306 Feuerpolizei.
Ueber diese Beschwerden entscheiden die Kreisregierungen, Kammern des
Innern, nach collegialer Berathung in zweiter und letzter Instanz.
18.
Gegenwärtige Verordnung, durch welche alle entgegenstehenden Bestimmungen
aufgehoben sind, tritt mit dem Tage ihrer Bekanntmachung im Regierungsdlatte
und im Kreisamtsblatte für die Pfalz im ganzen Umfange des Königreiches
in Wirksamkeit.
München, den 27. Februar 1869.
VII. Perfertigung, Vesitz, Aufbewahrung, Verkauf und
Transport von Pulver und anderen explodirenden Stoffen.
Nach Art. 169 des P. St. G. wird an Geld bis 100 fl. oder mit
Arrest bis zu 30 Tagen gestraft, wer den Verordnungen oder oberpolizeilichen
Vorschriften über Verfertigung, Besitz, Aufbewahrung, Verkauf
und Transport von Schießpulver, Schießbaumwolle, Feuerwerk und andern
explodirenden Stoffen zuwiderhandelt.
Auf Confiscation ist zu erkennen (sohin polizeiliche Beschlagnahme
vorsorglich zulässig), wenn Jemand solche Gegenstände unbefugt feilbietet,
verfertigt, oder gegen bestehendes Verbot besitzt, oder in größeren
Quantitäten als gestattet ist, vorräthig hat.
Das Gewerbsgesetz vom 30. Jan. 1868 erwähnt den Handel
mit Pulver und explodirenden Stoffen nicht besonders; es erscheint demnach
der Handel mit Pulver freigegeben, doch eigentlich mehr nominell
als thatsächlich, weil über Verfertigung, Besitz, Aufbewahrung und Verkauf
von Pulver Verordnungen zulässig sind, welche sonach auch indirect
für den Handel maßgebend sind.
Vergl. oben Seite 214, Verordn. vom 16. Mai 1863, Vorsorge
gegen Gefahren bei Errichtung von Fabriken betr.
Das k. Staatsministerium des Innern hat durch h. E. vom
16. Juni 1862 ausgesprochen, daß in diesem Betreff neue Verordnungen
nicht zur Erlassung kommen werden, da die dermalen geltenden Bestimmungen
vollkommen ausreichen.
Zur Zeit aber bestehen folgende Verordnungen und oberpolizeiliche
Vorschriften in Kraft:
I. Fabrikation des Pulvers.
1. Die Verfertigung von Schießpulver ist von der Erlangung
einer Concession abhängig, deren Ertheilung die persönliche Befähigung
des Bewerbers voraussetzt, und nach technischer Aeußerung der k. Zeughaus-Hauptdirection
der k. Regierung, K. d. J., zusteht.
Abs. 2 der Entschl. des k. Staatsministeriums des Innern vom 12. Mai
1837, Döll. V. S. Bd. XIV. S. 1488.
8 1 Ziff. 4, & 3 Abs. 1, 6 17, 9 43 Ziff. 3, §& 29 Ziff. 2 der
Instruction zum Vollzuge der gesetzlichen Grundbestimmungen für
das Gewerbswesen vom 21. April 1862, R.Bl. S. 717 ff.