ummer 166
EAI
Sonntag, 22. Juli 1917
d darauf legte auch Abg. Osel ein Hauptgecht
— verlangt, dah die Ergänzung der bayechen
Gesandtschaft in Berlin durch Abordnun
ser mit dem bayerischen Wirtschafteliben beders
vertrauten, wissenschaftlich und handelelitisch
geschulten Persönlichkeit (Wirtschaftstache)
in Erwägung gezogen werde. Die Einhrung
staatlicher Mon-pole soll nur insoweit
wogen werden, als oringende Staatsnotwen--gleiten
zur Gesundung unserer Finanzen diese
tbedingt erheischen. Bezirksamtmann Tr.
chmelzle wies darauf hin, dah die baherische
egierung bereits bisher im Sinne der ersteren
nregung gehandest habe und auf entsprechende
ertretung Bayerns im Berrat dis Reichskomissars
für Uebergangswirtschaft hingearbeitet
ibe.
Aus den Nachmittagsderhanolungen sei vor
lem die Behanolung der Frage der Kohlen--rsorgung
der bayer. Industrie erwähnt, über
e der Syndikus der Regensburger Hanoelsmmer,
Dr. Clarus, berichtete. KohlengroßhändiP'
Nast-München verbreitete sich eingehend über
e Kohlenzufuhr. Die böhmische Kohle iit uns
sperrt, weil schlesische Kohlen nscht mehr nach
esterreich ausgeführt werden oürsen und inlgedessen
Oesterreich seine Kohlen (elbst braudt.
in Antrag, durch den u. a. die Staatsregierung
sucht wird, alle geeigneten Maß nahme n zut
ersorgung der bayerischen Industrie mit Kohe
zu treffen, wurde einstimmig angenommen.
inmutig sprach sich der Handelslammettag nach
m Referate des Getreidegrohhändlers Hms
surr München gegen em Grohhandelem?o#
: die Minislerien des Aeußern und des Innr
sollen gebeten werden, die Wünisthe des
terischen Getreide- und Futtermilttelhandel?
rrlorpert im „Behag“ in dieser Beziehung zu
rrücksichtigen. Für ein Getreidehandelsmon#p#
hlen alle Erfahrungen; Nutzen daven hatte
emand.
Weitere Reserate wurden nech erila't:t her
,Ba -Oestrechische Arbeitsgemeinschaft
vu di Ausgestaltung d#r Donau-Wasserstraße“
ud über „Kohlenmonopol“ Berichterflatterin
c CnssocFtmnnw Ncgnsbnkqulhtkc
seferat wurde led glich zur Kenntnis ge nommen,
ne Stellungnahme dazu nicht getroffen. Junizu
Häberleln von der Handelslammer P assau
serierte über die Kosten der Schiedsgerichte bei
en Handelskammern, Dr. K tiel-Würzburg über
ic weite Tagung der Vereinigung sudwestdentbter
Hindelskammern in He delberg. Das Nal
uber „Ausbreitung der Aluminium-Inuitrie
in Bayern“ wurd: von der Tag:serdung
abgesetzt.
Serschiedene Nachrichten.
Sltuttgart. 20. Juli. Gegen ungesunde
„runditückspekulationen richtet sich ein Erlaß des
ci. Generalkommandos des 13. (würktbg.)
Irmeeletps. Danach isl der Verlauf zandwirtbeil.
Grundstücken von wenigilens 3 Heltaren
ut z.1 (Genehmiqung der Bezirtsbehörden geartel,
und verboten, wenn cs sich um HSanoelsdelusationen
hemdelt.
Mmhlheim (Ruhr), 20. Juli. In der Füllation
der Thyssenschen Fabriken wurden durch
sne Emtiadung 17 Arbeiterinnen gelotet und
5 verletzt
Verlin, 20. Juli. Im „Merseburger Taglau“
erläßt ein Fräulein M. N. solgende aufillig
gesetzte und hübsch umrandete Anzeige:
Fesualich der Anzeige des Monteurs H. St.
