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Gegenüber diesen Bedenken erwägt aber Kurmainz, wie schwach die Januar 4.
katholische Union für sich selbst ist, dass sie deshalb fast gezwungen
wurde, die Komposition mit der protestantischen Union wegen Abdankung
des beiderseitigen Kriegsvolkes vorzunehmen, wobei fast alles,
was oben und unten Landes kontribuiert wurde, obne einigen Vorteil
für die katholischen Stände verloren gegangen ist. Dazu sind auch die Verhandlungen
mit Sachsen und anderen protestantischen Ständen besonders
auf dem prager Konvent von den Katholischen ernstlich erwogen
worden: Kurmainz hat mit Kurköln wiederholt vertraulich
davon geredet; dieser hat Kurmainz zur Fortsetzung der Verhandlung
mit Sachsen ermuntert; Kurmainz hatauch mit den damals in Prag anwesenden
Erzherzogen darüber gesprochen und hat, als er deren Neigung
hiefür verspürte, auch dem päpstlichen und spanischen Botschafter davon
Mitteilung gemacht, die den Plan nicht misbilligten; endlich lief inıwischen
auch noch des Erzherzogs Albrecht Erklärung ein, wonach
der König von Spanien nichts dagegen habe; ebenso hat auch schon
Kurtrier seine Zustimmung erklärt. Dazu hat Kurmainz auf Einraten
Kurköins den Weg von Prag über Dresden genommen und hat dort
persönlich den Eintritt des Hauses Sachsen in die katholische Union
betrieben. Sachsen hat darauf nicht nur willfährigen Bescheid erteilt
sondern hat auch begehrt, dass es, wenn ein Bundestag angestellt würde,
davon zur Abordnung der seinen verständigt würde. Man hat auch
Sachsen zugemutet, mit Braunschweig und andern verwandten Häusern
zu gleichem Ende zu verhandeln. Sowohl die Erklärung Sachsens als
die Sachsen gegebene Versprechung, es von der Anstellung eines Bundestages
zu benachrichtigen, ist dem Herzog vordem mitgeteilt worden.
Der Kurfürst wüsste nun gar nicht, wie er dazu käme, Schimpf
und Unglimpf auf sich zu laden, wenn die Beschreibung Sachsens
unterbliebe; es müsste auch die Unterlassung zuvor dem päpstlichen
und spanischen Botschafter zu Prag mitgeteilt werden, da sie
von der beabsichtigten Beschreibung Sachsens bereits unterrichtet
waren und sie als ein heilsames Werk erkannten. —
Was die befürchtete Hereinziehung der unierten Katholiken in
die jülicher Sache betrifft, so wird der Herzog sich erinnern, dass
die geistlichen Kurfürsten sich bei ihrer ersten Erklärung nur unter
der Bedingung zu einem Beitrag an die Unionskasse entschlossen,
dass von den verglichenen dreissig Monaten zehn dem Erzherzog Leopold
zu besserer Beschützung der Festung Jülich erlegt würden, da von
dortber den Kurfürsten als den nächsten Nachbarn die grösste Gefahr
drohe. Nun weiss Kurmainz gar nicht, ob Kursachsen für sein oder
seines Hauses Interesse eine besondere Hilfe begehren wird, es wäre
denn dass der Kaiser auf „die gegen die praetendierenden Fürsten zu
——
friedfertiger evangelischer Stände für die katholische Union einverstanden
erklärt hatte. Vgl. Kurkölas Schreiben an Herzog Maximilian
von Baiern vom 19. Dezember 1610 (Mc., Entstehung, Fasz. V.,
no. 29, f. 668; Or.).