Diskusston.
Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird die Diskussion über die
beiden Vorträge wieder getrennt.
Herr Siercks, Revisor gewerblicher Fortbildungsschulen,
Schleswig:
Meine verehrten Damen und Herren! Ich habe mir eigentlich
nicht das Wort erbeten, um meinem verehrten Freunde Haese in
irgend einem Punkte entgegen zu treten, vielmehr darum, um
einiges, was er gesagt hat, noch etwas schärfer zu betonen, weil
ich das für notwenddi halte.
Anknüpfen möchte ich dabei an ein Wort, das hier von dieser
Stätte aus gestern gefallen ist, daß nämlich für den kaufmännischen
Beruf die Schulbildung eigentlich nicht so hoch zu bewerten sei, wie
man im allgemeinen glaubt. Das hat m ich sehr gewundert. Es
ist ja Tatsache, daß, wie wir ja alle boisfen, mitunter die dümmsten
Bauern die dicksten Kartoffeln haben. Das sind aber Ausnahmen,
und mit solchen Ausnahmen kann man doch unmöglich etwas beweisen.
Das ist vielmehr so die Redensart, die einem immer von
denjenigen entgegengehalten wird, die nicht für die Fortbildungsschule
sind, weil sie ihnen unbequem ist, und deshalb sagen: ja, mein
Gott, Sie sehen ja, der ist ein ganz dummer Kerl und kommt ganz
gut fort im Leben. Glauben Sie, daß, wer auf der Schule ein
Schafskopf gewesen ist und nichts lernen konnte, oder wer ein Faulpelz
war und nichts lernen wollte, sofort ein anderer Mensch wird,
wenn er ins Leben tritt? Nein, mit einem solchen werden Sie auch
nichts anfangen können.
Es handelt Sich in der Fortbildungsschule keineswegs allein
darum, was der Mensch bei uns lernt. Herr Direktor Haese hat
ja schon betont, daß das erziehliche Moment von großer Bedeutung
ist, aber man soll das auch chtio verstehen. Allerdings, wenn wir
von Erziehung sprechen, meinen wir das in Aiter Linie in den
Sinne, daß man den jungen Mann beeinflußt in der Richtung
sittlich Guten. Es gibt aber auch eine Beeinflussung in atung e
Sinne, und diese letztere Beeinflussung und Erziehung ist gerade für
die Feortbichurgssculen von ganz wes sentlichee Bedeutung. Das
möchte ich hier etwas näher ausführen.
Herr Direktor Haese hat ganz ricktig gesagt, der junge Mann
soll räumlich denken lernen, er soll in den Farben denken lernen,
er soll denken lernen in dem Waterial, das er zu bearbeiten hat,