Full text : Das Buch von unsern Kolonien.

—  92  —

bunten  Farben  spielen.  Die  rotköpfige  Eidechse,  riesige  Fledermäuse,
Eichhörnchen,  Honigsauger,  die  Kolibris  der  Alten  Welt,  farbenprächtige
Schmetterlinge  und  gelbe  Webervögel  vervollständigen  dieses  lärmende
und  bunte  durcheinanderschwirrende  Gesamtbild.

Überall  aber  bis  weit  hinein  sehen  wir  das  mächtige  Felsentor  des
Kamerungebirges  und  der  Insel  Fernando  Po.

Die  in  Togo  begehrte  Kolanuß,  der  Kaffeebaum  wachsen  hier  wild.
Der  eigentliche  Dorfbaum  ist  die  Banane,  wohl  von  allen  Nährpflanzen
die  ertragreichste.  Sie  bedarf  keiner  Pflege  und  übertrifft  dennoch,  nach
der  Grundfläche  berechnet,  die  Kartoffel  40=  und  den  Weizen  130  fach.
Ihre  oft  zentnerschweren  Trauben  mit  nahe  an  200  Früchten,  die  wie
kantige  Gurken  aussehen  und  ein  nahrhaftes,  süßes  und  duftiges  Mehl
enthalten,  sind  auch  in  Europa  schon  bekannt  genug.  Die  Banane  bildet
ganze  Wälder.  Sie  ist  einjährig,  sendet  aber  aus  derselben  Knolle
dreimal  jährlich  neue  baumartige  Stauden.  Mit  Recht  heißt  sie  die
paradiesische:  Musa  paradisiaca.  Auch  der  Saft,  die  Stengel,  das  Holz
sind  verwertbar.  Sie  liefert  eine  Art  von  Manilahanf.  Ihr  zur  Seite
steht  die  Olpalme,  die  hier  ebenso  wie  die  Reispalme  gedeiht.  Sie  trägt
bis  800  Früchte  in  einer  Traube  und  überall  im  Inlande  werden
große  Bestände  entdeckt.

Angebaut  werden  Mais,  Bataten,  Maniok,  Yams,  Kakao,  Erdnüsse,
Ananas,  Zichorien,  Orangen,  Mango,  Papawa.  Diese  und  andere
Früchte  werden  in  Massen  zu  Markte  gebracht.  Tabak  wird  zurzeit  im
Schutzgebiet  selbst  verbraucht,  auch  die  Ausfuhr  von  Kaffee  hat  ziemlich
aufgehört.  Ingwer,  Vanille,  Zimmet  und  Baumwolle  sind  von  den
deutschen  Plantagen-Unternehmern  eingeführt  worden,  und  ihr  Anbau
lohnt  zum  Teil  in  überraschender  Weise.  Ebenso  wird  der  an  20  m  hohe
Guttaperchabaum,  der  den  Gummi  oder  Kautschuk  liefert  und  der  Ausrottung
  zu  verfallen  droht,  jetzt  regelrecht  angebaut.  Somit  ist  denn
dieser  Kolonie  der  Stempel  der  Plantagenwirtschaft  ausgedrückt,  und
Gebiete  so  groß  wie  ganz  Bayern  sind  nach  langen  Verhandlungen  an
große  Kompagnien,  die  Nordwest-Kamerun-,  die  Süd-Kamerun-,  die
Kamerun-Hinterland-Gesellschaft,  ferner  an  die  Deutsch-Ostafrikanische
Handelsgesellschaft  zur  Aufschließung  und  Bewirtschaftung  überlassen
worden.  Deren  Konzessionen  sind  aber  zum  Teil  einer  nachträglichen
Revision  unterworfen  worden.

Unter  den  Eingeborenen  des  Küstengebiets  sind  die  Duala  das