327
sie so viele Mühe mit dem Entwurfe haben.1) „Ich hoffe aber,“ sagt
er, daß Sie durch den Nutzen, den Sie stiften, und durch die Ehre
ein so herrliches Werk vollendet zu haben, eine Ehre, die Ihnen Niemand
rauben wird, reichlich belohnt werden sollen.“ Auch an
anderen Belohnungen fehlt es nicht. Die Regisseure hatten sich
jeder 15,000 Thaler jährlich bedungen. Der König, der seinen
Ministern jährlich je 4000 Thaler gab, vermehrte jene Summe durch
bedeutende Geschenke. Mirabeau warf später dem de la Haye vor,
der zuletzt allein übrig blieb, er habe in den 20 Jahren beinahe
eine halbe Million Rthlr. gezogen. De la Haye bewies, es seien
nur 400,000 Thaler gewesen, und zwar alle durch Schenkung des
Königs erworben.
Der König arbeitete unmittelbar mit den Generalregisseurs
und bewies ihnen ein völliges Vertrauen. Hatte er ihre Vorschläge
genehmigt: so führten sie dieselben aus ohne alle Einmischung
Anderer. Das Militär stand ihnen zur Verfügung, und sie bedurften
desselben, da Aufläufe häufig waren. Alle Unterbediente
wurden von den Generalregisseurs angestellt, und standen nur
unter ihrem Befehle. Man hat sich lebhaft mit der Frage beschäftigt,
ob der König habe 1500, 3000, 5000 Franzosen kommen
lassen, oder weniger. Was thut es zur Sache, wenn es auch nur
500 gewesen sind? Alle oberen Stellen waren mit Franzosen besetzt.
Man könne auch Einheimische brauchen, sagt der König, 2)
besonders wenn die Fremden nicht geschickter sind. Unter gleichen
Verhältnissen also hatten die Franzosen immer den Vorzug. Sobald
diese Menschen sich Vermögen erworben, kehrten sie nach Frankreich
zurück; denn es war ausdrückliche Bedingung, daß von allen
Geldern, die sie während ihres Dienstes nach Frankreich schickten oder
später mitnahmen, kein Abzug irgend welcher Art stattfinden dürfe.“)
1) Preuß: Urkundenbuch III. 12. nr. 3. — 2) a. a. O. S. 15. ur. 10.
— 3) Dohm 1V. 518.