Full text : Bundes-Gesetzblatt des Norddeutschen Bundes. 1867. (1)

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Die  aufgenommenen  Verhandlungen  sind  wie  bisher  an  das  General-Auditoriat
  einzusenden.

§.  42.

Die  Auslieferung  eines  flüchtigen,  im  Auslande  befindlichen  Verbrechers
ist  von  den  Militairgerichten  bei  dem  Kriegsministerium  in  Antrag  zu  bringen,
insofern  hierüber  die  bestehenden  Kartelkonventionen  oder  andere  Bestimmungen
nicht  besondere  Vorschriften  enthalten.

§.  43.

Kein  Gerichtsherr  darf  in  die  Gerichtsbarkeit  eines  andern  eingreifen;  es
bewirkt  jedoch  keine  Nichtigkeit  des  Verfahrens,  wenn  die  Untersuchung  oder  das
Erkenntniß  durch  ein  Militairgericht  erfolgt  ist,  welches  überhaupt  befugt  war,
in  einer  zur  höheren  Gerichtsbarkeit  gehörigen  Sache  die  Untersuchung  zu  führen,
oder  zu  erkennen.

Dies  findet  auch  statt,  wenn  das  inkompetente  Gericht  nur  die  niedere
Gerichtsbarkeit  hat,  und  der  vor  dieses  Gericht  gezogene  Fall  zur  niederen  Gerichtsbarkeit
  gehört.

Dritter  Abschnitt.
Von  den  Untersuchungsgerichten.

§.  44.

Das  Untersuchungsgericht  ist  von  dem  Gerichtsherrn  zu  bestellen,  dem  die
Gerichtsbarkeit  über  den  Angeschuldigten  zusteht.

§.  45.

In  den  vor  die  höhere  Gerichtsbarkeit  gehörenden  Straffällen  besteht  das
Untersuchungsgericht  aus  dem  Auditeur  als  Inquirenten  und  zwei  zur  Untersuchung
kommandirten  Offizieren.  Bei  Verbrechen  der  Gemeinen,  mit  Ausnahme  der
Hauptverbrechen,  d.  h.  der  mit  Todesstrafe  oder  lebenswieriger  Freiheitsstrafe  im
Gesetz  bedrohten  Verbrechen,  bedarf  es  nur  der  Zuziehung  eines  Offiiers.

§.  46.
Die  zu  den  Untersuchungsgerichten  zu  kommandirenden  Offiziere  sollen  sein,
in  Untersuchungen:
1)  gegen  Gemeine,  wenn  nicht  Hauptverbrechen  den  Gegenstand  derselben
bilden,
ein  Lieutenant;
2)  gegen  Gemeine  bei  Hauptverbrechen,  und  gegen  Unteroffiziere,
zwei  Lieutenants;
3)  gegen

I.  Bestellung
des  Untersuchungsge-




II.  Besetzung:

A.  In  Straffällen,
  welche
vor  die  höhere
Militairgerichtsbarkeit
  gehören.