Full text : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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curruearius,  veetar  Stieler;  die  fulrleute,  anspanver
aus  dem  dorfe,  spannten  aus  Goethe  W.  Meister  3,2.  —
Anspannung,  k.  Handlung  des  Anspannens;  bildlich:
mit  anspanuung  aller  krüfte;  er  empfand  die  foltern
der  angineklieben  anspannung  mit  Goethe  W.  Meister
4,  19.

Anspeien,  Speichel  an  einen  oder  etwas  werfen,  besonders
  als  Ausdruck  der  Verachtung:  ir  ieglicher  in
anspe  Barl.  72,  23;  und  speieten  jn  an  Matth.  27,  30
(beute  nur  spieen  ihn  an);  so  liesz  er  zornig  von  mir
ab,  und  batte  lust  mich  anzuspeien  11;  2,  269;  mitten
in  ihrem  tempel  spieest  du  die  majestatische  gerechtigkeit
  an  Schiller  Fiesko  2,  13.  —  Anspiel,  u.  für  Anspielung:
  das  anspiel  auf  jenes  bewegende  bruten  der
tiese  Herder  z.  Theol.  6,  37;  anspiel  auf  die  wilden
mächte  Arndt  Ged.  318.  Bei  den  Kartenspielern  erstes
Spiel,  Spieles  Anfang:  wer  hat  das  anspiel?  —  auspielen,
  1)  ansangen  zu  spielen,  durch  Spiel  einweihen:
bei  Musikern,  ein  neues  Instrument  prüfen;  um  sein
instrument  damit  anzuspielen  Schiller  4,  255;  bei
Kartenspielern  den  Ansang  in  einem  Spiele  baben:  ich
spiele  an;  trans.  als  Anfang  so  ausgeben:  rot.  schellen,
eicheln  anspielen.  2)  spielend  berühren  oder  sich  nähern:
mit  der  schlängelnd  anspielenden  welle  Goethe  Wanderj.
3,  18;  bildlich:  sich  in  eines  gunst  anspielen  Stieler;
in  neuerer  Spr.  aber  von  bloßen  Andentungen;  ungewöhnlich
  mit  Acc.:  andeuten  mag  er  jene  ideen,  anspielen
jene  empfindungen  Schiller  10,  245;  meist  mit  auf

Anspannung  —  ansprechen.

etwas:  auf  hekannte  begebenheiten  anspielen  Gocthe

Du  W.  11.  —  Anspielung,  k.  versteckte  Andeutung:  wo

der  witz  in  einer  unubersetzlichen  anspielung  liegt

Lessing  5,  66;  die  unterhaltung  mit  beiszenden  anspielungen

  gewürzt  Freytag  Joum.  1,  2;  anspielunges

auf  sachen  Schiller  2,  372.  —  anspiuncu,  spinnend
verbinden,  einen  faden  an  den  andern;  refl.  die  raupe
spiont  sich  an  das  blatt  an;  übertragen,  liebesverhältnis,
handel,  meuterei  anspinnen;  es  spinnet  sich  cin  krieg
an  Stieler;  so  will  ich  einen  mächtgen  bund  verraten,
  der  sich  in  stillen  nachten  angesponnen  Uhland
Ged.  110.  —  Ausporn,  m.  neues  Wort  für  Anspornung,
bildlich  wie  Antrieb:  es  wird  mir  ein  ansporn  zum
handeln  sein.  —  anspornen,  spornend  antreiben,  ein
plerd;  übertragen,  anreizen,  einen  zu  etwas;  das  hat
mich  angespornt  den  schritt  zu  thun  Goethe  Clav.  1;
älter  aneporen;  wurde  er  .  durch  seinen  beichtvatter
und  sein  eigenes  gewissen  angesport  und  getrichben.  dasz
er  mich  mit  ihme  copulieren  liesze  Simpl.  3,  24.
Ansprache,  k.  Handlung  des  Ansprechens;  1)  in
älterer  Spr.  als  Gerichtswort,  Klage,  Forderung,  gerichtlicher
  Anspruch,  mhd.  anspräche,  und  so  noch  17.  Ih.:
was  recht  oder  ansprach  er  zu  demselben  (Lande)  heite
Zinkgref  Apoxhth.  1,102.  2)  allgemein  das  Ansprechen
und  das  dabei  gesagte,  auch  schon  mhd.:  anspräche
bœren  Eckhart;  der  füurst  bechrte  verschicdene  mit
Leiner  ansprache;  jetzt  vorwiegend  wie  kleine  Rede,  cine
ansprache  an  die  gemeinde,  das  volk  halten.  3)  beie
Musikinstrumenten  Fähigkeit  Ton  zu  geben:  geige.  klarier
mit  leichter  anspr.iche.  —  ausprechen,  1/  Worte  richten
an  einen,  für  etwas;  als  alter  Ausdruck  eines  Klägers
vor  Gericht:  ich  bin  der  sache  unschuldig  gar,  dar
umb  der  hunt  mich  sprichct  an  (lagt  das  verklagte
Schaf)  Boner  7,  13;  etwas  ansprechen,  es  fordern:

