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mehr der Pressen so viele sind, hat erst nach dem dreißigjaͤhrigen
Kriege durch die patriotische Unternehmung eines
Schulmannes seinen ersten einheimischen Buchdrucker erhalten
*). In keiner war, ehe die Reformation recht allgemein
durchdrang, eine öffentliche Deutsche Schule, und selbst
da die Reformation im volligsien Schwunge war, selbst
noch in der Mitte des sechzehenten Jahrhunderts mußte man
zum Behuf der Pfarrherren, zum Behuf des aufgeblärtesten
und aufklärendsten Theiles der Nation, die Hochdeutsch geschriebene
neue Kirchenordnung ins Plattdeutsche übersetzen 59).
Man hatte nicht lange vorher sogar auch unter den fürstlichen
Räthen so wenig Hochdeutsche Schreiber, daß selbst
Prozesse am kaiserlichen Hefe, so sehr sich Kaiser Marimilian
I. deshalb beschwerte, und ungeachtet er endlich Prozesse
von seinem Hofe hinweg nach Speier schickte, doch
immer in Plattdeutscher Sprache geführt wurden ##). Die
wichtigsten Abschiede der Hanseconvente, welche zu Ende des
fünfzehenten Jahrhunderts vorzüglich häufig gehalten wurden,
brachte der Gbttingische Deputirte gewöhnlich nur
mündlich nach Hause, weil Schreibgebühren erspart werden
sollten, oder weil es zum übrigen Mangel der Aufklärung
gehörigen Calenbergischen Reformationeschriften gedruckt (s. eine
sehr gründliche Beschreibung derselben in einer eigenen Schrift
des Herrn Rektor Quenrin zu Münden. Göttingen. 1780. 4.0.
Das erste Buch, das ich in Hannover gedruckt fand, ist von
1544. Von dieser Zeit an erschien vieles zu Hannover gedruckt
aus der Officin des Henning Rüden.
*) S. Gött. Chron. III. Th. S. 111.
“"“) Dies erhellt aus der Ausgabe der Kirchenordunng der Herz.
Elisabeth, die 1544 in Hannover erschien.
½) S. ein Beispiel in der Gött. Chron. 1. Th. S. 132.