Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

 

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Unmmer  244  "

genüber  Oesterreich-Ungarn  hin.  Für  Preußen
lägen  die  Verhältnisse  ganz  anders,  da  der
Reichskanzler  ohnehin  zugleich  preußischer  Ministerpräsident
  sei.  Ein  anderes  Mitglied  bemerkte,
  daß  die  Struktur  des  Deutschen  Reiches
keine  Sonderpolitik  zulasse.  Rechtsauskunft  erteilten
  auch  die  Reichsrertretungen,  deren  Einfluß
  ungleich  mächtiger  sei.

Der  Minister  des  Aeußeren  sprach  sich  dahin
aus,  daß  die  Tätigkeit  der  Gesandtschaften  allerdings
  nicht  durchaus  unentbehrlich  sei,  daß
man  aber,  nachbem  Bayern  die  Gesandtschaften
habe  und  sie  sich  außerordentlich  wichtig  und
nützlich  erwiesen,  keinen  Grund  habe,  sie  aufzugeben.
  Die  Berichte  der  Gesandten  seien  sehr
wertroll  für  die  Staatsregierung.  Sovweit  die
Berichte  für  die  Reichsleitung  ron  Bedeutung
seien,  würden  sie  von  der  banerischen  Regierung
  sofort  nach  Berlin  weitergegeben.  Die
Vertretungen  Bayerns  und  des  Reiches  arbeiteten
  einträchtig  zusammen,  das  Nebeneinanderbestehen
  zweier  Vertretungen  bringe  manche
Vorteile  mit  sich.  Die  höfische  Repräsentation
entfalle  in  den  meisten  Staaten  fast  vollständig.

Nach  weiterer  Debatte  wurde  der  Antrag
Müller  abgelehnt.  Der  Etat  der  Gesandtschaften
wurde  unverändert  genehmigt,  ebenso  der  Rest
des  allgemeinen  Etats.

die  bauerischen  Berlufslien.
Verlustliste  Nr.  228.

2.  Infanterie-Regiment  München.  Paul
Förg,  Indersdorf,  gefallen.  Franz  Tao.  Wimmer,
  Ensdorf,  schw.  rerw.  Johann  Wimmer,
Oedgassen,  schw.  rerw.

3.  Insanteri:-Regiment  Augsburg.  Gefreiter
Joseph  Freihofer,  Nosenheim,  I.  rerw.  Matthias
  Schmid,  Sterhanslirchen,  gesallen.  Alois
Lachamer,  Ramerding,  gefallen.  Karl  Eisenreich,
Bad  Aibling,  schw.  rerw.  Theodor  Mayer,
Truchtlaching,  gefallen.  Theodor  Kuchler,  Reitmehring,
  schw.  verm.

Neserre.  Infanterie  Regiment  Nr.  2.  Sanitats-Utffz.
  Martin  Möckl,  Freinhausen,  gefallen.


Reserre-Infanterie-Regiment  Nr.  13.  Anton
Breit,  Gräfelfing,  gefallen.
Neserre-Insanterie-Negiment  Nr.  18.  Korbinian
  Oehlschuster,  Holzhausen,  vermißt.

Reserre-Infanterie.  Negiment  Nr.  21.
Schrag,  Psassenhofen,  gefallen.
Landwehr-Infanterie  Regiment  Nr.  1.  Vizeseldwebel
  Ludwig  Köck,  Egglkofen,  gefallen.

Reserre-Karallerie-Regiment  Nr.  1.  Gefreiter
Ludwig  Heitmeier,  Lochhausen,  schw.  verw.  Gefr.
Simon  Jotz,  Bergkirchen,  schw.  verw.  Ferdinand
Kirner,  Fletzen,  schw.  verw.  August  Thanner,
Hausham,  l.  verw.;  b.  d.  Truppe.

Reserre-Fuß-  Art.-Reg.  Nr.  1.  Joseph  Wiesböck,
  Nußdorf,  l.  verw.

Berichleben#  Nad#chlen.

