1.90 Mk. auf dem Markte und
in den Läden, Sennbutter 1.60 Mk. bezw. 1.70,
Mark, Butterschmalz 1.80 Mark bezw. 1.90
Mark. .
Ucumarkti.O..19.th.Geitcknistder
Landtagsabgeordnete Joseph Weißenfeld (Ztr.,
Hofrat und Bürgermeister der Stadt Neumarkt
i. O., gestorben.
Grenziande.
Kufstein, 19. Olt. Der Kronenkurs ist in
den letzten Tagen wieder besser geworden. Die
Postsparlasse hat den Kurs für die Zahlungen
nach dem Deutschen Reiche auf 138 Kronen für
100) Mk. und nach der Schweiz auf 126 Kronen
für 100 Fres. festgesetzt. Die vorhergehende
Festselzung erfolgte am 8. Oktober für Deuts
land mit 140 und die Schweiz mit 130 Kronen.
Kufstein, 19. Olkt. Die Arbeilen beim Thierseer
Straßenbau schreiten ständig rorwärts. Es
sind namentlich drei Stellen, an denen gegenwärtig
lebhaft gearbeitet wird, und zwar beim
Edschlößl, wo die Straße den Thierberg und
in einer langen Schleise eine Höhe erreicht,
ron welcher sich auf die Stadt und Umgebung
ein reizr oller Blick bietet, dann an der Marblinger-Höhe
und im Thierseetal selbst. Schon
jetzt läßt sich sagen, daß die Straße landschaftlich
sehr schön und sicherlich ein lebhafter neuer
Verkehrsweg mit Bayern werden mird. Wenn
sich außerdem die Baukosten um etwa die Hälfte
niedriger stellen, dann wird der Straßenbau
jedensalls nur mehr Freunde für sich haben.
Den Winter über werden hauptsächlich die Arbeiten
am 100 Meter langen Tunnel auf der
Marblinger-Höhe die gefangenen Russen beschäftigen;
in dieser Zeit werden auch die Vorarbeiten
für die Straße von Thiersee nach
Landl zur Landesgrenze fortgesetzt, woselbst
gleichsalls russische Gefangene tätig sind, um
ron Bayrischzell her den Straßenanschluß nach
Kufstein herzustellen.
Hrutting, 20. Okt. Im Obstgarten des
Herrn Kerer, Ertlbauer in Altstein, Gemeinde
Prutting, steht gegenwärtig ein Obstbaum in
schönster Blüte. Gewiß eine Seltenheit um diese
Jahreszeit.
Bad -Ribling, 19. Okt. Unser Mitbürger,
Bäckermeister Alois Bexr, feiert mit seiner Gemahlin
am Donnerstag, den 21. Oktober, das
Fest der silbernen Hochzeit.
Bads Aibling, 19. Okt. Das von üppigen
Obstbäumen umrahmte, seinen Ursprung in die
ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung zurückführende
Pfarrdorf Berbling besitzt eine alte,
auf 300 Jahre geschätzte Linde, die Berblinger.
Linde. Sie ist Eigentum der Ortsgemeinde.
Vor eiwa 30 Jahren ließ ein gewisser Moosbichler
ein Kruzifir am Baume anbringen, das
ihn jetzt noch schmückt. Es ist vielleicht 14
er, daß die Linde um 100 Mk. ver-Jahreh
kauft werden sollte. Ein Berblinger Bürger
brachte es schließlich vahin, daß der Verkaufnicht
zustande kam. Hente dankt es ihm die
ganze Gemeinde. Die Berblinger Linde (meterhoch
rom Erdboden 3.05 Meter Umfang) ist
ein schönes Naturdenkmal und verdient den
Schutz aller mahgebenden Kreise. Der Nuß-
baum in Göttg, ebenfalls ein seltenes Naterobjekt,
dessen Beseitigung beabsichtigt ist, w#
Schmids Werk-—
kürzlich sogar Gegenstand einer Gerichtsverhandlung.
