Metadaten : Allgemeines Baugesetz für das Königreich Sachsen vom 1. Juli 1900.

Bauliche  Bestimmungen  für  Schulhäuser.  439

(Bibliothek,  physikalisches  Kabinett  usw.),  sowie  ein  Zimmer
  zum  Aufenthalt  für  die  Lehrer  zu  beschaffen.

Die  Zeichensäle  sind,  wenn  sie  nicht  mit  Oberlicht
versehen  sind,  womöglich  so  zu  legen,  daß  sie  während
der  Zeit  ihrer  Benutzung  kein  direktes  Sonnenlicht  erhalten.


Befindet  sich  im  Schulgebäude  ein  Rarzer,  so  soll
derselbe  hell,  von  außen  heizbar  sein,  und  eine  Bodenfläche
  von  mindestens  5  qm  haben.

VO  vom  24.  März  1879  Ziff.  9:  „Die  §  13  Abs.  1  erwähnte
  Einrichtung  wird,  je  nach  den  örtlichen  Verhältnissen,
empfohlen,  nicht  vorgeschrieben.“

§  14.  Eine  im  Schulgebäude  befindliche  Lehrerwohnung
  soll  mindestens  zwei  Stuben,  zwei  Kammern,
Küche  und  Vorratsraum  nebst  dazu  gehörigem  Bodenund
  Kellergelaß  enthalten.

Wird  dem  für  größere  Schulanstalten  erforderlichen
Schuldiener  seine  Wohnung  im  Schulgebäude  gewährt,
so  hat  er  dieselbe  im  Erdgeschosse  zu  erhalten,  und  zwar
am  besten  so,  daß  er  die  Eingänge  des  Schulhauses
übersehen  Kann.  Die  Wohnung  hat  wenigstens  ein  heizbares
  Wohnzimmer,  ein  heizbares  Schlafzimmer,  eine
Kammer,  Küche  mit  Speiseschrank,  Dachboden=  und  Kellerraum
  zu  umfassen.

1.  Zu  vorstehendem  Poragraphen  ist  noch  auf  die  §§  23
Abs.  6  und  41  Abs.  2  u.  3  der  AusfVO  zum  Volbeschulgesetze
vom  25.  Aug.  1874  hinzuweisen.

g  23  Abs.  6:  „Ist  Landwirtschaftsbetricb  mit  der  Schulstelle
  verbunden,  so  sind  Scheune,  Stall,  Schuppen  usw.  nicht
in  das  Schulhaus  einzubauen,  sondern  in  einem  besonderen
Gebäude  unterzubringen,  welches  zwar  in  unmittelbarer
Aähe  des  Schulgebäudes,  aber  doch  so  gelegen  sein  muß,
daß  Unterrichtsstörungen  möglichst  vorgebeugt  ist."

41  Abs.  2  u.  3:  „Die  Familienwohnung  eines  ständigen
  Lehrers  soll  der  Vorschrift  in  §  14  der  Verordnung,  die
Anlage  und  innere  Einrichtung  der  Schulgebäude  in  2
sicht  auf  Gesundheitspflege  betreffend,  vom  3.  April  1873
entsprechen;  auch  ist  den  ständigen  Lehrern  auf  dem  Lande
bei  ihrer  Amtswohnung  oder  doch  in  der  Vähe  dewselben
womöglich  ein  zu  Gemüse=  und  Obstbau  geeigneter  Garten
anzuweisen.