Vreslau,  18.  Okt.  Ueber  das  laum  glaubliche
  Verhalten  einer  Kriegerofrau  wird  aus
Biskupitz  in  Olerschlesien  folgendes  berichtet:
Ein  im  Betriebe  des  Borsigwerkes  beschäftigter
Arbeiter.  der  eingezogen  war,  hatte  das  Unglück,
  insolge  eines  Kopfschusses  die  Sehkraft
beider  Augen  zu  verlieren.  Als  er  nach  seiner
Genesung  in  Begleitung  cines  Unteroff#giers  der
Familie  zugeführt  wurde,  ist  ihm  ein  unerwarteter
  Empfang  bereitet  worden.  Die  Frau
lehnte  in  barschem  Tone  die  Aufnahme  des  verunglückten
  Kriegers  ab,  obwohl  ihr  eine  auskömmliche
  Unterstützung  zugesichert  war.  Sie
wies  ihren  Ehemann  und  Vater  von  zwei  Kindern
  aus  der  Wohnung  hinaus  mit  dem  Bemerken,
  daß  sie  mit  ihm  nicht  mehr  leben  werde.
Der  Unglückliche  ist  bis  auf  weiteres  noch  im
Reservelazarett  der  Donnersmarckhütte  untergebracht.
  Der  Frau  ist  die  Kriegsunlerstützung
entzogen  worden.

Wien,  19.  Okt.  Der  ungarische  Edelmann
v.  Szemere  erläßt  in  „Danzers  Armee  Heitungsolgende
  Erklärung:  „Um  angesichts  der  Heldentaten
  der  verbündeten  Armeen  nicht  bei
großen  Belobungen  —  den  Volkstribünen  gebührenden
  „Elien"  —  und  bei  Phrasen  zu
bleiben,  verteile  ich  nach  dem  glücklich  beendeten
  Weltkrieg  mein  lastenfreies  Gut  Szulyoraralja,
  im  ganzen  963  Joch,  von  denen
191  Joch  Ackerboden,  33  Wiesen,  60  Weiden,
684  Wald,  21½  Garten  und  ein  einstöckiges
Herrenhaus,  unter  ungarischen,  österreichischen,
2  und  törkischen  geolbaten  die  in  den
Feldzügen  mitgekämpft  haben.  Die  Auswahl
der  Soldaten  behalte  ich  mir  vor.  Diese  wat
sen  sich  in  Szulyovaralja  niederlassen  und  wenn
sie  ledig  sein  sollten,  müssen  sie  heiraten.  Diese
kleine  Militärkolonie  auf  Basis  der  Homesteadgesetze
  wird  unveräuherlich  sein,  Gottes  Segen
  ruhe  an  ihr  —  wenn  unsere  väterlich  weise
Regierung  ihre  Geburt  gestattet.“

Hrnchener

München,  19.  Okt.  Zu  der  Banknotenfälscheraffäre
  ist  neuerdings  zu  melden:  Die  Polizei
verhaftete  den  Graveur  Ludwig  Schmid  in
München  als  Komplizen  der  Banknotenfälscher- 



Karl

 

 

VRosenhelmer  Angzeigen

gesellschaft.  Es  ist  festgestellt,  daß  Schmid  mit
Hans  Winkhler  und  dem  Buchdrucker  Glück  in
Augsburg  auch  salsche  Ein=  und  Zweimarlstücke
herstellte.  Teils  wurden  dirse  in  ,
stätte  in  München  in  der  Rumfordstrahe  vertupsert
  und  rersilbert,  während  die  Herstellung
des  Geldes  selbst  in  der  Buchdruckerei  von  Glürk
in  Augoburg  gemacht  wurde.  Die  falschen
Geldstücke  wurden  in  Augsburg  verausgabt.

Kaufbeuren,  19.  Olt.  Eine  sehr  segensreiche
Einrichtung  lonnte  der  Stadtmagistrat  Kaufbeuren
  durch  die  Mithilfe  opferfreudiger  Mtbürger
  ins  Leben  rufen.  Ein  Betrag  von  etwa
50000  Mark  wurde  gesammelt,  um  damit  den
Familien  hiesiger  Kriegsteilnehmer  sowse  der
ärmeren  Bevölkerung  Lebensmittel  und  Brenn- 



materialien  zu  ermähigten  Preisen  verabreichen.

zu  können.  In  den  letzten  Wochen  lonnten  nun
bereits  etwa  100000  Zentner  Kartoffeln  bester
Qualität  zum  Preise  von  3  Mark  per  Zentner
algegeben  werden,  weitere  15000  Zentner  uerden
  zum  gleichen  Preis  zur  späteren  Abholung
eingelungert.  Ferner  wurden  3510000  Zentner  Briletts
  per  Zentner  1  Mark  rerabreicht.  Das
Mehr  des  Selbstkostenpreises  wird  jeweils  aus
dem  gesammelten  Betrage  daraufbezahit.  Diese
Einrichtung  sindet  in  den  Kreisen  der  Bevölkerung
  dankbarste  Anerkennung.

