Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

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üppigstes  Grün  gekleidet  sind,  bilden  eine  einzige  große  Kokospflanzung.
Auf  der  Gazellen-Halbinsel  gedeihen  Baumwolle  und  Tabak.

Die  hier  heimischen  Papuas  sind  durchschnittlich  mittelgroß,  nur
auf  Neu-Mecklenburg  von  hohem  Wuchse.  Ihre  Kleidung  ist  die  allerdürftigste.
  Männer  und  Frauen  tätowieren  und  bemalen  sich  mit  den  ver—
schiedensten  Figuren.  Nasenflügel  und  Nasenknorpel  werden  von  ihnen
durchbohrt,  jene  mit  dem  Federkiel  vom  Kasuar,  diese  auf  jeder  Seite
mit  abstehenden  Dornen  oder  Hölzern  verziert.  Auch  auf  ihren  Waffen,
die  aus  Keulen,  Schleudern  und  harten  Speeren  bestehen,  bringen  sie
allerhand  Verzierungen  an.  Ihre  Hütten  bestehen  aus  Stangen  und
Palmblättern,  ihre  Nahrung  hauptsächlich  aus  Taro,  der  äußerst  nahrhaften
  Wurzelknolle  einer  Staude,  oder  aus  Sago,  dem  Mark  der  Sagopalme.
  Auch  genießen  sie  Kokosnüsse,  die  Frucht  des  Brotfruchtbaums,
Melonen,  Mandeln,  eine  Kohlart,  Hühner,  wilde  Tauben,  Schildkröten
und  Fische.

Angebaut  werden  Yams,  Kokospalmen  und  Zuckerrohr.  Deutsche
Handelshäuser  haben  auf  der  Gazellen  -Halbinsel  Baumwolle=  und
Kaffeepflanzungen  angelegt.  An  den  Küsten  herrscht  ein  lebhafter
Handel.  Alle  Tage  werden  Märkte  abgehalten.  An  Stelle  des  Geldes
gebraucht  man  an  lange  Schnüre  gereihte  Muscheln,  die  nach  der  Länge
des  Armes  gemessen  werden,  auch  geschliffene  Muschelplättchen  und  Perlen.

Seit  die  Inseln  unter  deutscher  Schutzherrschaft  stehen,  sind  diesen
Melanesen,  die  im  Geruch  des  Kannibalismus  stehen,  Europäer  nicht  zum
Opfer  gefallen,  ja  sie  werden  von  den  Eingeborenen  sogar  recht  freundlich
aufgenommen.  Die  eigenen  Toten  werden  mit  großem  Gepränge  in  der
Nähe  der  Hütten  begraben.  Die  Schädel  älterer  Personen  gräbt  man
nach  einiger  Zeit  wieder  aus  und  trägt  sie  als  Halsschmuck.  Eine
merkwürdige  Sitte  ist  der  Umzug  der  Duk-Duk-Leute.  Diese  Leute  tragen
schreckliche  Masken  und  sind  bis  an  die  Knie  mit  Laubkränzen  bedeckt.
Acht  Tage  lang  ziehen  sie  gewöhnlich  tanzend  von  Haus  zu  Haus.
Verliert  einer  während  des  Tanzes  die  Maske,  so  wird  er  getötet;  andererseits
  üben  sie  aber  eine  Art  Femgericht  und  können  Verklagte  straflos
  töten.

Englische  Missionare  haben  hier  fünfzehn  Kirchen  und  vierzig  Schulen,
und  französische  zwei  Kirchen  und  zwei  Schulen  errichtet,  denen  es  an
Zuspruch  nicht  fehlt.  In  nicht  zu  langer  Zeit  werden  christliche  Sitten
an  die  Stelle  der  barbarischen  Gebräuche  treten.