sprichet  ein  man  güt  an  Schwabensp.  65;  ct#as  vor

das  seine  ansprechen  Stieler;  und  noch  im  1o.  Jh.:
räthe  und  richter  ansprechen  Basler  Rechtsqu.  I,  1015;
wer  ihn  (als  Richter)  auf  einen  dicbstahl  ansbreche
Möser  Phant.  4,  125.  2)  außergerichtlich,  einen;  er
hat  mich  auf  der  strasze  angesprochcn;  das  ich  euch
aehen  und  ansprechen  möchte  Ap.  Gesch.  28,  20;  prachen
einander  frieclich  an  1.  Macc.  7,  29;  namentlich  auch
bittend:  für  den  ersten  blessirten  armen  noldaten,  der
uns  anspricht  Lessing  Minna  2,  3;  mit  um:  sprich

ansprengen  —  Anspruch.  122
deinen  freund  drumb  an  Sir.  19,  15;  weil  Aristipp
seinem  lehrer  funfzig  drachmen,  um  welche  dieser  ihn
angesprochen,  rundweg  ahgeschlages  Wieland  Arist.
1,  32;  (Haussfreund  der)  ihn  um  mitnahme  ansprach
Immermann  Münchh.  1,  51;  mit  Acc.,  wo  daun  der
Verbalbegriff  mehr  als  „in  Anspruch  nehmen  hervortritt:
  Lavatern,  dessen  gastfreundschalt  ich  wieder  ansprach
  Goethe  48,  139;  doch  sprich  dein  mutterfasz
und  flaschenfutter  an  Fleming  582.  3)  einen  als,  fur
einen  oder  etwas,  indem  man  ihn  dafür  hält:  ich  sprach
ihn  anf  der  strasze  fur,  als  herra  NX.  an;  bei  Jägern
ansprechen,  nach  der  Fährte  den  Hirsch  beurteilen;
sreier,  namentlich  bei  Goethe:  wan  muszte  ihn,  ungeachtet
  aller  auxenblicklichen  beihulfe,  fur  todt  ansprechen
  Wahlverw.  2,  8;  verschiedene  curcn,  die  der
aufmerksame  beobachter  .  nieht  geradezu  als  betrug
ansprechen  konnte  W.  Meister  8,  9.  4)  beieinem,  besuchend
  vorsprechen:  sprach  selten  bei  ihr  an,  und  nie
allein  Wieland  Geron.  5)  von  Tonwerkzeugen,  Ton
geben:  klarier,  geige,  füte  spricht  leicht,  schwierig  an.
6)  von  Unbelebtem,  etwas  spricht  an,  wirkt  auf  einen
wie  belebt  anredend,  macht  guten  Eindruck,  sagt  zu  (erst
seit  vor.  Ih.);  das  concert,  gedicht  sprach  sehr  an:
mit  Acc.:  und  krästger  noch  aus  sciner  schlichten  rede
und  reinea  stirn  spricht  uns  die  wahrheit  an  Schiller
Dem.  1,  304;  weniger  gut  mit  Dat.:  auf  der  reise,  wo
einem  so  viel  gegenstünde  ausprechen  Goethe  13,  89.
—  ansprengen,  1)  sprengend,  zu  Nosse  angreisen,  einen
feind;  sus  sprengtin  si  di  viende  an  Jeroschin  7470;
da  sprengt  ans  dem  wald  ein  unwillkommner  dritter
mit  rennenden  zugeln  ihn  an  Wieland  Amad.  4,  29;
