Volltext : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Sechsundzwanzigster Jahrgang. 1898. (26)

7.4.  Entſcheidungen  des  Oberlandeögerihts  Münzen.

-  SS.  151;  152  und  168.  Zur  Verfügung.  über
die  in  einer  vor  dem  1.  Oftober  1879  eingeleiteten
Unterſuchung  beſchlagnahmten  Gegenſtände  iſt  die
Staatsanwaltſchaft  zuſtändig,  wenn  auch  die
Beſchuldigten  dur<;  Gericht8öbeſc<hluß  außer  Verfolgung
  geſeßt  worden  ſein  ſollten.  .

Aus  Anlaß  der  vor  dem  14.  Oktober  1879
gegen  Maria  NR.  et  cons.  wegen  betrüglichen
Bankerotts8  eingeleiteten  Unterſuchung  wurden  mehrere
Gegenſtände  beſchlagnahmt.  Die  Beſchuldigten  wurden
  auf  Antrag  des  Staatsanwalts  v.  14.  Januar
1880  durch  Beſchluß  der  Straffammer  vom  24.  desſelben
  Monats  außer  Verfolgung  geſekßt,  der  ſtaatsanwaltſchaftliche
  Antrag  dagegen,  die  Entſiegelung
der,  beſchlagnahmten  Gegenſtäitde'  nachträglich  anzu-"
ordnen,  durch  Beſchluß  derſelben  Straffammer  vom
7.  Februar  1880  abgelehnt.  |  -

.  Die  dagegen  eingelegte  Beſchwerde  de8  Staatsanwaltes
  wurde  abgewieſen,  weil  die  Unterſuchung
nach  den  bis  zum  1.  Oktober  1879  in  Bayern  beſtandenen
  prozeſſualen  Vorſchriften  eingeleitet  wurde,
ſohin  nicht  eine  von  der  Staats8anwaltſchaft  nach
SS.  151,  152  und  177  der  RStPO.  erhobene
öffentliche  Klage  zur  .Grundlage  hat,  und  in  Folge
deſſen,  nac<dem  vom  Staatsanwalte  inhaltlich.  des
Antrages  .vom  14.  Januar  1880,  durch:  welchen  der-:
ſelbe  den  die  Beſchuldigten  außer  Verfolgung  ſeßenden
  Beſchluß.  der  Straffammer  vom  24.  desfelben.
Mouats  erwirkte,  in  dem  Ergebniſſe  der  geführten
Unterſu<ung  -die  Vorausſekung  zur  Erhebung  einer
öffentlichen  Klage  nac<  Maßgabe  .  der  Beſtimmung
des  5.  468  Abſ.  1  loc.  cit.  nicht  gefunden  wurde,
die  erwähnte  Unterſuchung  ſich  als  ein  Ermittlnngsverfahren
  im  Sinne  der  RStPO.  darſtellt,  das  ſich
zur  Einſtellung  dur<  die  Staatsanwaltſchaft  nach
C.  168  Abſ.  2  nicht  zu  einer  Außerverfolgungſehung
nach  8  202  Abſ.  2  eignet,  weil  eine  ſolhe  nach