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In Frankenberg (Zwickau) ist beobachtet worden, daß ältere, d. h. wenigstens
4 Wochen alte Lymphe kräftig und dabei doch milder wirkte als frische. Noch deutlicher
zeigte sich dies bei den Kälberimpfungen.
Die in Cannstatt gewonnene Lymphe erwies sich noch nach 200 Tagen als durchaus
zuverlässig.
Die Lymphe aus Karlsruhe blieb mehrere Monate haltbar; noch länger erhielt sich
die mit besonderer Sorgfalt bereitete Stammlymphe zur Fortzucht wirksam.
In Darmstadt konnte von der Verwendung der meist keimreichen frischen Lymphe
abgesehen werden; die Erfahrungen mit der abgelagerten Lymphe waren äußerst befriedigend.
Beispielsweise wurde eine Lumphe vom November 1895 mit vollem persönlichen und Schnitterfolg
Ende April 1896 verimpft.
Die Schweriner Lymphe war, wenn auch von verschiedener, doch im Ganzen von
guter Haltbarkeit. 1
Der Weimarer Impfstoff war in ¼ der Fälle nicht genügend haltbar. Die scheinbar
vorzüglichen Pusteln, mit Thierlymphe aus Hamburg und Genf erzeugt, lieferten eine nur
kurze Zeit lang wirksame Lymphe. Einige Impftermine mußten wiederholt werden Wenn
jedoch eine Lymphe sich 14 Tage gut gehalten hatte, konnte auf längere Dauerhaftigkeit
gerechnet werden, besonders sofern der Impfstoff von größeren Thieren abgenommen war.
Die Bernburger Thierlymphe besaß, abgesehen von derjenigen eines Kalbes, vorzügliche
Haltbarkeit.
Bremer Lymphe wurde z. Th. im Alter von 6 Monaten zur Kälberimpfung benutzt
über die Erfolge enthält der Bericht keine Angaben.
In Hamburg wurde zur Impfung der Kälber bis zu 10 Monate alte eigene Lymphe
benutzt. Der Erfolg war im Allgemeinen günstig.
Die ersten in Straßburg i. E. abgegebenen Mengen stammten aus dem November
des Vorjahres und wurden mit gutem Erfolg verimpft. «
Erkrankungen von Menschen nach der Impfung mit Thierlymphe.
Die in Berlin thätigen Aerzte der Anstalt sahen unter den von ihnen Geimpften
3 Fälle starker Entzündung der Haut in der Umgebung der Impfpusteln (davon 2 bei
Erstimpflingen), 1 Fall stärkerer Randröthe, 2 Fälle von Achseldrüsenschwellung, 3 Fälle von
Impfgeschwür (darunter bei einem mit 2 Schnitten und 2 Stichen geimpften Kinde nur an
den Schnitten), 1 mal leichte Entzündung des Unterhautzellgewebes, 1 mal Ekzem, 1 mal außer
Nebenpocken eine durch Selbstübertragung hervorgebrachte Blatter an der Stirn, 1 mal kleine
Furunkel. Ein Berliner Impfarzt meldete 1 Erysipel. 10 Berichtskarten sprechen von
Reizungserscheinungen in der Umgebung der Blattern, nach 6 derselben waren Wiedergeimpfte
betroffen; nach einer Karte ist Geschwürsbildung vorgekommen, eine andere erwähnt
Impfausschläge. Außerdem wurde je 1 mal über Lymphdrüsenschwellung und Ekzem berichtet.
Der Anstalt in Stettin berichtete ein Arzt über röthelartigen Ausschlag bei 3 Erstimpflingen
ohne besondere Folgen für das Allgemeinbefinden der Kinder, ein anderer über
Bläschenekzem am ganzen Körper zweier Erstimpflinge.
In Oppeln, Halle a. S., Hannover und Kassel wurden Störungen nach der
Impfung weder beobachtet noch angezeigt.
Der Anstalt in Köln wurde von den Impfärzten ohne Aufforderung sogar häufig
gemeldet, daß die Reizungserscheinungen gegenüber früheren Jahren bei gut entwickelten
Pusteln auffallend mäßig gewesen seien. Der Lehrer der Impftechnik an der Universität