Metadata : Kapitulationen der Türkei, deren Aufhebung und die neuen deutsch-türkischen Rechtsverträge.

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trages  vor  uns.  Neben  der  Zusicherung  aller  früheren
Handelsvorrechte  wird  Venedig  für  berechtigt  erklärt,
alle  drei  Jahre  einen  neuen  Konsul  für  den  Bereich  von
Konstantinopel  zu  ernennen.  Auch  hier  sehen  wir  bereits
  den  Grundsatz  verwirklicht,  dass  gegen  keinen  Venezianer
  ein  Prozess  geführt  werden  darf  ohne  Anwesenheit
  seines  Konsuls.  Ferner  darf  kein  Venezianer  für
die  Schulden  seiner  Landsleute  haftbar  gemacht  werden
und  war  es  den  türkischen  Behörden  verboten,  sich  in
Streitigkeiten  zwischen  Venezianern  einzumischen.  Auch
eine  gegenseitige  Auslieferungspflicht  wurde  vereinbart
und  das  gewohnheitsmässige  Strandrecht  (d.  h.  Strandraub)
  für  unstatthaft  erklärt.  Wie  wir  jedoch  bereits  an
anderer  Stelle  ausführten,  sank  währenddessen  die  politische
  Bedeutung  Venedigs  immer  mehr  und  das  allgemeine
  Interesse  wandte  sich  zwei  neuen  Angelpunkten  der
Weltpolitik  zu,  nämlich  Frankreich  und  dem  Habsburger
Weltreiche.

Die  Verträge  mit  Frankreich.

Die  gleichen  Gründe,  die  die  italienischen  Staaten
veranlassten  trotz  der  päpstlichen  Bannstrahlen  mit  den.
Moslems  Handel  zu  treiben,  waren  es  auch,  die  die
anderen  europäischen  Nationen  ihr  Augenmerk  auf  den
Orient  richlen  lies.  Ausbau  des  Handels  und  Schutz
der  Iiteressen  seiner  Untertanen  veranlassten  den  französischen
  Staat,  mit  seiner  ganzen  Machtfülle,  seinen  Untertanen
  an  die  Seite  zu  treten.  Neben  diesen  wirtschaftlichen
  Erwägungen  war  jedoch  ein  Hauptbeweggrund
für  diesen  französischen  Schritt  die  damalige  politische
Lage.  Um  diese  zu  verstehen,  müssen  wir  einen  Blick
auf  die  Geschichte  des  16.  Jahrhunderts  werfen.

Suleiman  Il,  war  einige  Monate  nach  der  Thronbesteigung
  Karls  V.,  des  erbitterten  Feindes  Franz  I.,
zur  Herrschaft  gelangt.  Unter  seiner  Leitung  erreichte
das  türkische  Reich  den  Höhepunkt  seiner  Macht  und
die  Türken  waren  damals  durch  den  Besitz  Ungarns  und
Ihren  Einfall  in  Oesterreich  die  furchtbarsten  Gegner
Karls  V.,  der  sich  gezwungen  sah,  zur  Rettung  der  österreichischen
  Hauptstadt  ins  Feld  zu  ziehen.  Zu  gleicher
Zeit  bedrohte  der  Korser  Barbarossa  mit  seinen  Flotten
die  Handelsschiffahrt  des  Mittelmeeres.  Nach  dessen
Vernichtung  zog  Karl  V.  gegen  Algier  und  Tunis  und
liess  gleichzeitig  Franz  1.  durch  einen  Sondergesandten
auffordern,  seinen  Besitz  nicht  anzutasten,  da  er  für  die