Bad MUibling, 19. Okt. Wegen Verdachts
der Verleitung zum Mu#ineid in Sachen Binder-Immler
wurde der. Invalide Ludwig Fischer
am Hofberg hier durch die Gendarmerie verhastet
und in das Amtsgerichtsgefängnis eingPeliefert.
Der Untersuchungsrichter am Kgl.
Landgericht Traunstein, war hier wiederholt in
dieser Sache tälig.
Gl#nn# 19. Okt. Auf dem Gut Hermannsterg,
das die Hälfte der im Schloßgut Zinneberg
eingebrachten Ernte an Korn und Grumeet
enthielt und erst ror wenigen Jahren umgebaut
worden war, brach Montagmorgen in
der Houptscheune. Feuer aus, kurz nachdem der
Besitzer Frhr. v. Bsing--Orville den üblichen
Morgenritt durch seine Besitzung gemacht und
nirgends etwas Affälliges bemerkt hatie. Das
Feuer zerstörte in kurzer Zeit die Hauptscheune,
obwohl alle Anwesenden, darunter auch die gesangenen
Franzosen, die sich übrigens stets arbeitsam
und willig gezeigt hatten, eifrig am
Löschen beteiligten. Brandfslistung erscheint
ausgeschlossen; man vermutet vielmehr eine
Selbstentzündung des Grummets oder Kurzschuuß.
Glücklicherweise war die größte Hälfte
des Getreides schon ausgedroschen und anderswo#
untergebracht.
Fischbachau, 19. Okt. Die Nagelung eines
Kreuzes zugunsten der Nationalstiftung für die
Hinterbliebenen der im Krieg Gefallenen hat
die Gemeinde beschlossen. Das Kreuz, das auf
einer weithin sichtbaren Höhe beim Wallfahrtékirchlein
in Birkenstein errichtet wird, wurde
von einem Mitglied des Gemeindeausschusses
gestiftet.
miesbach, 19. Okt. Die freie Handwerkerinnung
Miesbach beschloß, bie März 1916 weitere
Zuschüsse an die Familien der zum Heeresdienst
einberufenen Mitglieder zu leisten.
HBHausham, 19. Olt. GEestern früh um 2
Uhr siel der 28 Jahre alte, ledige Bergmann
Josef Schäuz in schlaftrunkenem Zustand von
dem Ballon seiner im ersten Stock befindlichen
Wohnung so unglücklich mit dem Rücken auf
den Gartenzaun, daß er sich die Spitze der
eisernen Stakele in den Körper sließ. Er hatle
noch die Kraft, sich selbst zu besreien und um
Hilse zu schreien. Von Inwohnern wurde der
Schwerverletzte in die Wohnung und dann in
das Krankenhaus verbracht. Sein Zustand ist
ernst, jedoch nicht hoffnungslos.
##e—
Rosenheim, 20. Oktober.
Auf dem Felde der Ehre gefallen:
Emeran Mayer, Schmiedmeisterssohn aus
Vogtareuth, Reservist im 1. Infanterie-Rgt.;
Josef Fischer aus Bad Aibling, Sohn des
Verkäufers am Zeitungslioek im Bahnhof, Insanterist
in der Maschinengewehr-Kompanie des
16. Res.-Inf.-Rgts.; Josef Schletzbaum, Bauerssohn
zum Kolmberger in Reitham, Res. in
der Maschinengewehr-Kompanie des 15. Inf.
Rgts.; Josef Mooshuber, Bahnagentenssohn
non Matzing (Eisenärzt, Gefr. im 54. Inf.
Rgt., Inhaber des Eisernen Kreuzes; Unteroffizier
Ludwig Hochlechner, Sohn des Gemeinde=
und Polizeidieners in Teisendorf;
Schuhmachermeisterssohn Johann Tradler, Baderssohn
Anton Holzapsel und Dienstknecht
Unterumeberger von Waging; Bauerssohn
Matth. Gruber von Forst bei Waging; Lehrer
Straub ron Obing; Franz Kirchmeier, Lehrer
in Peierstirchen, BA. Mühldorf, Unteroffizier
im 16. Inf.-Rgt.