intrans.  auf  einen  ansprengen,  angesprengt  kommen;
auf  die  feinde  ansprengen;  im  16.  17.  Ib.  übertragen
auf  das  Angreisen  oder  Anstürmen  mit  Worten,  und
noch  bei  Schiller:  Luise  sprengt  ihn  ängstlich  an
Kab.  2,  4.  2)  sprengend  beseuchten,  anspritzen,  tucher,
blumen;  wusser  einem  ohnmächtigen  ansprengen.  —
anspringen,  springend  herankommen,  die  kinder  kommen
angesprungen;  mit  Acc.  der  hund  springt  seinen  herrn
an.  —  anspritze#n,  spritzend  berühren,  einen;  muthwillige
knabenjunglinge  spritzten  sie  an  Goethe  DuW.  16;
spritzend  zuführen,  einem  wasser;  (Blumenkränze,  die)
von  zeit  zu  zeit  mit  frischem  wasser  angespritzt  wurden
Wieland  gold.  Sp.  1,  3;  bei  Bildhauern,  um  den  Thon
weich  zu  halten:  die  gruppe,  nachdem  er  sie  von  neuem
angespritzt  Heyse  Par.  1,  52.  —  Anspruch,  m.  1)  gerichtliche
  Klage,  Forderung:  recht  sprechen  nach  klag
und  anspruch  Haltaus  (v.  1409);  später  und  noch
jetzt  namentlich  einen  vor  gericht  in  anspruch  nehmen
wegen  etwas;  daher  frei:  so  ist  die  kritik  auf  einmal
abgewiesen,  dic  den  herrn  Löwen  wegen  der  einrichtung
scincs  stucks  in  anspruch  nehmen  wollte  Lessing
Dram.  29;  Grund  zu  solcher  Klage,  Gegenstand  derselben:
hat  aber  Demetrius  .  zu  jemand  einen  auspruch.  so
helt  man  gericht  Ap.  Gesch.  19,  38.  2)  außergerichtliche
Forderung  und  Gegenstand  derselben,  namentlich  in  mehr
oder  minder  sesten  Formeln:  einen  anspruch  auf  eine
sache  haben,  machen  Stein  bach;  alle  menschen  haben,
als  menschen,  gleiche  ansprüche  an  den  gebrauch  ihrer
kräste  Wieland  Arist.  4,  5;  als  leute  .  die  alp  in
anspruch  nahmen  Schiller  Tell  2,  2;  mein  anspruch
war  kirchenraub,  und  schaudernd  geb  ich  ihn  auf
Kab.  3,  1;  eines  zeit,  krüste  in  anspruch  nehmen;  mehr
allgemein,  anspruche,  die  man  an  das  Leben  und  seine
Verbältnisse  stellt,  nach  dem  franz.  proélenttone:  solche,
dic  sich  belicht  machen  und  allenfalls  mit  höheren  anspruchen
  hervortreten  möchten  Goethe  Du  W.  19;  ein
mann,  eine  dame  von  vichen  ansprüchen;  die  reiche
erbin,  an  anspruche  gewöhnt  Freytag  Journ.  3  (ogl.
anspruchslos.  voll).  3)  selten  das  Ansprechen,  Anreden:
ihn  .  zuweilen  durch  unvermutheten  anspruch  und
vorwurk  antastete  Varnhagen  Blücher  579.  —  an-