Metadata : Die Kriegswirtschaft in Stolp 1914-1919.

dürfe!  Dabei  handelte  es  sich  immerhin  um  rund  2500  A.  Der  Maglstrat
  weigerte  sich  zunächst,  gab  aber  bald  nach,  und  es  kam  zu  einer
Einigung,  nach  der  die  Stadt  die  geforderte  Summe  nach  Abzug  von
10  2  als  Verwaltkungskosten  zahlte,  der  BViehhändler  aber  600  4  der
Kriegshilfe  spendete.

Im  September  1918  hatte  die  Magermilchlieferung  ihren  tiefsten
Stand  erreicht,  sodaß  nicht  einmal  mehr  4  I  in  drei  Tagen  gegeben  werden
  konnte.  In  den  Nachbarstädten  war  aber  Magermilch  in  jeder  beliebigen
  Menge  zu  haben!  Die  vom  Magistrat  erbetene  Ueberweisung  von
Magermilch  wurde  aus  technischen  Gründen  abgelehnt.  Aber  zur  selben
  Zeit  konnte  die  Molkerei  Stolp  voll  Stolz  berichten,  daß  die  Zuweisungen
  von  Magermilch  zur  Herstellung  von  Käse  jetzt  die  Menge  von
16  000  1  täglich  erreichten,  sodaß  die  Käserei  jetzt  die  größte  von  Deutschland
  geworden  sei.  Ob  da  nicht  —  unter  Anerkennung  aller  technischen
Schwierigkeiten  —  die  notleidenden  Einwohner  von  Stolp  etwas  mehr
Magermilch  hätten  bekommen  können?

Die  weiteren  Jahre  bis  zum  1.  6.  1921,  d.  h.  bis  zur  Aufhebung  der
Höchstpreisbestimmungen  für  Milch,  brachten  nichts  Aeues  als  die  schon
gewohnten,  immer  neuen  Preissteigerungen,  nur  vorübergehend  eine
kurze  Erregung,  als  im  Herbst  1919  die  Fettstelle  Groß-Berlin  Lieferung
von  Milch  zu  einem  Ueberpreis  durchsehle  und  die  Behörden,  ohne  Rücksicht
  auf  die  Bedürfnisse  der  Stadt,  sogar  mit  Zwangsmaßnahmen  drohken,
  um  diese  Lieferung  zu  erreichen.

C.  Käse.

Hier  kann  sich  die  Berichterstattung  auf  wenige  Worte  beschränken.
Im  ersten  Kriegsjahr  scheint  die  Versorgung  mit  Käse  sich  in  den  gewohnten
  Bahnen  abgewickelt  zu  haben,  ohne  daß  irgendwelche  Störungen  bekannt
  wurden.  Erst  mit  der  Höchstpreisverordnung  des  Magistrats  vom
3.  11.  1915  änderte  sich  das  Bild.  Durch  diesen  Höchstpreis  fühlte  sich
die  Molkerei  Stolp  benachteiligt  und  erhob  Beschwerde  beim  Regierungspräsidenten.
  Die  Verordnung  wurde  nun  zwar  aus  formalen  Gründen
aufgehoben,  aber  bereits  am  15.  11.  wieder  in  Kraft  geseht.  Daraufhin
stellte  die  Molkerei  die  Erzeugung  von  Fettkäse  ein  und  verkaufte  ihren
Vorrat  von  etwa  60  Ztr.  zu  einem  höheren  Preise  an  eine  auswärtige
Firma.  Damit  hatte  die  regelmäßige  Käseversorgung  der  Stadt  fürs
Erste  ihr  Ende  gefunden.

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