Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Sechzehnter Jahrgang. 1888. (16)

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28  Aussteiug  von  28.  Die  Aufstellung  eines  Alkoholmessers  mit  gedichtetem  Schutzkasten  darf  nur  auf  auszalkobellweflern
  drückliche  Anweisung  der  Direktivbehörde  erfolgen.  Hält  der  mit  der  Aufstellung  von  Alkoholmessern
Schutzkasten.  betraute  Techniker,  nachdem  er  von  der  Beschaffenheit  des  in  der  bezüglichen  Melassebrennerei  erzeugten

  Branntweins  genaue  Kenntniß  genommen  hat,  die  Verwendung  eines  Meßapparates  mit
gedichtetem  Schutzkasten  für  unumgänglich,  so  ist  hierüber  an  das  Hauptamt  zu  berichten,  welches
die  weitere  Anweisung  der  Direktivbehörde  einholt.

Das  Fundament  für  einen  Meßapparat  dieser  Art  ist  anders  anzuordnen  als  für  einen
gewöhnlichen  Alkoholmesser.  Es  erhält  eine  Länge  von  103  Centimeter  (4  Steine)  und  eine  Breite
von  77  Centimeter  (3  Steine),  sodann  aber  wird  der  Rahmen  R  mit  dem  Einsetzkasten  GE  hinten
eingemauert,  weil  das  Ueberlaufrohr  sowie  das  Rohr  0,  welches  zur  Abführung  des  aus  dem
Topf  I  in  das  Ueberlaufbecken  etwa  übertretenden  Branntweins  dient  (Fig.  8a),  hier  hinten  liegen.
Im  übrigen  bleiben  die  Vorschriften  von  Nr.  19  für  den  Aufbau  des  Fundaments  bestehen;  der
Grundriß  desselben  kommt,  abgesehen  von  den  Dimensionen,  mit  der  Darstellung  in  Fig.  Ga  überein,
wenn  man  die  untere  Seite  dieser  Figur  nach  oben,  die  obere  nach  unten  kehrt.  Die  Dimensionen
sind  von  dem  Untersatz  U  abzunehmen,  auch  der  Ort  für  den  einzumauernden  Rohrstutzen  o  ist  nach
dem  in  U  dafür  vorgesehenen  Loch  festzulegen.

Bei  der  Auswahl  des  Platzes  für  das  Fundament  ist  zu  berücksichtigen,  daß  der  Einsetzkasten
  GE  hier  von  hinten  herauszuziehen  ist;  den  Mindestabstand  der  hinteren  Seite  des  Fundaments
  von  der  Wand  hat  man  danach  zu  bemessen.

Für  das  Zusammensetzen  des  Apparates  kommt  in  Betracht,  daß  die  Platte  7  abgeschraubt
und  mit  dem  Stoßhebel  x  herausgenommen  werden  muß,  um  die  in  die  Lager  der  Achse  y  behufs
Sicherung  während  des  Transports  eingelegten  Zeugstücke  entfernen  zu  können.  Die  Platte  ist
sodann  wieder  einzusetzen  und  festzuschrauben.  Um  hierbei  sowie  bei  dem  Justiren  des  Apparates
an  zu  tiefes  Hinabsinken  des  Stoßhebels  x  zu  verhüten,  trägt  die  Platte  7  eine  verstellbare

tütze  f.

Nach  Justirung  der  Feder,  Einstellung  der  Zählwerke  und  Einhängung  des  Schwimmers
gemäß  den  Anweisungen  unter  Nr.  21  und  22  wird  der  Schutzkasten  mit  seiner  Deckplatte  geschlossen,
wobei  sämmtliche  Schrauben  fest  anzuziehen  sind.  Die  Probegewichte  werden  in  einer  runden  Blechbüchse
  außerhalb  des  Schutzkastens  aufbewahrt.

 

Zweiter  Abschnitt.
Der  Probenehmer.

VI.  Be-  29.  Der  Probenehmer  hat  die  Aufgabe,  das  Volumen  des  in  einer  Brennerei  erzeugten
2chretong.,  Branntweins  zu  messen,  sowie  fortlaufend  Proben  desselben  abzusondern  und  in  einem  nur  der
Probenehmerg.  Steuerbehörde  zugänglichen  Kasten  anzusammeln.  Die  Messung  des  Volumens  geschieht  auch  hier

durch  eine  rotirende  Meßtrommel  mit  drei  Kammern.  Die  Vorrichtung  zur  Proben--Entnahme  ist
an  der  Trommel  angebracht.  Der  Sammelkasten  für  die  Proben  liegt  im  Innern  des  die  Trommel
umgebenden  Gehäuses;  er  kann  aber  ohne  Oeffnung  des  letzteren  entleert  werden.  Die  Sicherung
gegen  unbefugte  Entleerung  erfolgt  durch  Plombirung  des  Ablaßhahnes,  sowie  durch  einen  Zinksturz,
welcher  auch  hier  den  ganzen  Meßapparat  unschließt.

Die  Probenehmer  finden  in  solchen  Brennereien  Verwendung,  welche  Branntwein  von
weniger  als  40  Prozent  durchschnittlichen  Alkoholgehalts  erzeugen  (vergl.  unter  Nr.  1),  in  anderen
Brennereien  nur  dann,  wenn  der  geringe  Umfang  des  Betriebes  oder  etwaige  besondere  Betriebsumstände
  der  Aufstellung  eines  Alkoholmessers  entgegenstehen.  Inwieweit  letzteres  der  Fall  ist,  unterliegt
  der  Entscheidung  die  Direktivbehörde.

o.  Bemwel  und  30.  Fig.  Da  giebt  die  Vorderansicht  eines  Probenehmers  mit  theilweise  durchbrochenem  Zink-—
  sturz  und  Gehäuse,  Fig.  9b  einen  Vertikalschnitt  durch  die  Mitte  des  Apparates.

Die  Meßtrommel  des  Probenehmers  ist  ebenso  gestaltet  wie  diejenige  der  Alkoholmesser;  sie
hat  einen  Raumgehalt  von  20  Liter  und  jede  ihrer  drei  Kammern  einen  solchen  von  6⅝  Liter.
Das  gußeiserne  Gestell  hat  einen  trogartigen  Obertheil  C  und  einen  breiten  Fuß  F.  Der  Trog  C