Kempten,  19.  Okt.  Der  Stadtmagistrat
ron  Kempten  und  das  Bezirksamt  Kempten
haben  alo  Höchstpreise  für  Milch  bestimmt:
18  Pfg.  für  den  Liter  beim  Verkauf  vom  Erzeuger
  an  den  Händler,  19  Pfg.  beim  Verlauf
  an  den  Verbraucher  und  22  Pfg.  (außerhalb
  Kempten  21  Pfg.  ins  Haus  gebracht.
Als  Höchsipreise  für  Butier  haben  zu  gelten:
für  Süßrahm=  und  Tafelbutter  (Molkereibutter
1.80  Mk.  beim  unmittelbaren  Verkauf  an  den
Verbraucher,  1.90  Mk.  auf  dem  Markte  und
in  den  Läden,  Sennbutter  1.60  Mk.  bezw.  1.70,
Mark,  Butterschmalz  1.80  Mark  bezw.  1.90
Mark.  .

Ucumarkti.O..19.th.Geitcknistder
Landtagsabgeordnete  Joseph  Weißenfeld  (Ztr.,
Hofrat  und  Bürgermeister  der  Stadt  Neumarkt
i.  O.,  gestorben.

Grenziande.

Kufstein,  19.  Olt.  Der  Kronenkurs  ist  in
den  letzten  Tagen  wieder  besser  geworden.  Die
Postsparlasse  hat  den  Kurs  für  die  Zahlungen
nach  dem  Deutschen  Reiche  auf  138  Kronen  für
100)  Mk.  und  nach  der  Schweiz  auf  126  Kronen
für  100  Fres.  festgesetzt.  Die  vorhergehende
Festselzung  erfolgte  am  8.  Oktober  für  Deuts
land  mit  140  und  die  Schweiz  mit  130  Kronen.

Kufstein,  19.  Olkt.  Die  Arbeilen  beim  Thierseer
  Straßenbau  schreiten  ständig  rorwärts.  Es
sind  namentlich  drei  Stellen,  an  denen  gegenwärtig
  lebhaft  gearbeitet  wird,  und  zwar  beim
Edschlößl,  wo  die  Straße  den  Thierberg  und
in  einer  langen  Schleise  eine  Höhe  erreicht,
ron  welcher  sich  auf  die  Stadt  und  Umgebung
ein  reizr  oller  Blick  bietet,  dann  an  der  Marblinger-Höhe
  und  im  Thierseetal  selbst.  Schon
jetzt  läßt  sich  sagen,  daß  die  Straße  landschaftlich
  sehr  schön  und  sicherlich  ein  lebhafter  neuer
Verkehrsweg  mit  Bayern  werden  mird.  Wenn
sich  außerdem  die  Baukosten  um  etwa  die  Hälfte
niedriger  stellen,  dann  wird  der  Straßenbau
jedensalls  nur  mehr  Freunde  für  sich  haben.
Den  Winter  über  werden  hauptsächlich  die  Arbeiten
  am  100  Meter  langen  Tunnel  auf  der
Marblinger-Höhe  die  gefangenen  Russen  beschäftigen;
  in  dieser  Zeit  werden  auch  die  Vorarbeiten
  für  die  Straße  von  Thiersee  nach

 

Landl  zur  Landesgrenze  fortgesetzt,  woselbst
gleichsalls  russische  Gefangene  tätig  sind,  um

ron  Bayrischzell  her  den  Straßenanschluß  nach
Kufstein  herzustellen.