1 Merseburg, daß er seine Verlobung mit mir
ushebe, erkläre ich hiermit, dab ich jedem, der
in Interesse darau hat, den Brief zur Verfüung
stelle, in dem er mir mitteilt, daß das
lergnügen einer Kriegerwitwe ihn zwinge, die
folgen zu tragen, und mich biltet, ihn nicht zu
ar#t zu verurteilen, da er genug bestraft sei.“
Berlin, 20. Juli. Die Spareinlagen der
iesiden Sparkasse haben im Monat Juni um
0 Millionen Mark zugenommen und Petragen
#bt 422 Millionen Mark. Es wurden 5100/ neue
sparbücher ausgegeben. in Händen der Sparer
ofinden sich 849 148 Stück.
#
Ein Wucherernest ausgehoben.
Berlin, 20. Juli. In seinem Kampfe gein
die Lebensmittelschieber hat das preußische
riegswucheramt in den letzten Tagen durch
shel ung einer oberschlesischen Kettenhändlerntrale,
deren Ausläufer bis Berlin, und Dresl
gingen, einen vollen Erfolg erzielt. Es lonnte
ne Wucherergesellschaft von 14 Personen verftet
werden, weitere Festnahmen stehen noch
vor. Den Verhafteten wurden Waren im
ert von über eine Million Mark abgenommen.
s Kriegswucheramt ermittelte, daß der Kaufun
Gustav Oberländer aus Berlin-Wilmersif
seine Eigenschaft als Aufkäufer für das
te Kreuz und für die Werke Orenstein und
ppel dazu nußbrauchte, Lebensmittelgeschäfauf
eigene Rechnung zu machen, ohne hierfür
Dandeeersaub zu besitzen. Er benutzte
den lebhaften Verkehr mit seinen oberschle-In
Vieferanten einen eigenen Tekegramm
üssel. An verschiedenen Orten und in ver-#sedenen
Lagern, besonders in Beuthen, Katitz
und Königshütte konnten folgende Wabeschlagnahmt
werden: 14 Zentner bester
armelade, 70 Zentner Kriegsmus, 72 Zentner
ssee-Ersat, 1 Zentner reiner Bohnemdafsee,
16 Jentner russischer Tee, 18 Zentner Dörrgerüse,
75 Jeutner Sauerkraut, 2 Zentner Pfefsergurten,
5 Zentner Nudeln, 10 Zentner Graupen,
3 Zentner Mehl, 3000 Dosen frische Heringe
und Bismarckheringe, 1000 Dosen Oelsardinen,
2 Tomen Salheringe, 500 Dosen Fisch-Ilöse,
13 Zentner Edamerläse, 100 Dosen kondensierte
und 350 Dosen sterilisierte Milch,
23 000 Suppen- und Bonillonwürsel, 2 Itr.
Kunsthonig, 3 Zentner graue Erbsen, 320 Ztr.
Seife, 34 Zentner andere Waschmittel und etwa
100 Kilo Tabak, Streichhölzer und anderes.
Diese zu Wutterpreisen gehandelten Waren ließ
das Amt in seche Waggons versaden und dem
Wassen. und Munttionsbeschaffungsamt zur
Verwertung für die Schwerstarbeiter der staatlichen
Rüstungswerke überweisen.
Die Ueutegelnn der Kohlen-Verellan
Für die Kohlenverteilung im Reiche scheint
bercits ein durchgreifender, völlig neuer Organisationoplan
ausgearbeitet zu sein, denn auf
dem in diesen Tagen gehajtenen außerordentliden
Bayer. Handelskammertag machte der Syndilus
der Hundelskammer Regensburg, Dr.
Csarus, unter lebhafter Zustimmung der Teilnehmer
die Mitteilung, daß die Kohlenverteilung
von unten her für das ganze Reich neu gerecelt
werden wird und daß man bereits in
Boyern mitten in der Neuregelung sei.
Wie belkannt, haben wir Reichskohlenkommislaliate
in Verlin, Mannheim, Dresden, Halle
und Katlowitz. Dazu kommt eine Kohlenausgleichsstelle
in München. Wie verzwickt diese
an sich so einfach aussehende Organisation war
ersicht man daraus, daß Mannheim auch
Bauern mitzuversorgen hatte, während die eigene
bayerische Kohlenausgleichs#itelle in Munchen
lediglich für Belieferung Bayerns mit höhmiichen
Kohle in Frage kam. Der Kohlen-Großund
Kleinhandel war so ziemlich ausgeschaltet.
