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Dass diese Sitte mit nach Italien gebracht wurde, zeigt das
Wort host(is) Gast. Aus der später veränderten Bedentung
des Wortes sieht man aber, dass unter südlichem Himmel
des Nordens schöne Sitte nicht nur mehr sich verlor, sondern
dass auch fremde, feindliche Stämme mit Germanen
zusammen kamen, so dass Gast, Fremder und Feind gleichbedeutend
wurden.
Auch die Religion der ältesten Römer und Dentschen
hatte viel Ähnliches. Die Religion der alten Deutschen war
‘höchst einfach, sie hatten keine Bilder und Tempel, und
verehrten die Gottheit in heiligen Hainen. Tacit. Germ.
9. Ceterum nec cohibere 'parietibus Deos neque in ullam
humani oris speciem adsimilare er magnitudine Coelestium
arbitrantur. Lucos ac nemora consecrant Deorumgue. nominibus
.appellant secretum illud, quod sola reverentia vident.
Ein schönes Zeugniss für den tiefen,. religiösen Sion
des deutschen Volkes. Aber auch die älteste Religion der
Römer war einfach, so dass sie nach Varro in den ersten
170 Jahren nichts von Vorstellungen der Gottheit unter kör-‚perlicher
Gestalt wussten. In heiligen Hainen, wo keine frevelhafte.
Hand einen Baum verletzen durfte, verehrte man
die Götter, und in Rom selbst befanden sich 32 solcher
Isci, als lucus Vestae etc. Auch verdient es Beachtung,
dass Jupiter die Eiche, dieser. ächt deutsche Baum (Ovid.
Met. 1, 106. patula Jovis arbor ), heilig ist. Ferner wer
bei den alten Römern die Sonne die Hauptgottheit und nach
Macrobius Sat. 1, 18. veranlassten die mannigfaltigen Eigenschaften
der Sonne die verschiedenen Namen der Götter. (‚Diversae
virtutes.solis nomina Diis dederunt.) Erst später
wurden nach Rom neue Götter in grosser Zahl von allen
Seiten, besonders aus Griechenland, eingeführt und .die ein»
heimischen mehr verdrängt, daher, man die im Jahr d. St.
672 gefundenen Religionsbücher des Numa unter dem Vor-15