 

Hrutting,  20.  Okt.  Im  Obstgarten  des

Herrn  Kerer,  Ertlbauer  in  Altstein,  Gemeinde
Prutting,  steht  gegenwärtig  ein  Obstbaum  in
schönster  Blüte.  Gewiß  eine  Seltenheit  um  diese
Jahreszeit.

Bad  -Ribling,  19.  Okt.  Unser  Mitbürger,
Bäckermeister  Alois  Bexr,  feiert  mit  seiner  Gemahlin

  am  Donnerstag,  den  21.  Oktober,  das

Fest  der  silbernen  Hochzeit.
Bads  Aibling,  19.  Okt.  Das  von  üppigen
Obstbäumen  umrahmte,  seinen  Ursprung  in  die

ersten  Jahrhunderte  unserer  Zeitrechnung  zurückführende

  Pfarrdorf  Berbling  besitzt  eine  alte,

auf  300  Jahre  geschätzte  Linde,  die  Berblinger.

Linde.  Sie  ist  Eigentum  der  Ortsgemeinde.
Vor  eiwa  30  Jahren  ließ  ein  gewisser  Moosbichler
  ein  Kruzifir  am  Baume  anbringen,  das

ihn  jetzt  noch  schmückt.  Es  ist  vielleicht  14
er,  daß  die  Linde  um  100  Mk.  ver-Jahreh



kauft  werden  sollte.  Ein  Berblinger  Bürger

brachte  es  schließlich  vahin,  daß  der  Verkaufnicht

  zustande  kam.  Hente  dankt  es  ihm  die
ganze  Gemeinde.  Die  Berblinger  Linde  (meterhoch
  rom  Erdboden  3.05  Meter  Umfang)  ist
ein  schönes  Naturdenkmal  und  verdient  den
Schutz  aller  mahgebenden  Kreise.  Der  Nuß- 



baum  in  Göttg,  ebenfalls  ein  seltenes  Naterobjekt,
  dessen  Beseitigung  beabsichtigt  ist,  w#

Schmids  Werk-—


kürzlich  sogar  Gegenstand  einer  Gerichtsverhandlung.


Bad  MUibling,  19.  Okt.  Wegen  Verdachts
der  Verleitung  zum  Mu#ineid  in  Sachen  Binder-Immler
  wurde  der.  Invalide  Ludwig  Fischer
am  Hofberg  hier  durch  die  Gendarmerie  verhastet
  und  in  das  Amtsgerichtsgefängnis  eingPeliefert.
  Der  Untersuchungsrichter  am  Kgl.
Landgericht  Traunstein,  war  hier  wiederholt  in
dieser  Sache  tälig.

Gl#nn#  19.  Okt.  Auf  dem  Gut  Hermannsterg,
  das  die  Hälfte  der  im  Schloßgut  Zinneberg
  eingebrachten  Ernte  an  Korn  und  Grumeet
  enthielt  und  erst  ror  wenigen  Jahren  umgebaut
  worden  war,  brach  Montagmorgen  in
der  Houptscheune.  Feuer  aus,  kurz  nachdem  der
Besitzer  Frhr.  v.  Bsing--Orville  den  üblichen
Morgenritt  durch  seine  Besitzung  gemacht  und
nirgends  etwas  Affälliges  bemerkt  hatie.  Das
Feuer  zerstörte  in  kurzer  Zeit  die  Hauptscheune,
obwohl  alle  Anwesenden,  darunter  auch  die  gesangenen
  Franzosen,  die  sich  übrigens  stets  arbeitsam
  und  willig  gezeigt  hatten,  eifrig  am
Löschen  beteiligten.  Brandfslistung  erscheint
ausgeschlossen;  man  vermutet  vielmehr  eine
Selbstentzündung  des  Grummets  oder  Kurzschuuß.
  Glücklicherweise  war  die  größte  Hälfte
des  Getreides  schon  ausgedroschen  und  anderswo#
untergebracht.