Die Suche mustte schief gehen. Wie schief sie gegangen
ist, das haben wir ja im Spätwinter und
Kühjahr 1917 alle erlebt. Die eine verantwortliche
Stelle wälzte die Schuld auf die andere
und vor lauter Abwäslzen blieb die eigentliche
Kohlenarbeit liegen. Huus und Hof, Landwirtschajt
und Induktric, Handel und Gewerbe slanden
sch ließlich vor einer Kohlentrifis.
Dic Organisation von oben her, deren unheilvol.e
Folgen man doch sattsam bei den srüheren
Verteilungs- und Nationierungemethoden reichlic=
geung kennen gelernt aber trotz alledem auch
bei der Kohle wieder vorgenommen hatte, war
bei der Pleite angelangt. Nun erit dachte man.
wie wir in der „M.-A. A.“ lesen, an das ein-Gig
Ricktige, *r die O#l- uillen, von unten.
Daneben lautet die Hauptforderung: Mehr Förderung!
Im Reiche wie auf) in der Donau-Monarcki
ie. Denn man darf es nicht vergessen,
daß wir infolge des verschäriten U.Boot-Krieges
auck an gemisse Neutrale beträchtliche Kohlenmengen
abgeben müssen. Soweit es die Verhältnisse
geslatlen, wird jeder Bergarbeiter von der
Kronl Frückgezogen. In der Donau-Monarchie
Dat man, so heißt es. sämtjiche Hreresdienst leisiende
Bergleute heimgeschickt, ob die deutsche
Hecleslestung dies auch tun wird, steht noch dahin,
tatsächlich sind schon sehr weitgehende
Schritte unternommen.
Die bisherigen Reick. skohlenlommissariate werden
ausgehoben und dafür ein Reichskohlenbetiiebsamt
in Berlin errichtet werden. Wie denkt
man sich nun die Verteilung der Kohlen durch
das Kohlenbetriebsamt? Da iilt man auf den
einzig rick ligen Plan verfallen so teilte es
wenigstens Dr. Clarus mit „netzartig, richtiger
stationsartig das ganze Neich mit Kob#-len--Otts-
und Kohlenbegzirksstellen zu überzie
hen. In dieser Arbeit ist man schon mitten
drin.
Eine Jweiteilung der Arbeit wird wohl wieder
bei den Ortsstellen in Frage kommen, nämtlic,
die Kohlenversorgung des Familienstandes
und die Kohlenversorgung von Handel, Gewerbe
und Industrie. Da a Fe bereits Regensburg
einen begrüßenswerten Vorschlag gemacht. Mae#strat
und Handelskammer teilen sich in die
Aohlenversongung, der Magistrat sorg# für den
Hausbrand, die Handwerkslammer für die Industrie.
Das Bindeglied aber zwischen Verforgungsstelle
und Kohlenwerbraucher kann nur
der Kohlenhandel sein. Ohne den Kohlenhanoel
ist die ganze Organisation ein Schlag ins
Wasser. Je tatkräftiger man den Kohlenhandel
mit heranzieht, desto besser wird die Kohlenversorgung
gehen.
Weitere Betriebseinschränlung wird nicht zu
Um gehen sein. Die Donau-Monarchie tann
kaum mehr als 350 000 bis 400 000 Tonnen
böhmischer Braunkohle monatlich an Deutschland
abgeben. Von dieser benötigt allein
Bayern mindestens 200 000 Tonnen. Wo öleiben
die andern? Bayern muhß auf diesem Onanlum
bestehen, denn die bayer. Industrieanlagen
sind in ihren Rostverhältnissen nur auf böhmische
Braunkohle angewiesen. Zudem versagen
die Pilsener Steinkohlenreviere die sächsischen
Biikettwerke liefern an Bayern mit jedem Tage
weniger und aus Schlesien und dem Ruhrkohlengebiel
erhält Bayern nur ein bestimmtes
Quantum nach der Aufstellung der schlechteiten
Kohlenzeit, nämlich vom 1. April bis 1. Juli
1914. Daher auch die ganz besondere Kohlennolt
in Bayern, die nirgends sonst in Deutschland
so groß ist.
