Metadata : Das Buch von unsern Kolonien.

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Station  Viktoria,  und  fpäter  auch  dort  vertrieben,  Bethel  Town  stifteten
und  den  Duala  die  Bibel  in  ihrer  eigenen  Sprache  darboten.  Daß  die
Neger  Reis,  Curry  und  Fleisch,  auch  bare  Bezahlung  für  ihre  Bekehrung
forderten,  ist  allerdings  für  deren  materiellen  Sinn  kennzeichnend.  Von
den  Duala  ist  also  wenig  zu  hoffen.  Ihre  gewerbliche  Betriebsamkeit  ist  sehr
gering.  Als  gleichsam  privilegierte
  Händlerkaste  überlassen
  sie  die  Ausübung  der  verschiedenen
  Handwerkszweige
den  wegen  ihrer  Geschicklichkeit
namentlich  als  Schmiede  an
der  ganzen  Küste  berühmten
Ephe,  unsern  Schutzbefohlenen
von  Togo.  Diese  sind  freie
Leute  und  behaupten  sich
selbstbewußt  und  stolz  neben
den  Duala,  um  so  mehr,  da
unter  ihnen  nicht  wenig  portugiesische
  Mischlinge  sich  befinden.


Anders  die  eigentlichen
Feldarbeiter.  Dazu  dienen
den  Duala,  als  den  Grund-Anna

  Margarete  Hesse,  geb.  Leue.  herren,  aus  dem  Innern  herangeholte
  Sklaven,  die  ehedem

bekanntlich  gerade  hier  ein  beliebter  Exportartikel  waren.  Sie  werden
in  besonderen  Dörfern  angesiedelt  und  in  einer  Art  von  Feudalherrschaft
erhalten,  welche  an  die  Parceria-Sklaverei,  die  Halbpartwirtschaft,  erinnert,
  denen  sich  die  nach  Brasilien  verschleppten  Deutschen  unterwerfen
mußten.  Diese  Sudanneger  haben  es  vielleicht  noch  besser  als  damals
die  Deutschen.  Sie  können  sich  freikaufen  und  selbständiges  Eigentum
erwerben,  sind  auch  an  dem  Besitz  ihres  Gebieters  zum  Teil  erbberechtigt.

Andererseits  sind  die  Duala,  von  denen  die  Hälfte,  gegen  15000,
allein  in  und  um  den  Hafen  von  Kamerun  zusammengedrängt  lebten,
außerordentlich  gute  Kaufleute,  welche  ihr  Handelsmonopol  sehr  lange
gegen  die  eindringenden  Weißen  zu  behaupten  verstanden.  So  gestatteten
sie  früher  den  Weißen  keine  festen  Niederlassungen  —  an  Land.  Hierin