Fischbachau,  19.  Okt.  Die  Nagelung  eines
Kreuzes  zugunsten  der  Nationalstiftung  für  die
Hinterbliebenen  der  im  Krieg  Gefallenen  hat
die  Gemeinde  beschlossen.  Das  Kreuz,  das  auf
einer  weithin  sichtbaren  Höhe  beim  Wallfahrtékirchlein
  in  Birkenstein  errichtet  wird,  wurde
von  einem  Mitglied  des  Gemeindeausschusses
gestiftet.

miesbach,  19.  Okt.  Die  freie  Handwerkerinnung
  Miesbach  beschloß,  bie  März  1916  weitere
  Zuschüsse  an  die  Familien  der  zum  Heeresdienst
  einberufenen  Mitglieder  zu  leisten.

HBHausham,  19.  Olt.  GEestern  früh  um  2
Uhr  siel  der  28  Jahre  alte,  ledige  Bergmann
Josef  Schäuz  in  schlaftrunkenem  Zustand  von
dem  Ballon  seiner  im  ersten  Stock  befindlichen
Wohnung  so  unglücklich  mit  dem  Rücken  auf
den  Gartenzaun,  daß  er  sich  die  Spitze  der
eisernen  Stakele  in  den  Körper  sließ.  Er  hatle
noch  die  Kraft,  sich  selbst  zu  besreien  und  um
Hilse  zu  schreien.  Von  Inwohnern  wurde  der
Schwerverletzte  in  die  Wohnung  und  dann  in
das  Krankenhaus  verbracht.  Sein  Zustand  ist
ernst,  jedoch  nicht  hoffnungslos.

 

##e—
Rosenheim,  20.  Oktober.

Auf  dem  Felde  der  Ehre  gefallen:
Emeran  Mayer,  Schmiedmeisterssohn  aus
Vogtareuth,  Reservist  im  1.  Infanterie-Rgt.;
Josef  Fischer  aus  Bad  Aibling,  Sohn  des
Verkäufers  am  Zeitungslioek  im  Bahnhof,  Insanterist
  in  der  Maschinengewehr-Kompanie  des
16.  Res.-Inf.-Rgts.;  Josef  Schletzbaum,  Bauerssohn
  zum  Kolmberger  in  Reitham,  Res.  in
der  Maschinengewehr-Kompanie  des  15.  Inf.
Rgts.;  Josef  Mooshuber,  Bahnagentenssohn
non  Matzing  (Eisenärzt,  Gefr.  im  54.  Inf.
Rgt.,  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes;  Unteroffizier
  Ludwig  Hochlechner,  Sohn  des  Gemeinde=
  und  Polizeidieners  in  Teisendorf;
Schuhmachermeisterssohn  Johann  Tradler,  Baderssohn
  Anton  Holzapsel  und  Dienstknecht
Unterumeberger  von  Waging;  Bauerssohn
Matth.  Gruber  von  Forst  bei  Waging;  Lehrer
Straub  ron  Obing;  Franz  Kirchmeier,  Lehrer
in  Peierstirchen,  BA.  Mühldorf,  Unteroffizier
im  16.  Inf.-Rgt.

Beförderung.  In  der  Landwehr  2.  Nufgebots
  der  Pioniere  wurde  der  V#zefeldwebel
Richard  Berger  (Rosenheim)  der  Armee-Fernsprech-Abteilung
  1  zum  Leutnant  ohne  Patent
in  der  Reserve  befördert.

Auszeichnungen  für  freiwillige
Krankenpflege.  Für  20  jähriges  und  längeres
  Wirken  im  Interesse  des  Roten  Kreuzes
v#urden  mit  dem  Dienstauszeichnungskreuz  für
sreiwillige  Krankenpflege  ausgezeichnet:  Kal.
gegierungsrat  und  Bezirksamtmann  Josef  Baur
in  Rosenheim,  Fabrikdirektor  Bruno  pisch
in  Kolbermoor,  Apotheter  Max  Rieder  in  Rosenheim,
  Priratierswitwe  Therese  Poschacher  in
Tittmoning,  Bezirksamtmannsgattin  Helene
Schlimbach  in  Wasserburg  a.  J.,  Grenzoberkontrolleursgattin
  Marie  Steinbeiß  in  Oberaudorf,
  Regierungsrats-  und  Bezirksamtmannsgattin
  Mathilde  de  Rudder  in  Miesbach,  Privatiere
  Therese  Bamer  in  Schliersee.

