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herrschende Geschlecht. Es sind große schöne Leute. Sie gehören zu
dem großen Stamme der Bantuneger und sind hier um 1706 als
Fischervolk eingedrungen. Es wird ihnen nicht viel Gutes nachgesagt.
Rach= und Raubsucht sollen ihre hervorstechendsten Eigenschaften sein.
Ihr Bemühen ging dahin, den Handel völlig zu monopolisieren. Jedoch
ihre ofsenbare Lernbegierde, die sich durch den starken Zudrang zu den
Regierungs= und Missionsschulen bekundet, läßt uns besser von ihnen
denken und Besseres von ihnen hoffen, als sie ihren neuen Gebietern bisher
geboten haben. Nichts lernt sich schwerer als gehorchen, wo man befohlen hat.
Schon im 15. Jahrhundert faßten Portugiesen hier festen Fuß, da
die noch heute vergleichsweise sehr großen Elefantenherden der Urwaldregion
eine ergiebige Ausbeute an Elfenbein boten. Die Hauptrolle spielt
aber das Ol. Hießen doch die hier mündenden Ströme früher geradezu
die Olflüsse. Die Portugiesen nannten das Gebiet das Hochland des
Amboses. „Eine Erfrischung für den Seemann“ nennt es Dapper
(Amsterdam, 1670). Auch die Holländer, namentlich aber die Engländer
nisteten sich hier ein und trieben von ihren Hulks, im Strom verankerten
alten Schiffen, aus einen regen Tauschhandel. Alte Uniformen, Messingringe,
Messer, Baumwollenzeuge reizen die Begehrlichkeit der Naturkinder.
Für billige Zierate, Perlen, Spiegel und Schnaps gaben die
Neger ihre Schätze willig her. Der sogenannte Negerrum ist das schädlichste
aller Gifte. Es hat nichts so verderbenbringend auf diese Bevölkerung
gewirkt wie die Bekanntschaft mit dem Alkohol, und wirklich
nennt denn auch Hugo Zöller vor etwa zwanzig Jahren insbesondere
die Bewohner des englischen Hafens Viktoria die faulste und heuchlerischste
Sippe, die es gäbe. Noch mehr gilt dies von dem nahen Bimbia.
Hieraus erklärt sich zum Teil die Möglichkeit jener Wirren, die
unter dem Regiment unerfahrener Bureaukraten entstanden, aus denen
aber das Bild der aufopferungsvollen Krankenpflegerin, der Schwester
Anna Margarete Hesse, geb. Leue, um so versöhnender hervorleuchtet.
Diese Dame starb am 24. Juni 1906 zu Werder a. H.
Aber die Natur dieses Gebirgslandes ist so gewaltig, daß dies hier
wohnende Volk immer wieder aus ihrem Jungbrunnen neue Kräfte
schöpfen kann.
Auch die Missionare haben der Verderbnis tapfer entgegengearbeitet.
Sie sind seit 1840 hier tätig. Und zwar waren es englische Baptisten
unter Saker, die durch die Spanier von Fernando Po vertrieben, die