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Land an sich genommen. 71/) Das ist die große Bedeutung der
Kulmischen Handfeste.
Der Schritt war gethan, Preußen gehörte dem Orden. Aber zu
viele Verhandlungen und Opfer hatte der Erwerbgekostet, zu groß war
noch die Gefahr, die dem Gewinne drohte, zu schwer die Vollendung
des Begonnenen, als daß die Ritter sich bei dem einstweilen doch
nur thatsächlichen Besitz hätten beruhigen können und nicht daran
gedacht haben sollten, sich Rechtstitel, Bürgschaft und Beistand für
die Behauptung der Landesherrschaft zu verschaffen. Zwar besaßen
sie über Kulm wie über Preußen wohl zwei sehr bestimmte und
ausführliche Verschreibungen, die eine vom Herzog Konrad, mit
der päpstlichen Bestätigung, die andre gar vom Kaiser selbst. Aber
von Einem, dem einzigen zum Schenken Berechtigten, von ihrem
und Preußens Bischofe und Herrn, von Christian hatten sie keine
Urkunde einer Uebertragung der Landeshertschaft aufzuweisen. Nun,
vielleicht lebte Christian längst nicht mehr, war vielleicht als Siegesopfer
vor Preußischen Götzen eines schrecklichen Todes gestorben.
Aber wie, wenn er nicht gestorben war, wenn er ploͤtzlich, der Gefangenschaft
entronnen, wie aus dem Grabe wieder im Kulmerland
erschien und seine geraubten Hoheitsrechte von dem treulosen Vasallen
zurückforderte wenn er, von dem Orden dann zurückgewiesen,
214) Bemerkenswerth ist, daß um diese Zeit, im Ansang 1233, also sogleich
nach der Besitznahme der bischöflichen Burg Kulm, die Ritter anfingen, dem Herzog
nur mehr für die „Schenkung“ des Kulmerlandes, nicht auch für die Preußens
dankbar zu sein; denn obgleich aluch zuletzterer auf Schloß Krußwitz die Zustimmung
der Söhne Konrads („fliis meis Boleslao, Casimiro, Semovito expresse
de bona et spontanen voluntate consentientibus“) ausdrücklich beurkundet
worden war, so fehlt doch in der Confirmation der Schenkung Konrads, welche sich
Hermann Balk im J. 1233 von Konrads Sohne Kasimir, Herzog von Cujavien,
ausstellen ließ (Dreger n. 93.), gerade Preußen: „— (Conradue) donans
ipsis fratribus c#s###am Culmensem —,“ es müßte deun sein, daß Kasimir
diesen seinem Vater cinst so wichtigen Punkt unter die „quaelibet alise donationes,“
welche er zuletzt nennt, stillschweigend mit einbegriffen habe, aus Höflichkeit.