An  der  Realschule  zu  Rosenheim
wurden  bei  Beginn  des  Schuljahres  rund  100
Schüler  neu  angemeldet.  Der  Aufnahmeprüsung
  für  die  erste  Klasse  haben  sich  im  ganzen
84  Schüler  unterzogen.

An  der  beruflichen  Fortbildungs-=schule
  zu  Rosenheim  haben  sich  alle  13=  bis
15  jährigen  Lehrlinge  der  Metallgewerbe  sowie
alle  Lehrlinge  der  Holzgewerbe  am  nächsten
Freitag,  früh  7  Uhr,  im  Realschulgebäude  einzusinden.
  Am  Sonntag,  24.  Oktober,  früh  8¼
Uhr,  haben  sich  alle  13.  bis  15  jährigen  fort- 



bild  lpflichti  Knaben  im  R  lbukurh
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Donnerstag,  21.  Gltober  1016

sein  wollen,  müssen  nächsten  Sonntag  zur  Einschreibung
  erscheinen.

Das  Kollegium  der  Gemeindebevollmächtigten
  hielt  heule  wieder  eine
Sitzung  ab,  die  indessen  nur  mit  knapper  Not
beschlußfähig  wurde.  Beschlossen  wurde,  die
Lücke  in  der  Baumreihe  am  Salingarten  jetzt
auszufüllen  und  Bäume  aus  dem  Salingarten
dorkhin  zu  verpflanzen.  Für  die  Veschassung
von  Gasmessern  wurden  2500  Mk.  bewilligt,
serner  906  Mk.  für  die  Verlegung  des  Gasrohrstranges
  in  der  Dr.  Hesnerstraße.  Ueber
die  Anträge  zugunsten  der  Kriegsteilnehmer
schloß  man  sich  einstimmig  dem  Magistratsbeschluß
  an,  ebenso  in  der  Frage  der  Abgabe
von  Gas  an  die  Bahnstation  Rosenheim.  Näherer
  Bericht  folgt.

Der  Kartoffelpreis.  Gegenüber  Gerüchten
  in  allen  Teilen  Deutschlands,  wonach
eine  Erhöhung  der  Kartoffelgrundpreise  bevorstehe,
  können  wir  seststellen,  daß  die  Regierung
nicht  daran  denkt,  die  Grundpreise  von  2.75
bis  3.50  Mark  pro  Zentner  zu  erhöhen.  Da
nicht  genügend  Kartofseln  freihändig  an  den
Markt  kommen,  so  wird  die  Regierung  zwangsweise,
  d.  h.  im  Wege  der  Enleignung,  in  den
einzelnen  Kommunalverbänden  die  für  die
Volksernährung  notwendigen  Kartoffelbesländsicherstellen.
  (Z.)  «

Bestandserhebung  und  Beschlagnahme
  von  Wetallen.  Iun  einer  gleichzeitig
  in  den  Amteoblättern  veröffentlichten  Bekanntmachung
  des  stellvertretenden  Gencrallommandos
  des  1.  Bayer.  A.-K.  wird  darauf  hingewiesen,
  daß  mit  dem  Ablauf  des  16.  O  klober
1915  die  freiwillige  Ablieserung  der  durch  die
Bekanntmachungen  rom  31.  Juli  und  24.  September
  1915  beschlagnahmten  Gegenstände  wie
Küchen=  und  Backsiubengeräte  usw.  beendel  in.
Dagegen  lönnen  die  nicht  beschlagnahmten  Gegenstände
  wie  beisrielsweise  Te:=  und  Kasfseekannen
  ufsw.  (und  von  Haushaltungen  auch
Altmetall!,  bis  auf  weileres  bei  den  Abliejerungsstellen
  abgeliesert  werden.