Hofsentlich verwirklichen sich die Hoffnungen
al c, die man jetzt an die Neuregelung der Kohleuverleilung
knüpft.
Mäche#eNeigtue.
münchen. 20. Juli. Zum Ritter des Mililär-Max
Joseph Ordens wurde der Leutnant
d. N. Hi#ns Neubert, Bataillonsadjutant im 1.
Jägerbataillon ernannt. Der neue Ordensrittei
i#t aus Ansbach gebürtig und Sohn eines
bereite verstorbenen Regierungsboten; er sieht
im 120. Lebensjahre. Im Jahre 1911 befland er
die Seminar-Anstellungsprüfung und wurde im
Mai 1913 als Hilfslehrer an die Vollksschule
in den Plinganferstraße in München berufen.
Sei November 1919 ist er Leutnant d. R. Das
Eneine Kreuz 1. Klasse und der Militärver-=dienstorden
mit Szwerten schmücken bereits seine
Brufl.
München. 20. Juu. In der heutigen Sitzung
des ftädtischen Lebensmittelversorgungsausschusses
kam es zu einer scharsen Aussprache
wegen der in der Magistratssitzung in Augsburg
erhobenen Vorwürfe, daß der Münchner Lebensmittelversorgungsausschuß
das ganze Obst wegkaufe
und verteuere. Oberbürgermeister Dr. v.
Borscht betonte, daß bei der Fortdauer solcher
Angriffe nichts anderes übrig bleibe, als in
öffentlicher Magistratsfigung zu ertlären. daß
auf die gemeinsame Arbeit mit solchen Gemeinwesen
im bayerischen Städtetag verzichtet werden
müßte. Es wurde beschlossen, daß München
eine Anfrage an den Magistrat Augsburg richte,
welche Angriffspunkte in Frage lämen.
TMünchen. 20. Juli. Die 1. „Bayernfahrt"
nad. dem Otcn, iveziell zur Heresgruppe
Woyrich, hat am Donnerstag mit der Rückletn
der neun Teilnehmer nach Munchen ihr
Ende gesunden. Unter Führung des Hertn
Haurtmanns Semmelmann vom Bayerichen
Kriegeministerium fuhren die He#ren von München
aus über Berlin und Thorn nach Alcrandriowo
und Warschau, besuchten hauptsächlich
Bieit- Sitowsl. Baranowitschi. Slonim, das Sto
belew-Lager, Lesnaja, Kriwosckin, die Beresniwitsch
i- Slellung, Olrom, Rogatschi, Juchowil-(#i
und Pinsk, wo sie überall, sowohl bei den
Tiuppenteilen,
Die lehten 2 Tage
wie
freudigie Aufnahme fanden.
galten dem Besucke von Warschau, wo die
Cheso der einzelnen Verwaltungsabteilungen
Vorträge hielten. Es war Gelegenheit geboten,
das Lagerseben und die Frontüellungen in oen
alervorderiten Schützengräben wie im Zumpfgelande
zu besichtigen und sich uber die Haltung
und den tie flchen Ge it der Führe- wie oer en.
sod.en Soldaten zu erfreuen. Die Herren waren
jeweils bei den Divisions- oder Brigadeflähen
zu Tische geladen, auch beim Stabe der Heeresgruppe
Woyrsck.
München. 20. Juli. Die Stadt München
hat einen bedeutenden Grundkesitz, dessen Betricb
nach Möglichleit den kriegswirtschaftlichen
Anforderungen angepaßt wurde. So in viel
Hedland umgepflügt bew. kultiviert und in den
D enst der ans#ernalln gestellt worden.
zm Schloßgut Jemanning sind 67 Schweizer-Milchtühe
aufgestellt worden, täglich werden
weit uber 50 Liter Milch nach München eliefert.