Beförderung. In der Landwehr 2. Nufgebots
der Pioniere wurde der V#zefeldwebel
Richard Berger (Rosenheim) der Armee-Fernsprech-Abteilung
1 zum Leutnant ohne Patent
in der Reserve befördert.
Auszeichnungen für freiwillige
Krankenpflege. Für 20 jähriges und längeres
Wirken im Interesse des Roten Kreuzes
v#urden mit dem Dienstauszeichnungskreuz für
sreiwillige Krankenpflege ausgezeichnet: Kal.
gegierungsrat und Bezirksamtmann Josef Baur
in Rosenheim, Fabrikdirektor Bruno pisch
in Kolbermoor, Apotheter Max Rieder in Rosenheim,
Priratierswitwe Therese Poschacher in
Tittmoning, Bezirksamtmannsgattin Helene
Schlimbach in Wasserburg a. J., Grenzoberkontrolleursgattin
Marie Steinbeiß in Oberaudorf,
Regierungsrats- und Bezirksamtmannsgattin
Mathilde de Rudder in Miesbach, Privatiere
Therese Bamer in Schliersee.
An der Realschule zu Rosenheim
wurden bei Beginn des Schuljahres rund 100
Schüler neu angemeldet. Der Aufnahmeprüsung
für die erste Klasse haben sich im ganzen
84 Schüler unterzogen.
An der beruflichen Fortbildungs-=schule
zu Rosenheim haben sich alle 13= bis
15 jährigen Lehrlinge der Metallgewerbe sowie
alle Lehrlinge der Holzgewerbe am nächsten
Freitag, früh 7 Uhr, im Realschulgebäude einzusinden.
Am Sonntag, 24. Oktober, früh 8¼
Uhr, haben sich alle 13. bis 15 jährigen fort-
bild lpflichti Knaben im R lbukurh
4% —““ 3
Donnerstag, 21. Gltober 1016
sein wollen, müssen nächsten Sonntag zur Einschreibung
erscheinen.
Das Kollegium der Gemeindebevollmächtigten
hielt heule wieder eine
Sitzung ab, die indessen nur mit knapper Not
beschlußfähig wurde. Beschlossen wurde, die
Lücke in der Baumreihe am Salingarten jetzt
auszufüllen und Bäume aus dem Salingarten
dorkhin zu verpflanzen. Für die Veschassung
von Gasmessern wurden 2500 Mk. bewilligt,
serner 906 Mk. für die Verlegung des Gasrohrstranges
in der Dr. Hesnerstraße. Ueber
die Anträge zugunsten der Kriegsteilnehmer
schloß man sich einstimmig dem Magistratsbeschluß
an, ebenso in der Frage der Abgabe
von Gas an die Bahnstation Rosenheim. Näherer
Bericht folgt.
Der Kartoffelpreis. Gegenüber Gerüchten
in allen Teilen Deutschlands, wonach
eine Erhöhung der Kartoffelgrundpreise bevorstehe,
können wir seststellen, daß die Regierung
nicht daran denkt, die Grundpreise von 2.75
bis 3.50 Mark pro Zentner zu erhöhen. Da
nicht genügend Kartofseln freihändig an den
Markt kommen, so wird die Regierung zwangsweise,
d. h. im Wege der Enleignung, in den
einzelnen Kommunalverbänden die für die
Volksernährung notwendigen Kartoffelbesländsicherstellen.
(Z.) «
Bestandserhebung und Beschlagnahme
von Wetallen. Iun einer gleichzeitig
in den Amteoblättern veröffentlichten Bekanntmachung
des stellvertretenden Gencrallommandos
des 1. Bayer. A.-K. wird darauf hingewiesen,
daß mit dem Ablauf des 16. O klober
1915 die freiwillige Ablieserung der durch die
Bekanntmachungen rom 31. Juli und 24. September
1915 beschlagnahmten Gegenstände wie
Küchen= und Backsiubengeräte usw. beendel in.
Dagegen lönnen die nicht beschlagnahmten Gegenstände
wie beisrielsweise Te:= und Kasfseekannen
ufsw. (und von Haushaltungen auch
Altmetall!, bis auf weileres bei den Abliejerungsstellen
abgeliesert werden.
