Full text : Das Preussische Abiturienten-Prüfungs-Reglement.

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getrennt  unterrichtet  werden,  müssen  die  Abiturienten  während
jenes  zweijährigen  Aufenthalts  mindesten  ein  halbes  Jahr  der
Ober-Prima  angehört  haben.“

Um  einerseits  die  Disciplin  unter  den  Primanern  aufrecht  zu
erhalten,  und  um  andererseits  den  nicht  seltenen  Versuchen  mittelmässiger
  Primaner,  durch  Privatunterricht  schneller,  als  auf
dem  Gymnasium  zur  Maturitäts-Prüfung  zu  gelangen,  so  wie  um
dem  einer  gründlichen  Ausbildung  gewöhnlich  nachtheiligen  Wechsel
  im  Besuch  der  Gymnasien  während  des  Prima  -  Cursus  möglichst
  entgegen  zu  wirken,  bestimme  ich  .....  was  folgt:

1)  Einem  Primaner,  welcher  im  Disciplinar-  Wege  von  eınem
Gymnasium  entfernt  worden  ist,  ist,  wenn  er  an  einem  andern
Gymnasium  die  Zulassung  zur  Maturitäts-Prüfung,  sei  es  als  Abiturient,
  sei  es  als  Extraneer  nachsucht,  dasjenige  Semester,
in  welchem  seine  Entfernung  vonderAnstalt  erfolgt
ist,  weder  auf  den  zweijährigen  Prima-Cursus,  noch
auf  den  in  8.41  des  Prüfungs-  Reglements  vom  4.  Juni  1834
vorgesehenen  zweijährigen  Zeitraum  anzurechnen.

2)  Nach  demselben  Grundsatz  (ad  1)  ist  zu  verfahren  bei  der
Zulassung  solcher  Primaner  zur  Maturitäts-  Prüfung,  welche  ein
Gymnasium  willkürlich,  um  einer  Schulstrafe  zu  entgehen
  oder  aus  anderen  ungerechtfertigten  Gründen
verlassen  haben.  Eine  Ausnahme  hiervon  und  die  Anrechnung
  des  betreffenden  Semesters  ist  nur  mit  Genehmigung  des
betreffenden  Königlichen  Provinzial  -  Schul  -  Collegiums  und  nur
dann  gestattet,  wenn  der  Abgang  von  dem  Gymnasium  durch
Veränderung  des  Wohnorts  der  Eltern  oder  Pflegeeltern  oder  auch
andere  Verhältnisse,  welche  den  Verdacht  eines  willkürlichen  ungerechtfertigten
  Wechsels  der  Schulanstalt  ausschliessen,  veranasst
  worden.  ist.
‚.3)  Wenn  die  Prima  in  eine  Unter-  und  Ober-Prima  getheilt
ist,  so  kommt  bei  Berechnung  des  zweijährigen  Prima-Cursus  der
Aufenthalt  des  Schülers  in  diesen  beiden  Klassen  pleichmässig
in  Betracht,  wogegen  der  in  $.  41  des  Prüfungs  -Reglements  vom
4.  Juni  1834  vorgeschriebene  zweijährige  Zeitraum  von  dem  Abgang
  aus  Ober-Secunda  zu  berechnen  ist,  falls  an  dem  betreffenen

  Gymnasium  die  Secunda  in  zwei  Klassen  getheilt  ist.  Cire.-Verf.
  11.  Decbr.  1851.

(Der  Herr  Minister  der  geistlichen  etc.  Angelegenheiten  hat
unter  dem  22.v.  M.  u.  J.  Folgendes  angeordnet.  teht  an  einem
  Gymnasium  die  Prima  aus  Ober-  und  Unter  -  Prima  dergestalt,
  dass  der  Unterricht  für  diese  Abtheilungen  der  Prima  in
von  einander  getrennten  Klassen  ertheilt  und  das  reglementsmässige
  Ziel  der  Prima  überhaupt  in  Unter-Prima  nicht  erreicht
wird,  so  darf  ein  Schüler  der  Uuter  -  Prima  nicht  zur  Maturitäts-Prüfung
  zugelassen  werden.  Die  Zulassung  ist  vielmehr  in  solchem
  Falle  von  der  Erreichung  der  obersten  Bildungsstufe,  in
welcher  die  Gymnasialbildung  erst  ihren  Abschluss  erlangt,  d.  i.
der  Ober-Prima  abhängig.  Ein  einjähriger  Aufenthalt  des  Schülers
  in  einer  solchen  Ober-  Prima  ist  behufs  der  Zulassung  zur
Maturitätsprüfung  jedoch  nur  in  so  fern  erforderlich,  als  es  dessen
zur  Erfüllung  des  zweijährigen  Prima  -  Cursus  überhaupt  bedarf.
Es  muss  daher  ein  solcher  Schüler,  welcher  drei  oder  mehr  Semester
  in  Unter-Prima  gesessen  hat,  zur  Maturitäts-Prüfung  auch
schon  nach  einem  halbjährigen  Aufenthalt  in  Ober  -  Prima  zugelassen
  werden.  KPSC.  Berlin  2.  Januar  1855.)