Das Torfwerk Jemgermoos liefert Torf
um rechnet man heuer mit einem Ertrag von
60 u000 zentnern Preßtorf und etwa 50 000
Zentuern Stichtorf
München. 20. Juli. Die behordlichen Erbebungen
über die umfsangreichen Kartendiebnohse
im Eleltrizitätswerk haben ergeben, daß
dabel Kaiten für mehrere hunderte Zentner
Mehl entwendet wurden. Einer der Kartenverlaufen
dot allein in einer Wirtschaft der inneren
Stadt Karten für 50.00 Kilogramm Mehl
seil. Daß# der Kaufmann Joseph Eberle, der bei
der Verbrennung der Karten als Ausfsichtsbeamler
wallen sollte, planmäßig die Diebstähle betrieben
hat, erhellt aus der Tatsacke, daß er sich
bereite schwer beitrafte Leute zu Mitarbeitern
Detaussu#e. Eberle hatte ein Taggeld von 4
Marl bezogen. Die Verbrennung der ungebrauckien
Karten wird nunmehr durch die
Schutzmannschaft überwacht.
München. 20. Juli. IJn einem Gaßthause im
Tal herrsckte Aufregung wegen der neuen Bierverordnung.
Besonders ein Stammgast, der Baufuhrer
Holzenberger, eregte sich ungemein.
. Sckand war's“, sagte er, „und a Spotr,
wenn ma bei dera Hitz nôöt gnua Bier kriagn
tal. Und zwar a Bier, dös wo ma trinken kann!
J brauch jetzt im Sommer koa Einheiz-Bier, u.
im Winter heiz i mit Kohlen.“
Bayerische Nachrichten.
Vom Walchensece, 20. Juli. Montag und
Dienstag fand eine Begehung der Baufieslen des
Walchenseewertes durch die Vertreter der
Slaatsregierung und die Vertreter der mit
dei Ausführung betrauten Baufirmen unter Zubehung
sach verfständiger Berater statt. Alsle Benleiligten
waren der Ansicht, daß die ortlichen
Verhältnisse für den Ausbau des Walchensee-
lechnische Schwierigkeiten un Bau und Betrieb
weikes auherordentuich gunstig sind, und daß
dieles großen Unlernehmens nicht zu befürchten
lind.
Garmisch, 20. Juli. In München wurden
wei Holtelbedienuele aus Garmisch verhaftet, die
in einem Hotlel in Garmisch Gäsle um Sachen
im Werte von mehreren tausend Mark bestohlen
hatien. Ein Teil der gestohlenen Gegenstände
lonnte den Verhafteten in München abgenommen
werden. Einer der Beteiligten iit ein fah
neuflück tiger Soldat, der die Stellung in Garmisck
unter einem salschen Namen angetreien
balte. Man glaubt, daß noch mehr Personen
an den Diebtählen beteiligt waren.
Augsburg, 20. Juli. Auf Antrag des Reserenten
Recktsrats? Seiderer bewilligte der Macistrot
einitimmig zum Ankauf von Beeren einen
Kred.t von 500,0 Mark und zur Eindeckung
mit Eiern für den Winterbedarf einen jsolchen
von 150700 Mark. Wie der Reserent darlegt.
wird cs gut sein, menn die Bevollerung sich nicht
allzu großen Ho##nungen in 4 Bezug auf Frulb--fartoĩjelverĩorgung
hingibt. Die in Aussicht geilellte
Menge reicht laum zu einer zweimaligen
Betleifung. Im weiteren Verlauĩ seiner Ausfüh—
kungen beiprict Referent mit erfrischender Deullicleil
die Lebenemittelversorgung Augsburgs
und die Behandlung durd die bayer. Lebensmittelstellen
besonders= bei Käse- und Wildbret?.
daun das wenia gemeinfinnige Norgeben der Lebensmiltelgesellsckait
Munchen. Bekannt sei, daß
die Geiellich ait Abichlusse mache, die preisverteuelnd
fur andere Slädte wirten mussen. Er
bewier dies durd interessame Borgange beim
Obflauflauf. Derartige Manipusationen lasse
sich Augel urg lunsti in keiner Weise mehr gefallen.
Der Referent wurde in der anschließe *7
den Ausiprade gut unterftützt. zum Schlusse
richleie der Reserent unter dem Beisall des
Magittratslollegiums eine erne Mahnung an
die Gärtner wegen des Gemusemarkies.
