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Man hätte ebenso gut sagen können, daß nur in der Gesellschaft nutzlose
und selbst gemeinschädliche Arbeit ein Erwerbszweig werden kann, daß
man nur in der Gesellschaft vom Müssiggang leben kann 2c. 2c. — kurz den
ganzen Rousseau abschreiben können.
Und was ist „nutzbringende" Arbeit? Doch nur die Arbeit, die
den bezweckten Nutzeffekt hervorbringt. Ein Wilder — und der Mensch ist
ein Wilder, nachdem er aufgehört hat, Affe zu sein — der ein Thier mit
einem Stein erlegt, der Früchte sammelt 2c., verrichtet „nutzbringende“
Arbeit.
Drittens: Die Schlußfolgerung: „Und da nutzbringende Arbeit
nur in der Gesellschaft und durch die Gesellschaft möglich ist —
gehört der Ertrag der Arbeit unverkürzt, mit gleichem Rechte,
allen Gesellschaftsgliedern.“
Schöner Schluß! Wenn die nutzbringende Arbeit nur in der Gesellschaft
und durch die Gesellschaft möglich ist, gehört der Arbeitsertrag der
Gesellschaft — und kommt dem einzelnen Arbeiter davon nur so viel zu,
als nicht nöthig ist, um die „Bedingung“ der Arbeit, die Gesellschaft, zu
erhalten.
In der That ist dieser Satz auch zu allen Zeiten von den Verfechtern
des jedesmaligen Gesellschaftszustandes geltend gemacht worden. Erst
kommen die Ansprüche der Regierung mit allem, was daran klebt, denn sie
ist das gesellschaftliche Organ zur Erhaltung der gesellschaftlichen Ordnung;
dann kommen die Ansprüche der verschiedenen Sorten von Privateigenthum,
denn die verschiedenen Sorten von Privateigenthum sind die Grundlagen
der Gesellschast 2c. Man sieht, man kann solche hohle Phrasen drehen und
wenden wie man will.
Irgend welchen verständigen Zusammenhang haben der erste und zweite
Theil des Paragraphen nur in dieser Fassung:
„Quelle des Reichthums und der Kultur wird die Arbeit nur als gesellschaftliche
Arbeit“ oder, was dasselbe ist, „in und durch die Gesellschaft“,
Dieser Satz ist unstreitig richtig, denn wenn die vereinzelte Arbeit
(ihre sachlichen Bedingungen vorausgesetzt) auch Gebrauchswerthe schaffen
kann, kann sie weder Reichthümer noch Kultur schaffen.
Aber ebenso unstreitig ist der andere Satz:
„Im Maße wie die Arbeit sich gesellschaftlich entwickelt und dadurch
Quelle von Reichthum und Kultur wird, entwickeln sich Armuth und Verwahrlosung
auf Seiten des Arbeiters, Reichthum und Kultur auf Seiten
des Nicht-Arbeiters.“
Dies ist das Gesetz der ganzen bisherigen Geschichte. Es war also,
statt allgemeine Redensarten über „die Arbeit“ und „die Gesellschaft“ zu
machen, hier bestimmt nachzuweisen, wie in der jetzigen kapitalistischen Gesellschaft
endlich die materiellen 2c. Bedingungen geschaffen sind, welche die
Arbeiter befähigen und zwingen, jenen gesellschaftlichen Fluch zu brechen.
In der That aber ist der ganze, stylistisch und inhaltlich verfehlte Paragraph
nur da, um das Lassalle'sche Stichwort vom „unverkürzten Arbeitsertrag“
als Losungswort auf die Spitze der Parteifahne zu schreiben. Ich
komme später zurück auf den „Arbeitsertrag“, das „gleiche Recht“ 2c., da
dieselbe Sache in etwas anderer Form wiederkehrt.