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portugiefifchen Weine alle jehwer und ftarf, nicht leicht und fein find,
wie Die franzöfiihen. Sie werden meilten® von der Stadt Porto
oder Dporto aus verjendet; man nennt fie daher: Portweine,
Reich ift alfo Portugal an guten Weinen und edlen rüchten;
defto ärmer aber ift e8 an Getreide. Nur in der nördlichen Hälfte
baut man Hinlänglihen Vorrat; in der jühlichen muß jährlich jeht
viel vom NAuslande gekauft werden. Die Gebirge Portugals find reich
an Metallen, fönnen aber aus Mangel an Holz nicht gut audgebeutet
werben.
Das Land Hat eine ziemlihe Menge Tuch: und Wollen:
zeug-, Seiden= und Leinwand-Manufacturen,; dann verfertigt
man viele Borden und Bänder, au eine große Menge Steingut
und Töpferwaaren; aber Doc nicht fo viel ald fjolche Yabrifmanren
im Lande gebraudgt werden. Man Fauft fie daher meiftens von Den
Engländern, die alle Jahre viel mehr Geld aus Portugal Ichleppen,
als fie den Portugiefen für ihre Werne, Hitronen, Pomeranzen, Yorbeeren
und ihr Geefalz zu Löfen geben.
Portugal Hat auf 1800 Duadratmeilen ungefähr A1/, Millionen
Ginwohner, welche fih zur fatholifhen Kirche befennen.
Ss. Das Erdbeben zu Liffabon.
Die Tchredlihften Naturerfceinungen, die ed giebt, find UÜberfchwenmungen,
Ausbrüche von DBulfanen (feuerfpeienden Bergen) und Erdbeben;
von diefen jelbft aber ift offenbar da8 Ichtere Das furchtbarfte. Wie gräßlic,
wenn ber Boden unter ten Füßen der Menjchen mwankt, wenn er in jenem Mugen:
blicfe zerreißen und fih ihm zum Grabe öffnen fann; wenn bad fchügenne Dad
feiner Hütte, in ber er friedlich zu leben hoffte, Herabzuftürzen und ihn zu zer:
malmen Drobtl —
Der Grund ded Erbbeben? it unterirbifhes Feuer. hr wißt ja, daß manche
Stoffe, bejonver8 mit Feuchtigfelt verbunden, von jelbft in Hige gerathen und fich
zulegt entzünden. Beuchtes Heu, Felt zulammengepadt, geräth in Brand, ebenjo
entzunden fich Eifentheile, wenn fie mit Schwefel und mwäfjerigen Theilen vermischt
find, von jelbft. Von biefen genannten Etoffen: Eifentheilen und Schwefel, giebt e8
unter der Erde ımgeheuer große Schichten, welche, fobald Waffer Hinzutritt, fich entzünden.
Steinfohlenlager, dte fich ebenfalld reichlich unter der Erde befinden, geben
dem Feuer Nahrung genug, und fo entfteht ein ungeheurer Brand in der Erbe.
Durch das Verbrennen diefer Stoffe werben zugletch ftarfe Dämpfe entivicfelt, die
trgendiwo einen Ausgang fuchen. Denn die Dämpfe find jehr elaftifch, d. . fie
laffen fich ehr zufainmenpreffen, aber nur bi8 auf einen gewiffen Grad, dann
dehnen fie fi) mit außerorbentlicher Gewalt aus, und je mehr fie zufammengepreßt
waren, mit beito ungeheurerer Kraft zerfprengen fie Alle, was fie bejchränfen
will. — Haben nun bie unter der Erbe eingefchloffenen Dämpfe Durch Zufammen:
prejjung eine gemaltige Kraft erreicht, fo fpeingen fie Die Dberfläche der Erbe,
damit fie einen Wusweg gewinnen. Während fie noch fämpfen, fidy aus ihrem
SKterfer zu befreien, ertönt ein unterirbifcher Donner oder ein heftige® Geflirr;, der
Eroboden wird erfchüttert, er zittert, fchwanft, bewegt fich, rote Wellen im Meere,
auf und nieder; e8 erfolgen die Heftigften Stöße, hier und da ftürjt er ein, ba
e3 unter ihm hob! geworten tft, Hügel finfen in den Abgrund, und an anderen
Stellen heben fid) neue Berge empor; Seen verfchwinden und werben audgefüllt,
und an anteren Stellen bilten fi neue Gemäffer; Dieer Schiwefeldampf fteigt
aud der gekorftenen Erbe hervor, und aus dem Mudgange (Grater) fteigen euerfüulen,
aejhmolzene Erde (Lava), — oft auch Steine ‚jelbft Waffer mit Sec
Saciters' Lefebuch für Dberfl. evangel. Woltsich. 24