Full text : Die Entstehung der constitutionellen Verfassung des Königreichs Sachsen.

Beilage  Nr.  4.

Bericht  über  den  Verlauf  des  im  Jahre  1548  in  Leipzig
abgehaltenen  Landtags.

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„In  Vigilia  Thomä  S.  Apostoli,  so  da  war  der  zwanzigste
tag  Decembris  sindt  die  Herren  ꝛc.  vmb  drey  hor  zu  Leipzigk  einkomen,
  Vnd  vmb  fünff  schlege  gen  Hoffe  auffs  Schloß  zum  essen
gangen.  Da  Inen  CF.  G.  einen  beschiedt  geben  lassen,  Auff  nechstkünfftigen
  Morgen  nach  sieben  hor  für  S.  Churf.  G.  Losement  zu
komen,  das  da  war  ins  Küchenmeisters  Hause  am  Marckt,  vnd  mit
S.  Churf.  G.  zur  Kirchen  zu  ziehen.  (Welches  also  geschehen,  Das
Hochgedachter  vnser  Gnedigster  Herr,  der  Churfürst,  mit  Hertzogk
Augusto,  seiner  Churf.  G.  Bruder,  zu  S.  Thomas  in  die  Kirchen
fürstlich  und  hinter  Inen  die  zwen  Bischoffe,  Julius  confirmirter
zur  Naumburgk,  vnd  Joannes,  Bischoff  zu  Meissen,  in  langen  kleidern
  geritten,  Da  Magister  N.  Morus  eine  predigt  von  dem  spruch
Genesis  semen  mulieris  conteret  caput  serpentis,  seer  fein,  woll
vnd  methodice  gethan,  Als  er  aber  an  die  Contraria  vnd  pugnantia
komen  sollen,  war  die  Zeitt  vorlauffen.)  Vnd  darnach  auß  der
kirchen  vff  das  Ratthauß  vns  verfuegen,  allda  anzuhören,  warumb
sein  Churf.  G.  vns  anher  beschrieben,  Vud  ist  16)  des  orts  unsers
Gnedigsten  erste  proposition  vnd  vortragen  in  beysein  vnd  anhören
der  Ritterschafft  und  Stedten  vorlesen  worden,  Der  Kayserlichen
Maiestät  Erclerung  in  der  Religionsachen  belangende.  Darnach  man
zu  Tisch  gangen,  ond  bescheiden  worden,  das  man  umb  eins  alle
wolle  bey  einander  sein.

Da  man  nach  ettlicher  beredung  (darin  dann  eben  fast  das
gebeten  wardt,  das  es  nicht  ein  blinder  Handell  were,  vnd  niemandt
wüste,  wovon  man  handelte,  vnd  worauff  man  antworth  geben  solte)
das  Kayserliche  bedencken  in  Religionsachen  oder  Interim  gelesen  hat.

Mit  welchem  lesen  der  Tag  gantz  zugebracht  ist.

16)  Neben  dieser  Stelle  ist  in  der  Handschrift  bemerkt,  daß  es  Freitags
geschehen  sei.

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