Wucher. Das stellrertretende Generalkommando
des I1. bayer. A.- K. gibt bekannt: Die
Butter= und Schmalzgroßhandlung (Heorg
Münch in Regensburg hat Moikereien ##n Bezir'
des 1. bayer. A.-K. dadurch zur Umgehung der
Höchstpreise zu verleiten versucht, daß sie ihnen
einen Lieferungsrertrag anbot, der nach Aufsbebung
der gegenwärtigen Höchslpreisverordnung
oder zu Neujahr 1916 in Kraft treien sollte. Sie
erklärte sich bereit, den Molkereien in dicsem
Falle auf Grund einer mündlichen Besprechung
große Vorteile zu bieten und zwar auch für die
selzige Zeit. Wegen dieses gewissenlosen Versuches,
die Milcherzeugnisse zum eigenen Vorteil
auf Kosten der Verbraucher zu verteuern und
auch andere Firmen dazu zu rerleiten, ist die
Staatsanwaltschaft zur Straseinschreilung veranlaßt
worden. .
Die eisernen Fünfpfennigstüd
werden Ende dieses Monats in den Verlehe
kommen. Die Münze in Berlin siellt zunächst
für drei Millionen Mark Fünfpfennigstucke aus
Eisen her; insgesamt hat der Bundesrat die
Ausprägung ron fünf Millionen Mark in eisernen
Fünserln beschlossen. Obwohl die neuen
GCelditücke aus Siemens-Martin-Eisen sind, haben
sie den Vorzug, nicht zu rosten. Die neuen
Münzen unterscheiden sich von den hellen Nickelmünzen
dadurch, daß sie dunkel, stumpf und
leinahe schwarz sind.
Von den falschen Darlehenslassenscheinen,
welche die Augsburger Banlnotenfälscher
angefertigt haben, ist auch in Nosenheim
ein Zweimark-Schein angehalten worden.
Etliche Fälschungsmerkmale sind darauf deutlich
zu erkennen. Vor allem ist der Trockenstempel
in Prägung (Reichsadler! gänzlich mißglückt.
Er ist fast flach, während der Stempel auf
den echten Scheinen hoch geprägt ist; der punktierte
Rand sehlt ganz. Ferner zeichnet sich ver
Druck der Scheine durch eine andere Farbe
aus, endlich sehlt auch das Wasserzeichen. Wir
haben das Falsifikat in unserem Schaufenster
ausgestellt.
Gewerbeverein Rosenheim. Die heutige
Geschäftslage im Handwerk und Gewerbe
ersordert von den interessierten Kreisen ganz besondere
Beachtung. Die einschlägigen Vereinigungen,
wollen sie bas, was die Zeit bringt,
richtig erfassen und für die Jukunft so ausbauen,
daß sie selbst und das von ihnen vertretene Gewerbe
lebenskräftig sich weiter entwickeln, dürfen
nichts unb-#achtet lassen. In dieser Erkenntnis
veranstaltet der Allgem. Gewerbeverein Rosenheim
am nächsten Freitag, den 22. ds. im
Café Wendl eine außerordentliche Generalversammlung,
um der Mitgliedschaft entsprechende
Vorschläge über Ausnützung und Erweiterung
seines Tätigkeitsgebietes zu machen. Nicht nur
um das Baugewerbe allein oder das mit Milikurlieferungen.
bedachte Handwerk handelt es
sich; das gesamte Gewerbe ist an den vorzulegenden
Fragen interessiert. Ueberhaupt wird es die
Zukunft mit sich bringen, daß diejenigen, welche
persönlichen Anteil an den Organisations= und
Korporationsarbeiten nehmen, gegenüber den
Fernstehenden in wesentlichen Vorteil kommen.
Erloschene Seuche. Die Maul= und
Klauenseuche in der Gemeinde Nußdorf ist erloschen.
)
terhin vom Unterricht an Sonntagen befreit
—
-Fosrieo rrb -
20
zietete
unl
zeu
jan
ten
nah