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„Abulgl Verordutung, die allgemeine Einfuͤhrung der Kirchen - Conventt in den katholischen
Landestheilen berreffend.
Wilhelm ie.
Da die in dem protestantischen Theile Unseres Königreichs, und auch in einigen
botholischeh) Landkapiceln bestehende Anstalt der Kirchen= Convente in den katholischen Landestheilen
noch nicht allgemein eingeführt ist, Wir aber von der Jweckmäßigkeit derselben
für die Erhaltung äusserer Ordnung und für die Beförderung der Religiosität und
Sitclichkeit, so wie für die Wirksamkeit der Geistlichen Uns überzeugt halten: so wollen
Wir hierdurch Kirchen= Convente in allen kacholischen und gemischten Pfarr-Orten unter
den nachfolgenden bier zusammen gestellten Bestimmungen angeordnet haben.
Bestimmungen, die katholischen Kirchen = Convente betr.
I. Der Kirchen= Convent bildet sich in den Städten aus dem Königl. Beamten
und dem Stadtpfarrer, und auf den Dörfern, wo kein Beamcer wohnt, aus dem Pfarund
dem Schultheiß, überhaupt also aus der ersten weltlichen und Heistlichen Ortsehörde.
Ausserdem werden in Städten, wie in Dörfern, zwei Personen des Gerichts, oder
Magistrats beigezogen, deren Wahl dem weltlichen und geistlichen Beamcen überlassen
bleibt, welchen zur besondern Plicht gemacht wird, nur die wirkliche Tauglichkeit der
Personen und insbesondere ihr sictliches Verhalten bei der Wahl derselben zu berüksschtigen.
11. Ist der Beamce in einem Orte, wo die Pfarr-Gemeinde der katholischen
Kirche zugerhan ist, ein Procestant) so hat derselbe zwar Siß und Stimme in dem
Kirchen= Convente; sedoch darf er von lezterer in Religions, Sachen, so weit sse die katholischen
Kirchen= Einrichtungen insbesondere betreffen, keinen Gebrauch machen, sondern
seine Befugniß beschränke sich auf polizeiliche Gegenstände.
III. In Orten, wo eine katholische und eine protestancische Parochie bestehr, findee
C(den Fall, daß gemeinscha #che Gegenstände durch Vereinigung von Miegliedern beider
Kirchen, Convente zu behandeln wären, ausgenommen) für jede ein besonderer Kirchen-Convent
Statt. ·
IV. Sind einzelne Einwohner, eines Orts einer auswärtigen Parochie ihres Religions-
Theils als wirkliche Parochianen zugetheilt, so haben sie vor dem Kirchen= Convente
ihrer Parochie gleich den übrigen Filialisten, zu erscheinen.
Einzelne katholische oder evangelische Orts-Einwohner hingegen) welche nur eine
auswärtige Kirche ihres Religionstheils besuchen, ohne zur Porochie derselben zu gehören,
unterliegen in densenigen Orten der Kirchenconventlichen Ordnung, in welchen sie seßhaft
und den Porochianen beigezahle sind. Es darf ihnen jedoch nichts zugemuthet werden,
was mit ihrer Confesston nicht vereinbar wäre) und wodurch der gelezlich eingeräumten
Religions= Freiheit zu nahe getreten würde.
V. Die Kirchen-Convente werden alle Monate Einmal auf dem Rathhauß oder
im Pfarrhause, gehalten, und dürfen, ohne dringende Gründe, nie unterbleiben. Jü#c
die Filialorte ist in der Regel ein Felercag oder auch ein Sonntag dazu zu bestimmen,