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sprünglich „bedingungsweise Hörige“ von Kloster= oder Kirchengütern
gewesen sind.
Eigentliche Frobndienste kommen im Ganzen in unsern
Gegenden vor dem 14. Jahrhundert nur sehr selten vor und da, wo sie
eher erwähnt werden, ist die damit verbundene Last eine sehr geringe.
Sie scheinen wohl erst Ende des 14. Jahrhunderts gewöhnlicher geworden
zu sein und von da an auch, hinsichtlich ihrer Last, zugenommen
zu haben. In einer Urkunde vom 8- Nov. 1276, welche sich in
Albinus Registratur der meißnischen Stiftsurkunden findet, wurde
vom Kloster zu Bosan mit dem Dorfe Kywitsch auch die Pflichtigkeit
von 10 Ackerfröhnern, welche jährlich drei Male Frohnezuleisten hatten,
und von 27 Entefröhnern, welche jährlich nur zwei Male dienten, an
das Stift Meißen verkauft. Auch schon ein Verhältniß der Frohn--bezweifeln,
die dem Herrn gebührende Quote von der Nachlassenschaft seines Hörien,
budelinge dagegen, die entweder nur gedachte oder wirklich vollzogene Absonderung
dieser Quote und bulevinge, welches Grimm von hu und dem althochdeutschen
Zeitworte lifen d. i. relinquere (Graff's altdeutscher Sprachschatz
Thl. II. S. 47 unter liban und leiba) — doch wohl etwas gewagt — ableitet,
übereinstimmend mit butel, den an der hinterlassenen Habe seines Hörigen dem
Grundherrn zustehende Antheil bedeuten. Ebenso bringen auch Einige die in einer
Urkunde von 1268 bei Harenberg (Anliquilates Gantershemienses S. 387) erwähnten
buleven (reliquias mortuorum — que vulgariter buleven dicuntur)
hiermit in etymologische Verbindung. — Daß aber mit dem Ausdrucke budelinge
keineswegs das butteil oder bultel in Verbindung gebracht werden könne, wird
uns dann unbedingt klar werden, wann wir beide Worte stammgemäß etymologisiren.
Buttel ist aus dem alten Worte but, Gefäß, Hausrath, und tel oder teil d. i. Theil
zusammengesetzt, zeigt allerdings die Churmete oder Kormete an, die, nachdem
ie schon Kaiser Heinrich V. lex nequissima et nelanda genannt hatte, durch das
Beesthaupt oder Besthäupt, wornach der Herr das Recht hatte, sich das beste
Pferd oder den besten Ochsen, Kleid oder sonst Etwas von der fahrenden Habe des
verstorbenen Lassen oder Hörigen zu wählen und zu nehmen, ersetzt ward. Dagegen
ist budeling entweder aus dem altdeutschen Bud oder Bude d. i. Baude, Haus,
und dem Worte Ling, was im althochdeutschen ein Individunm beiderlei Geschlechts,
also das Gegentheil von „Ding“, d. i. Sache, bedeutet, zusammen gesetzt, oder (7)
aus dem slavischen Buduleni oder Bydleni, Wohnung oder das Wohnen, entstanden,
während bulevinge, das auch im 15. Jahrhunderte, wo doch von keinem Butteil
bei uns mehr die Rede sein konnte, oft als Baulebung vorkommt, aus Bu, der
Bau, die Bebauung der Brandstätte, und levinge oder levung (vom Zeitwort leven
oderlieben d. h. lichern, geben, zinsen), zusammengesetztist, und soviel als Häuslerzins
oder Lassenquote bedeutet. Uebrigens ist zu bemerken, daß im Osnabrückschen
noch jetzt der Ausdruck Bodeling den Kotsassen oder Kassäten anzeigt. Es
ist daher kaum zu denken, daß man so der Etymologie zuwider in budelinge und
Lnsanse den Begriff des butteil legen konnte. Der Leser mag jedoch selbst enteiden.
31) Um sich hier eine Hypothese zu gestatten, könnte man auch fast annehmen,
daß das Wort Lito und Litonen eine aus Lituo und Lituonen corrumpirte
Benennung sei. Wornach also Lituonen von Lituus, der Bischofsstab, solche
Dienende anzeigen würde, die unter dem Bischofs= oder Krummstabe ihre Verpflichtungen
hatten.