Wucher.  Das  stellrertretende  Generalkommando
  des  I1.  bayer.  A.-  K.  gibt  bekannt:  Die
Butter=  und  Schmalzgroßhandlung  (Heorg
Münch  in  Regensburg  hat  Moikereien  ##n  Bezir'
des  1.  bayer.  A.-K.  dadurch  zur  Umgehung  der
Höchstpreise  zu  verleiten  versucht,  daß  sie  ihnen
einen  Lieferungsrertrag  anbot,  der  nach  Aufsbebung
  der  gegenwärtigen  Höchslpreisverordnung
oder  zu  Neujahr  1916  in  Kraft  treien  sollte.  Sie
erklärte  sich  bereit,  den  Molkereien  in  dicsem
Falle  auf  Grund  einer  mündlichen  Besprechung
große  Vorteile  zu  bieten  und  zwar  auch  für  die
selzige  Zeit.  Wegen  dieses  gewissenlosen  Versuches,
  die  Milcherzeugnisse  zum  eigenen  Vorteil
auf  Kosten  der  Verbraucher  zu  verteuern  und
auch  andere  Firmen  dazu  zu  rerleiten,  ist  die
Staatsanwaltschaft  zur  Straseinschreilung  veranlaßt
  worden.  .

Die  eisernen  Fünfpfennigstüd
werden  Ende  dieses  Monats  in  den  Verlehe
kommen.  Die  Münze  in  Berlin  siellt  zunächst
für  drei  Millionen  Mark  Fünfpfennigstucke  aus
Eisen  her;  insgesamt  hat  der  Bundesrat  die
Ausprägung  ron  fünf  Millionen  Mark  in  eisernen
  Fünserln  beschlossen.  Obwohl  die  neuen
GCelditücke  aus  Siemens-Martin-Eisen  sind,  haben
  sie  den  Vorzug,  nicht  zu  rosten.  Die  neuen
Münzen  unterscheiden  sich  von  den  hellen  Nickelmünzen
  dadurch,  daß  sie  dunkel,  stumpf  und
leinahe  schwarz  sind.

Von  den  falschen  Darlehenslassenscheinen,
  welche  die  Augsburger  Banlnotenfälscher
  angefertigt  haben,  ist  auch  in  Nosenheim
  ein  Zweimark-Schein  angehalten  worden.
Etliche  Fälschungsmerkmale  sind  darauf  deutlich
zu  erkennen.  Vor  allem  ist  der  Trockenstempel
in  Prägung  (Reichsadler!  gänzlich  mißglückt.
Er  ist  fast  flach,  während  der  Stempel  auf
den  echten  Scheinen  hoch  geprägt  ist;  der  punktierte
  Rand  sehlt  ganz.  Ferner  zeichnet  sich  ver
Druck  der  Scheine  durch  eine  andere  Farbe
aus,  endlich  sehlt  auch  das  Wasserzeichen.  Wir
haben  das  Falsifikat  in  unserem  Schaufenster
ausgestellt.

Gewerbeverein  Rosenheim.  Die  heutige
  Geschäftslage  im  Handwerk  und  Gewerbe
ersordert  von  den  interessierten  Kreisen  ganz  besondere
  Beachtung.  Die  einschlägigen  Vereinigungen,
  wollen  sie  bas,  was  die  Zeit  bringt,
richtig  erfassen  und  für  die  Jukunft  so  ausbauen,
daß  sie  selbst  und  das  von  ihnen  vertretene  Gewerbe
  lebenskräftig  sich  weiter  entwickeln,  dürfen
  nichts  unb-#achtet  lassen.  In  dieser  Erkenntnis
  veranstaltet  der  Allgem.  Gewerbeverein  Rosenheim
  am  nächsten  Freitag,  den  22.  ds.  im
Café  Wendl  eine  außerordentliche  Generalversammlung,
  um  der  Mitgliedschaft  entsprechende
Vorschläge  über  Ausnützung  und  Erweiterung
seines  Tätigkeitsgebietes  zu  machen.  Nicht  nur
um  das  Baugewerbe  allein  oder  das  mit  Milikurlieferungen.
  bedachte  Handwerk  handelt  es
sich;  das  gesamte  Gewerbe  ist  an  den  vorzulegenden
  Fragen  interessiert.  Ueberhaupt  wird  es  die
Zukunft  mit  sich  bringen,  daß  diejenigen,  welche
persönlichen  Anteil  an  den  Organisations=  und
Korporationsarbeiten  nehmen,  gegenüber  den
Fernstehenden  in  wesentlichen  Vorteil  kommen.

 

Erloschene  Seuche.  Die  Maul=  und
Klauenseuche  in  der  Gemeinde  Nußdorf  ist  erloschen.


)
terhin  vom  Unterricht  an  Sonntagen  befreit

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