Volltext : Kriegsgeschichte von Bayern unter König Maximilian Joseph I. - Zeitraum vom Jahre 1789 bis zum Frieden von Tilsit 1807. (1)

—  149  —

Lieutenant  Griesenhöck  gegen  den  Andrang  des  Feindes
  deckte.

General  Lefebre  aber,  nur  Rache  athmend,  noch
in  nassen  Kleidern,  eilte  auf  Kourierpferden  nach  Schweidnitz
  voraus,  ließ  da  eine  preußische  Kanone  beweglich
machen,  und  sammelte  an  hundert  Mann  durch  Schlesien
  ziehender  Franzosen  und  300  polnische  Uhlanen  zu
sich.  Mit  diesen  Uhlanen,  mit  der  Escadron  Chevaurxlegers
  unter  dem  Lieutenant  Zandt,  mit  der  preußischen
  Kanone  unter  Hauptmann  Regnier  flog  er  folgendes
  Tags  (15ten  Mai)  nach  Fürstenstein.  Hauptmann
  Brück  mit  der  zweiten  Grenadier-Compagnie  des
Leib-Regiments,  und  mit  den  Schützen  desselben  Oberlieutenant
  Baligand  folgten  im  schnellsten  Laufe  auf
Wägen.  Gleiche  Richtung  nahm  Graf  Waldkirch  mit
seinem  Bataillon  und  den  hundert  Franzosen.

Es  hatte  nämlich  General  Lefebre  wohl  berechnet,
Major  Losthin  werde  sich,  nach  dem  Gefecht  bei  Kanth,
schwerlich  gegen  Breslau  weiter  hin  bewegen,  sondern
seine  Gefangenen  und  seine  Beute  in  Sicherheit  zu  bringen
  suchen,  und  von  drei  Wegen  nach  Glatz  oder  Sil-Lieutenant

  Pigenot  des  toten  Regiments,  hatten  ihren
trefflichen  Führer  Oberstlieutenant  Grafen  Waldkirch  treulich
  unterstützt.  Lieutenant  Kiefer  brachte  mit  einer
Hand,  welche  bereits  stark  verwundet  worden,  und  einen
feindlichen  Artilleristen  getödtet  hatte,  die  von  ihm  eroberte
feindliche  Kanone  noch  vor  Ausgang  des  Gefechtes  glücklich
in  Sicherheit.  Eben  so  hatte  sich  der  verwundete  Lieutenant
  Baron  Hohenhausen  des  toten  Linien=  Regiments
  vorzüglich  tapfer  gezeigt.