Forchheim. 20. Julk. Der Ertrag der die:-sahrigen
Kirichenei: ne in den Bezirken Forchheim,
(Gräfenberg und Ebermanmadt hat alle
Erwartunpen ubertroffen, er werd auf 212 bi
3 Millionen Mart heickanz, Einzelne Orschaften
haben zmischen 707.0) und 100000 Mark fur
die Kirschen einaenommen., einzelne Besitzer von
Kirschengärlen bie zu 4/00./0 Mark. Es in die
reickite Kirschenernie seilt einem Jahrzehnt.
Regensburg, 20. Julsi. Der Stadimagiitrat
hat aud die bieher bewilligten Teucrungozulagen
der flädtischen Beamten und Arbeiter
mil Rückwirkung bis 1. Juli erhöht. Die Beamten
und Lehrer sowie die sonstigen iländigen
Angestelten mit Monats beiugen soweit ihr Jallreseinkommen
0300: Mark nicktüberteigt, erhe l
tcndieitnnttichenZittjetnitthtiinnhtnedkrk
digen und kinderlos verwitweten Beamten, de—
ren seitberine zulage auf 18.00 Mark erhoht
wiid. Tie Arbeiter erhallen unter Einzug der
bisber gewahrten uonatlichen Teuerunge zur-Slammlohn
arbeits etagliche Lohn-Vlacen
und zwar die Manner 75 Pig., die
Frauen 50 Pig. Auwerdem erbasten dee verbeiratelen
Arbeiter für jedes Kind unter 15 Jah--ren.
in Ausnahmesällen bis zu 18 Jahren. eine
arbenslaglicke Kinderzulage von je 20
Uürnberg, 20. Juli. Eine n
Uhrenerofhandlersfrau, die jeiu 5 Wochen von
ihrem Manne gelreun leble, wurde in der Zuche
ihrer Wohnung am Hühnerplatz, mit Leuch!
gas vergiftel let aufgefunden. Nach Angabe ibrer
Angehorigen wollte die Frau heute srub
mit ihren zwei Kindern in die Sommerfrische
abreisen. Die Kriminalpolizei nahm die Verhaflung
des Cheman nes vor.
ürnberg. 20. Juli. Da#s Gemeindctollegium
ilimmte dem Magiktratobeschlu zu. wonach
vom 1. September an auf alle Ssbomrechnun ae
des Eseltriz'tatswerfes ein 1prozentiger uschlaa
erhoben werden ĩotll. Es wurde hierbei
bemerti, daß die außerordenklide ledauerliche
Etrhebunn eine mur groe Bela Nung der (#-schaitslenite
daritelle, da sie eine Mehreinnahme
von 155½ ½ Marl eu Jahr erbringen solie.
daß sic aber unter den gegelenen Verbaltnisseals
ein „bitlete Muß- betrachtet und hingenommen
werden muse. "“
Hirmasens, 277. Juli. Jn die gebeimnis
vohe Mordangelegenbeit des Kaufmame Lowenthal
aus Berlin scheint nunmehr Licht zu
dringen, nachdem die u. a. als Hauptmörder verhafteten
Kaufleute Gebhardl-Sohn und Gel
hardt- Bater die bieher geübte „Vorsicht“ sal
len ließen. Bekanntlich dreht es sich bei demn:
Raubmord auch um eine verschwundenc. von der
Pfalzer Bank abgeholene Summe von 41 01#½)
Mark. Cs konnte nunmehr von Pol #zeibeamten
ein sog. „Kassiber“ (Mitteilung in Gaunerschrift)
abgefangen werden, in dem der in Unterjuck
ungshajt besindsiche! junge (Gebhardt seinen
ebensalls verhafteten Rater nach dem Verlie
der bewußten 41 0.0 - befragt. Ebenso wurde
in dem Betriebe der Famisie Gebhardt in
Pirmasens ein Stuck Leder gefunden, an dem
Menschenblmut kledt, das von dem Mord herrühten
dürfte. Die Leiche Lowenthals selbst lonne
noch immer nicht endeckt werden. Man vermutet,
daß dieselbe zerstüdelt worden ist und die einzelnen
Teile vielleickt verbrannt wurdeit.
G#l##4
Innsbruck. 20. Juli. Im Siechenhause am
Innrain llarb die 103 Jahre alle Luzia Bet-