Contents : Armee-Verordnungs-Blatt Sechsundzwanzigster Jahrgang (26)

Slaw!“  Der  während  des  ganzen  Krieges  reklamierte  Herr
Erxzberger,  der  trotzdem,  rosig  und  wohlgenährt,  in  bewährter
Taktlosigkeit  ale  einziger  von  allen  Abgeordneten  mit  dem
Eisernen  Kreuz  am  weißschwarzen  Bande  auf  der  Brust  erschienen
  ist,  wird  weiter  alle  vernichtenden  Bedingungen
unterschreiben.  Die  regierenden  Spießbürger  haben  eben
immer  noch  Angst  vor  der  eigenen  Courage.  Sie  haben  ja
nicht  einmal  die  Revolution  gewollt,  behaupten  sie,  sondern
seien  ganz  wider  Willen  plötzlich  Konkursverwalter  des
Reiches  geworden.  DOie  Firma,  die  er  übernommen  habe
und  die  er  sanieren  werde,  war,  wie  Meister  Ebert  erzählt,
schauderhaft  verkracht:  „Alle  Scheuern,  alle  Lager  leer,
der  Kredit  erschüttert,  die  Moral  tief  gesunken.“
Er  wird  nicht  einmal  rot  dabei,  während  er  das  von  seinem
Manustript  abliest.  Wer  bestiehlt  denn  unsere  Lager,  —  ist
das  nicht  erst  seit  der  Revolution  Mode?  Oder  ist  das  Sinken
unserer  Valuta  gerade  in  den  letzten  Monaten  nicht  zum
Stürzen  geworden?  Und  kann  jemand  behaupten,  daß  die
Moral  in  Deutschland  seit  dem  vorigen  November  sich  besonders
  gehoben  habe?  Uber  alle  diese  Dinge  läßt  sich  kaum
streiten,  aber  die  Sozialdemokraten  müssen  eben,  um  die
eigene  Schuld  zu  verhüllen,  das  frühere  Regime  anpöbeln,
sofort  in  der  ersten  Sitzung  der  Nationalversammlung.  Oie
Revolution,  sagen  sie,  je  nun,  die  kam  über  Nacht  und
schwemmte  sie  nach  oben;  nun  ringen  sie  nach  Worten.

Selbstverständlich  paßt  in  dieses  spießbürgerliche  Idpll  kein
leidenschaftlicher  Aufschrei.  Die  nationale  Wärme,  zu  der
Ebert  in  einzelnen  Sätzen  sich  versteigt,  kommt  nicht  mit  dem
Blutstrom  aus  dem  Herzen,  sondern  aus  einer  Thermosflasche.
  Er  warnt  die  Entente  davor,  uns  vor  die  Frage
„Hunger  oder  Entehrung“  zu  stellen.  Aber  die  Behauptung,
daß  die  jetzigen  Machthaber  die  Entbehrung  der  Entehrung
vorzichen  würden,  klingt  nicht  ganz  glaubhaft.

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