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Interessen sollte das Eisenbahnnetz erweitert werden. In der Sitzung
des Reichstags vom 3. Juni fand die erste Beratung des Gesetzentwurfes
statt, welcher für den Bau der Eisenbahnen von Diedenhofen
bis zur Landesgrenze in der Nähe von Sierk, von Kolmar nach Breisach,
von Metz bis zur Landesgrenze bei Amanvillers, für Vermehrung
des Betriebsmaterials, für Herstellung von Werkstätten und Bahnhöfen
zusammen 6,972,300 Thaler aus den Mitteln der Kriegskostenentschädigung
verlangte. Eine andere Regierungsvorlage betraf die Verlängerung
der Diktatur in Elsaß-Lothringen bis zum 1. Januar 1874.
Diesen Termin hatte die Regierung schon bei der ersten Einbringung
des Gesetzes im April 1871 bestimmt. Dem Reichstag schien er zu
lange und er ermäßigte ihn um ein Jahr. Nun griff die Regierung
auf ihren ursprünglichen Plan zurück und motivierte dies in einer
längeren Auseinandersetzung. Die Vorlage wurde mit 165 gegen 78
Stimmen angenommen, ebenso am 13. Juni in dritter Beratung. Nur
die Klerikalen und die Fortschrittspartei, von welcher Duncker vom
Standpunkte des „Rechts und der Gerechtigkeit“ sprach, während die
Regierung das nützliche und das praktische Moment hervorhob, stimmten
dagegen. Die große Mehrheit für den Termin 1874 war auffallend, nachdem
im vorigen Jahre eine so große Mehrheit gegen diesen Termin gestimmt
hatte. Der ursprüngliche Termin war diesmal, wo man den Gesetzentwurf
im Zusammenhange mit dem Kampfe gegen den Ultramontanismus
auffaßte, fast populär zu nennen.
Bei der zweiten Beratung des Gesetzentwurfes über Erhebung der
Brausteuer am 13. Mai kam zum ersten Mal der Artikel 28 der Reichsverfassung
in seinem zweiten Absatze zur Anwendung, nach welchem „bei
der Beschlußfassung über eine Angelegenheit, die nach den Bestimmungen
der Verfassung nicht dem ganzen Reiche gemeinsam ist, die Stimmen nur
derjenigen Mitglieder gezählt werden, die in solchen Bundesstaaten gewählt
sind, welchen die Angelegenheit gemeinschaftlich ist". Da nach Art. 35
der Verfassung in Bayern, Württemberg und Baden die Besteuerung des
Bieres der Landesgesetzgebung vorbehalten ist, so wurde von Windthorst und
Mallinckrodt die Anwendung jenes partikularischen Vorbehalts beantragt.
Nach lebhafter Verhandlung entschied sich die Mehrheit des
Reichstags dahin, daß die Brausteuer eine nicht gemeinsame Angelerenheit
und die süddeutschen Mitglieder nicht stimmberechtigt seien. Die
Süddeutschen mußten den Saal räumen. Dann aber fiel auf die
Anregung der Liberalen die Verfassungsvorschrift, da auch im Bundesrat
sich keine 14 Stimmen fanden, welche dem Reichstag eine
solche itio in partes aufdrängen mochten. Das Braustenergesetz vom